News und Infos
Newsletter
NewsletterAbonniere unseren kostenlosen Newsletter und bleibe so immer auf dem Laufenden.






RSS-Feed
Der RSS-Feed von ::exit.music::
Abonniere unseren RSS-Feed!
Login / Registrierung

Partner

Advertisement
Playlist: Eno
Eno









Christian Mikolasek

- Gregor Samsa: 55:12
- Brian Straw: Song Veins
- Envy: Insomniac Dose
- Propaghandi: How to Clean Everything
- I not dance: So You Think You Can Stop Me...

Ivo Münger

- Botch: We Are the Romans
- Engine down: To Bury Within The Sound
- Radiohead: From the Basement
- Mogwai: Hardcore Will Never Die, But You Will
- Mineral: The Power of Failing

[Playlist Archiv]
Zukunftsmusik
12.5.
The Cribs – The Belly of the Brazen Bull
Richard Hawley – Standing at the Sky’s Edge
Here We Go Magic – A Different Ship
Fela Kuti – Live in Detroit

19.5.
Simian Mobile Disco – Unpatterns
Beach House – Bloom
Best Coast – The Only Place
Guided by Voices – Class Clown Spots a Ufo alles lesen
exitmusic.ch on Facebook

Interview mit Serpentronic

Drucken E-Mail
von Ivana Leiseder am Montag, 31. Oktober 2005 in Interviews   
Interview mit Jan Zimmerly alias Serpentine, resp. Serpentronic – 18.10.05 – Oxx Zofingen (-> siehe dazu auch die Rezension zum neusten Album "Smash The Gate And Raise The Dead")
„Die Schweizer Musikszene interessiert mich nicht.“
Der Oftringer Musiker Jan Zimmerly alias Serpentine über das neue Album seines Electro-Nebenprojekts Serpentronic, seinen Hang zum Trash und die Gründe, weshalb er Beethoven Schweizer Musik vorzieht.


Interview mit Serpentronic Ivana Leiseder: Wie kamst du darauf, ein Electroalbum zu erstellen?

Jan Zimmerly: Mir hat elektronische Musik schon immer gefallen und Serpentine wäre dafür nicht in Frage gekommen. Der letzte Track auf dem letzten Album war auch ein elektronisches Stück und da habe ich mir gedacht, ich mache gleich eine ganze CD und habe Serpentine zu Serpentronic abgeleitet.

I: Im Booklet steht, du habest dir 10'000 Samples angehört und davon 1’000 gewählt. Bist du dabei nicht ein wenig wahnsinnig geworden...?
J: Ja, du hast Recht, man wird wahnsinnig... (lacht) Ich war wirklich froh, als die Songs endlich fertig waren. Werde in den nächsten Jahren auch keine elektronische Musik mehr anfassen.

I: In der Presseinfo schreibst du, Serpentronic sei ein verzogenes Kind... Inwiefern verzogen?

J: All die Töne sind verzogen. Es ist frech. Und alle 30 Sekunden beginnt eigentlich ein neuer Track. Es ist ja nicht wie eine House-Platte, auf der es eine Stunde lang „boom-boom“ macht, sondern es ist anstrengend.

I: Ein Kind mit eigenem Kopf sozusagen?

J: Ja, es gibt keine Regeln. Was einige Leute vielleicht auch schätzen. Es ist ein anarchistisches Kind. Es ist Electro-Punk. (lacht)

I: Wie bist du auf die Titel deiner Songs gekommen? Sie scheinen destruktiv und bisweilen auch absurd...
J: Die entstammen der Mythologie. Es hat jeweils eine Geschichte dahinter, die ich dir aber nicht mal so genau erklären kann, weil ich fürs Artwork nicht verantwortlich bin.

I: Kannst du mal einen typischen Ablauf beschreiben, wie du einen neuen Song erstellt hast?
J: Es ist reine Computerarbeit. Also ich habe mal aussondiert, sagen wir mal pro Song hatte ich noch 200 Samples, dann noch Beats, Geräusche und Töne, dann noch Stimmen, echte Ethnoinstrumente... Weißt du, du filterst so ein bisschen nach Kategorien und beginnst, es zusammenzusetzen und schaust mal, wie es klingt.

I: Wie ein Puzzle also?

J: Ja, es ist ein Puzzle. Nichts anderes. Mit jedem Song ein anderes Puzzle nach deinem eigenen Empfinden.

I: Wenn man sich deinen ersten Videoclip und auch das Artwork anschaut, könnte man zur Annahme kommen, du hättest einen Hang zum Trash. Stimmt das?
J: Ja, es hätte schon trashig sein sollen – total. Im extremsten möglichen Weg.

