Die vier Luzerner laden mit ihrem zweiten Album zur Teaparty ein - und rocken dann so sehr, dass der Tee verschüttet wird.
Es wurde ja wirklich endlich Mal Zeit, dass sie einen Nachfolger zu ihrem vielgelobten und auch schon fast fünf Jahre alten Debutwerk "Come and Figure It Out" präsentieren. Damit schafften sie es nach Japan, Grossbritannien, in die NME und BBC und gelten seitdem als musikalisches Exportgut Nummer Eins der Schweiz - oder so eilt ihnen jedenfalls der Ruf voraus. 7 Dollar Taxi ist eine der meistgehypten Bands der Schweiz und mit ihrem zweiten Album beweisen sie, dass sie das Abrocken nicht verlernt haben.
Dreizehn neue Songs plus ein Bonuslied wurden für das neue Album aufgenommen, allesamt im altgewohnten Indierockflair. Dreckige Gitarrenriffs, abgehackte Worte im Refrain ("K-K-K-Kitchen floor") und Sänger Tizian's plötzliche stimmbruchartige Attacken sind noch immer da. Sein Englisch hat sich deutlich verbessert, was den Britpopaspekt des Quartetts unterstützt. Textmässig zeigen die Luzerner viel Humor. Mein persönlicher Favorit (und fieser Ohrwurm dazu) ist "Hobin Rude", ein Lied über einen ungezogenen Banditen, der von den Armen stiehlt um den Reichen zu geben. Es kommt locker daher, nur am Rande als Gesellschaftskritik, auch wenn es sich dazu hervorragend eignen würde und sogar das Textbooklet den letzten Refrain mit "Hobin, Hollywood" abschliesst. Aber den meisten Songs ist mit grosser Wahrscheinlichkeit eine persönliche Erfahrung zuzuschreiben: Spielverderber auf Parties ("Killjoy"), Gedächtnisverlust nach durchtränkten Nächten ("That Night in December"), Zeitstillstand bei Prüfungen ("Check Your Time") - und natürlich das beliebte Thema der Liebe. So beginnt das Album mit "Sputnik & Laika", einer traurigen Liebesgeschichte um den bekannten Satelliten und der Hündin Laika, die an Bord der Sputnik 2 ins Weltall geschickt wurde. Textmässig also mit einigen Ausnahmen eher leichte Kost, was aber einen guten Gegenpart zur eher ungestümen Musik darstellt.
"Well It's About Time" ist ein verspieltes und wildes Album, dass leider gerade deswegen schwierig mehrmals am Stück durchzuhören ist. Es reisst den Hörer in einen Wirbelwind aus lauter Musik, der kaum zu stoppen ist, überrumpelnd schnell daherkommt und kaum Zeit zum Aufatmen gibt. Die Tasse Tee kommt da sehr gelegen.
Seit 25. Februar 2011 im Handel.
kommende Konzerte:
25.2.11 Schüür, Luzern (Album Release Party)
05.3.11 Exil, Zürich (Album Release Party)
17.3.11 La Parenthèse, Nyon
18.3.11 Kuppel, Basel
16.4.11 Fabriggli, Buchs
28.4.11 Salzhaus, Winterthur
07.5.11 Stanser Musiktage, Stans
28.5.11 Merkker, Baden.
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Anspieltipps:
> Hobin Rude
> Sputnik & Laika
Diskographie:
> Come And Figure It Out (2006)
> Well, It's About Time (2011)
Ähnliche Künstler:
> Alvin Zealot
> Babyshambles
> The Libertines
> Arctic Monkeys