Genre: Papperlapop
Label: SONY BMG
CH-Vertrieb: SONY BMG
Unsere Wertung:
Es Git Nüd Wo’s Nid Git ...
Das ehemalige Bluememeitli Mia Aegerter versucht sich auf ihrem Zweitling als frauenrechtlerischer Vamp.
Nun gut. Einige Damen haben den Imagewechsel vom unschuldigen Girlie zur dirty Rockgöre ja erfolgreich gemeistert – man denke an Britney Spears oder Christina Aguilera. In Mia Aegerters Fall ist man jedoch hin und her gerissen und weiss nicht, wie man die Fribourgerin denn besser finden soll: Als unschuldige Zappelphilippa und Prinzesschen der konventionellen Weisheiten („Es isch hie, es isch jetzt!“) mit Bändchen im Haar oder als rockige Möchtegern-Gloria Steinem im NuPagadi-Look? Zugute halten muss man der ehemaligen GZSZ-Schauspielerin zweifelsohne, dass sie für ihre neuste musikalische Ausgeburt – zumindest den Angaben zufolge - sämtliche Songs selbst geschrieben und produziert hat. Das lässt auf grosses Engagement und Hingabe schliessen. Nichtsdestoweniger darf man sich fragen, ob die Welt denn wirklich noch mehr Musik wie diese nötig hat? Plakativer, klischeebehafteter Feminismus, verpackt in ein Pseudo-Rockgewand, das auch schon mal Richtung Gothic wehen will, aber vielmehr aus der selben Kollektion wie Vanilla Ninjas oder wasserstoffblondiertes Seifenblasenluder Jeanette Biedermanns Geträllere stammt und ganz einfach 08/15-Pop ist. Nur manchmal bieten sich kurze Lichtblicke an, wenn Mia Aegerter etwa von einem Cembalo („Poor Little Princess“), nettem Streicherorchester („Thank You Sir“), schleppenden Elektrobeats („Bad Girl“) oder exotischen Trommeln („Gott-los“) begleitet wird. Das macht Mut. Mal in Englisch, dann wieder in Schweizerdeutsch widmet Aegerter sich in den 12 Songs ganz den Frauen – sie singt, resp. krächzt von Unterdrückung durch die Männer, von Mädchen, die sich hässlich finden, die Schwieriges durchmachen, von Bad Girls usw. usf. Die ganze Palette von dem, was eine Konservenfeministin sagen könnte, ist enthalten – was zu erwarten war, sozusagen. Alice Schwarzer würde es gewiss toll finden, nur leider geht Mia eben genau dem Motto „Sex Sells“ nach und ist demzufolge nicht wirklich authentisch. Oh, selbst dem Chauvinismus verfallen? My bad.
Wie dem auch sei: Mia Aegerter hat’s bestimmt nur gut gemeint, ein paar Ansätze - wenn auch sehr wenige - sind ganz passabel, die Musik wird gewiss viele HörerInnen finden und in die Hitparade wird’s das Album zweifelsohne auch schaffen. Papperlapopkultur oder Kommerz eben. Meine Wenigkeit wünscht Mia aufrichtig alles Gute und strahlt ob der Tatsache, das nächste Geburtstagsgeschenk für die 9-jährige Cousine bereits in den Händen zu halten.
Ab 9. Juni 2006 im Handel.
Anspieltipps: Hhm, bin mir nicht sicher...
Trackliste: 1) Poor Little Princess; 2) Es Git Nüd Wo’s Nid Git; 3) Meischterwärk; 4) Thank You Sir; 5) Your Daugther Your Honor; 6) Monschter; 7) Bad Girl; 8) Naked (With Clothes On); 9) Gott-los; 10) Neutral; 11) Never Ending Journey; 12) Rosa Blase (Bulle Rose)
similar artists: Jeanette Biedermann, Vanilla Ninja, Sarah Connor, Sina, Sandy
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Bio (© SONY BMG):
Mia Aegerter wurde am 9. Oktober 1976 im Kanton Freiburg geboren. Schon während ihrer Schulzeit interessierte sie sich gleich stark für Musik und Schauspielerei und nahm an Talentwettbewerben teil. So gewann sie u.a. den kleinen Prix Walo und belegte den zweiten Platz bei der BRAVO-Girl Wahl. Sie übte Rollen für das Schultheater und begann, ihre ersten Songtexte zu schreiben.
Kaum hatte sie die Matura in der Tasche, zog sie nach München, um Musik, Tanz und Schauspiel zu studieren. Bereits kurze Zeit später wechselte Mia Aegerter ihren Wohnsitz nach Berlin und spielte zwischen den Jahren 2000 bis 2003 die Rolle der Xenia in Deutschlands erfolgreichster Daily Soap "Gute Zeiten - schlechte Zeiten". Im Jahr 2004 moderierte sie für das ZDF das Jugendmagazin "Bravo TV".
Anfang 2003 sorgte Mia Aegerter in der nationalen Musikszene erstmals für grosses Aufsehen. Ihre Debütsingle "U Don't Know How To Love Me" erreichte höchste Airplay-Rotationen und stieg in die Top20 der Schweizer Single Charts ein.
Durch ihr Mitwirken in der Rolle der Laura Moretti im Film "Achtung, Fertig, Charly" faszinierte sie die Schweizer Kinobesucher als Schauspielerin. Der erste, von ihr komponierte und gesungene Mundartsong "Hie u jetzt" avancierte im Herbst 2003 zu einem Riesenhit mit einer Top5 Single Chart-Platzierung. Auch ihr 2004 veröffentlichtes Debütalbum "So wie I bi / The Way I Am" zeigte klar, dass Mia Aegerter nicht nur eine ausgezeichnete Mundartsängerin ist, sondern genauso stilsicher und ausdrucksstark mit englischen Texten umzugehen weiss. Dies bewies sie nochmals eindrücklich mit dem Titel "Alive", der vierten Singleauskopplung, die in die Top30 der Schweizer Hitparade einstieg.
Preise und Auszeichnungen wie der PRIX WALO als Newcomerin 2003, der VIVA COMET in der Kategorie Best CH Act und der renommierte SWISS AWARD folgten nahtlos.
Nach unzähligen Unplugged-Auftritten trat Mia Aegerter 2004/2005 zum ersten Mal mit einer kompletten Band auf. So spielte sie unter anderem im Vorprogramm von Ronan Keating auf dessen Deutschlandtour und gab diverse Club- und Open Air-Konzerte in der Schweiz. Während dieser Tour konnte sie auch ihren ersten Goldaward für über 20'000 verkaufte Alben entgegennehmen.
Mit "Vo Mänsche u Monschter" präsentiert Mia Aegerter nun ihr zweites Album. Zielstrebig hat das Multitalent 12 neue Songs komponiert, die am 9. Juni 2006 veröffentlicht werden.