I: Weshalb?
J: Alles, was ich tue, ist extrem. Musik muss einfach berühren können. Und extrem sein. Egal, was für Musik man macht. Ob es nun Trash ist oder was auch immer.

I: Kannst du dieser Musik noch andere Eigenschaften zuordnen ausser trashig sein?
J: Nein. (lacht) Nein, man muss es einfach hören. Über Musik muss man sowieso nicht so viel reden. Es war einfach Spass, nichts weiter.

I: Siehst du Gemeinsamkeiten zwischen dem neuen und dem alten Album?

J: Es ist von mir. (lacht) Ich hab’s arrangiert und alles gemacht. Und es ist nach meinem Stil – wenn man’s so definieren will. Aber ich denke, das kannst du besser beurteilen als ich.

I: Welches Album war schwieriger: „Honest“ oder „Smash The Gate And Raise The Dead“?
J: Das alte. Viel schwieriger. Im anderen habe ich eine Zeit verarbeitet von meinem Leben und das ist ganz persönlich und mit Seele, das waren echte Instrumente – die Grundelemente waren alle echt. Und hier ist alles Electro. Electro ist... (überlegt)

I: Steril?
J: Ja, steril, kann man sagen. Plastisch. Es entsteht nicht durch Atem oder durch eine Bewegung. Hier sind ja keine Instrumente. Es sind einfach Töne, die mit dem Computer hergestellt werden.

I: Wie stehts mit „Sounds!“? Schon mal darüber nachgedacht, ihnen dein neues Album zu schicken?

J: Ja, hhm, ich wüsste nicht, wieso. Es ist mir eigentlich egal, ich höre nie DRS3. Zudem ist mir dieses Projekt zu wenig wichtig, ehrlich gesagt. Ich konzentriere mich nun aufs neue Serpentine-Album.

I: Wo siehst du deinen Platz in der CH-Musikszene? Irgendwelche Wünsche?

J: Es ist mir egal. Ich halte auch nicht viel davon, kenne sie auch nicht wirklich. Interessiert mich nicht. Ich schau schon, was abgeht, aber es ist nicht so, dass ich Bands verfolgen würde oder an Konzerte gehen würde. Es gibt nicht viele gute CH-Bands. Polar finde ich den besten CH-Musiker. Abgesehen von ihm wüsste ich aber nicht, was noch gut wäre.

I: Was hörst du denn momentan?
J: Viel Kunstzeugs.

I: Was genau?
J: So Djinbala... Spiele mit ihnen, bin Gastmusiker. Die machen Zigeunermusik, Gypsysound. Hat sehr viel Seele drin. Und auch der Gesang: Ist melancholisch, aber trotzdem noch lüpfig und fröhlich. Das gefällt mir im Moment. Beethoven habe ich mir auch gekauft, alle neun Symphonien. Bin ein wenig auf dem klassischen Trip. Ich gehe ein wenig zurück zum Echten, zum Klassischen. Zu echten Instrumenten, zu den Streichern.

I: Die letzte Frage: Das erste Album war Anarcho-Pop, Singer/Songwriter und jetzt Electro. Was kommt als Nächstes?

J: Das nächste wird eine Mischung aus Liebesballaden. Das erste Mal... Mit vielen Geigen, richtige Orchestersachen. Dann habe ich eins drin, das geht acht Minuten, wird so à la Sigur Ros. So ein sphärisches, ein langes... Auch mit Orchester... Ist auch ganz hoch gesungen. Dann hat’s noch ein paar verrückte Songs mit Hip Hop-Beats drin und ein paar Dance-Tracks sogar... Also wirklich ganz bunt. Aber auch ein paar akustische Sachen. Aber auf diese Songs warte ich noch. Mit den anderen bin ich aber recht zufrieden. Habe noch nie so gute Songs gemacht. Vom Level her ist’s extrem hinaufgegangen. Weißt du, es ist nicht mehr so hobbymässig. Es geht mehr Richtung professionelles Schaffen. Das letzte Album hatte noch so viele Fehler und Ungereimtheiten drin... Hier wird’s nicht mehr der Fall sein. Aber es wird trotzdem genauso gut werden. (lacht)



» Noch keine Kommentare
Es gibt bisher noch keine Kommentare.
» Kommentar schreiben
Nur registrierte Benutzer können Kommentare schreiben.
Bitte melden Sie sich an oder registrieren Sie sich.
 
< Zurück   Weiter >