Interview mit Rilo Kiley |
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| von Magdalena Oehen am Samstag, 5. März 2005 in Interviews | |
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(> siehe dazu auch die Rezension zum neusten Album "More Adventurous")
Wir trafen Jason Boesel, Drummer von Rilo Kiley und Bright Eyes, vor dem Konzert in der Roten Fabrik. Jason Boesel: Ich glaube nicht, dass der Name eine Bedeutung hat. Ich glaube, die wahre Geschichte um den Namen der Band - und es wurden schon viele Lügen darüber erzählt - ist diese, dass Blake eine ganze Weile bevor die Band überhaupt existierte, einen Traum hatte und in diesem Traum war irgend so ein Mann an einer Bar und Blake unterhielt sich mit ihm und sein Name war Rilo Kiley. Als Blake aufwachte, schrieb er den Namen auf. Einige Monate später haben sie die Band gegründet. Jenny und Blake lernten sich kennen und begannen, zusammen Musik zu machen. Dann haben sie Duke dazu gebracht - sein richtiger Name ist Pierre und Blake kennt ihn seit der High School - der Bass spielte. Sie haben einen Drummer gefunden, nicht mich, ganz am Anfang hatten sie einen anderen. Dann konnten sie irgendwann ein Konzert geben und sie brauchten unbedingt einen Namen. Sie haben viele, viele Namen ausprobiert, bis schliesslich Blake sagte, nun, wie wäre es mit "Rilo Kiley"? Und alle sagten, hm, ok, aber wir ändern ihn wieder nach dem ersten Konzert, aber na ja, sie haben ihn nie geändert. Ich habe gehört, dass das neue Album "More Adventurous" euer bestes bisher werden sollte. Seid ihr zufrieden mit dem Resultat? Wir wollten tatsächlich unser bestes Album bisher machen, und ich glaube, dass uns das gelungen ist. Wir finden alle, dass es unser bestes ist. So yeah, ich glaube, wir sind zufrieden mit dem Resultat. Auf "More Adventurous" sind viele verschiedene Musikstile und Einflüsse zu hören, zum Beispiel viel Country oder Soul. Gibt es besondere Einflüsse, die sehr wichtig sind für euch? Nun, ich glaube, wir sind alle beeinflusst von vielen verschiedenen Musikrichtungen und lassen diese in die Musik einfliessen, die wir machen. Ich weiss, dass Jenny sehr gerne alte Country-Singers wie Tammy Wynett hört und solche Sachen, daher die Country-Einflüsse. Wir mögen alle viel Country und Blues und Indie-Bands wie Modest Mouse oder Built to Spill. All diese Sachen kommen dann irgendwie zusammen und wir spielen einfach das, wozu wir in dem Moment Lust haben. Mir eurem neuen Album seid ihr sozusagen zu DER Indie-Band des Moments avanciert. Was haltet ihr von eurer Beliebtheit? Ich weiss auch nicht... Es ist schwierig, einen Unterschied zu erkennen, weil wir jetzt schon seit einigen Jahren das Gleiche machen und immer etwas beliebter wurden, aber es fühlt sich nicht sehr anders an aus unserer Perspektive, von unserem Standpunkt aus. Keine Fremden, die euch auf der Strasse erkennen? Nun ja, einige erkennen uns schon, aber in L.A., wo wir leben, gibt es so viele Leute. Daher passiert es nicht allzu oft. Euer letztes Album "The Execution of All Things" habt ihr auf Saddle Creek Records herausgebracht. Warum habt ihr euch dazu entschlossen, Saddle Creek zu verlassen und euer eigenes Label Brute/Beaute Records zu gründen? Nun, wir haben "More Adventurous" eigentlich auch für Saddle Creek aufgenommen und haben uns dann einfach einige Sachen überlegt... Ich schätze, letztendlich haben wir Saddle Creek verlassen, weil wir unser eigenes Label gründen wollten. Das ist etwas, das wir alle schon lange mal tun wollten und mit unserem allerersten Release eigentlich auch versuchten. Damals nannten wir das Label "Rilo Records". Ich glaube, der Hauptgrund für die Gründung unseres eigenen Labels war, dass wir einfach 100% Freiheit wollten, um mit unserem Album zu machen, was wir wollten. Auch falls das Dinge sein sollten wie zu versuchen, es ins Radio zu bringen oder von einem grösseren Label in den USA aufgenommen zu werden und es mehr Leuten zugänglich zu machen. Wir wollten einfach fähig sein, damit zu machen, was wir wollten. Und Saddle Creek hat sehr starke ethische Grundsätze, weisst du, eine sehr unabhängige geistige Haltung, was ich grossartig finde. Aber für dieses Album hatten wir einfach das Gefühl, es würde nicht so gut passen. Wie kamt ihr eigentlich ursprünglich dazu, für Saddle Creek aufzunehmen? Die meisten Bands sind ja aus Omaha und ihr seid aus Kalifornien? Nun, die zweite Tour, die die Band gemacht hat, war mit Superchunk und mit The Good Life, die auch zur Saddle Creek-Familie gehören. Da haben wir Tim Kasher kennengelernt, mit dem wir uns anfreundeten. Die Tour ging durch Nebraska und er nahm uns mit zu Mike Mogis' Studio und stellte uns vor und versuchte uns zu überreden, unser nächstes Album in Nebraska aufzunehmen. Also haben wir dort aufgenommen, ohne zu wissen, dass Saddle Creek es auch veröffentlichen würde. Als das Album fertig war, haben wir mit ihnen gesprochen und sie wollten es heraus bringen und wir waren einverstanden. Für "More Adventurous" habt ihr euch mit einer Reihe von namhaften Künstlern umgeben, Mike Mogis oder Nate Walcott zum Beispiel. Wie ist der Recording-Prozess verlaufen? Wir hatten die meisten Songs bereits... Nun, eigentlich hatten wir für dieses Album eine Liste von Songs, die wir machen wollten, aber einige davon waren noch nicht arrangiert, noch nicht wirklich vollendet. Wir haben das irgendwie absichtlich getan, damit wir sie im Studio vervollständigen konnten und um das Ganze etwas spontan zu halten. Aber wir hatten die meisten Songs schon geschrieben und wussten in etwa, was wir mit ihnen tun wollten. In den Lyrics von "More Adventurous" sind einige brisante Anspielungen zu hören. Was hältst du von der Welt um dich herum? Nun, ich glaube, wir haben uns alle irgendwie, hm, leicht unzufrieden gefühlt, aber doch hoffnungsvoll. Jenny hat alle Lyrics geschrieben ausser für "Ripchords", den Song, den Blake singt. Ich glaube, sie wollte einfach irgendwie aus der Depression herauskommen, über die sie und andere typischerweise schreiben. Daher glaube ich, dass viel Hoffnung auf dem Album ist, es sind tiefere Geschichten, weisst du, länger und mit einer erzählerischen Komponente. Aber ich glaube, wir haben uns politisch und vielleicht auch persönlich in einem Loch gefühlt, aus dem wir herauskommen wollten, daher... Ist die Message des Albums also Hoffnung? Yeah, ich glaube, dass wir Hoffnung vermitteln wollen mit dem Album. Aber nicht unrealistische Hoffnung, weisst du. Ich glaube, du musst die negativen Seiten des Lebens konfrontieren, um die positiven zu erleben. Es ist also eine Art Symbiose aus beidem. Du hast auf den neuen Bright Eyes-Alben als Drummer mitgewirkt, wie war das? Es hat viel Spass gemacht. Wir haben in Nebraska aufgenommen und in Athens, Georgia für das andere Album, Digital Ash. Es hat echt Spass gemacht. Und jetzt können wir mit ihnen touren... Wohin führt euch eure Tour als nächstes? Ich glaube, wir gehen morgen nach Italien... Nun, wir wünschen euch noch viel Spass auf der Tour und danken dir für deine Zeit.
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