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Eno









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Ivo Münger

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Blackmail - 16.07.05 - Poolbar Feldkirch (AT)

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von Philipp Gautschi am Samstag, 3. September 2005 in Konzertberichte   
Blackmail - 16.07.05 - Poolbar Feldkirch (AT)

Ich liebe das Österreich…

Da ich und ein guter Kollege Namens Rigert gerade in Bergün damit beschäftigt waren, für ein paar Pfadigoofen während zwei Wochen fünfgängige Menus auf den Tisch zu zaubern, packten wir diese einmalige Gelegenheit am Schopf, fuhren kurz (sozusagen um die Ecke) nach Österreich und genossen nach einem ziemlich idiotischen Tag die grandiosen, unglaublich gitarrigen Blackmail.

Gut, es kann ja mal passieren, dass man den Autoschlüssel irgendwo verlegt, verliert oder vergisst. Ich habe es an jenem Nachmittag nach einem gemütlichen Besuch im Freibad geschafft, ihn im Auto stecken zu lassen und danach alle Türen von aussen zu verschliessen, uns selbst auszuschliessen sozusagen. Dies wäre soweit noch nicht so schlimm, dümmer wurde es erst, als ein lustiger Herr vom Österreichischen Automobilclub (in welchem ich logischerweise Mitglied bin) unser Auto innerhalb von fünf Sekunden mit Hilfe eines praktischen Werkzeugs öffnete und für diese Heldentat günstige 100 Euro kassierte. Wir konnten nur 'Deal' sagen, den Zwischenfall vergessen, eingestehen, dass man nicht immer gewinnen kann und uns aufs abendliche Konzert einstellen, welches mit scheuen 12 Euro Eintritt eine wesentlich bessere Show bot als der Pannendienst. Die Vorband (keine Ahnung mehr, wie die jungen Einheimischen sich nannten) war sehr schlecht; weicher Teeniepunk mit sich ewig wiederholenden Refrains und mässigem Gitarrenspiel, immerhin gaben sie sich Mühe. Besser, ja perfekt wurde der Abend dann als die grösste Band Deutschlands (sorry, hier muss ich auf Objektivität pfeifen) aufspielte. Begonnen wurde mit ein paar Stücken von Ken, dem lobenswerten Nebenprojekt von Aido Abay, noch nicht ganz so deftig, optimal, um ein bisschen warm zu werden. Es folgte ein brutal lautes, trotzdem auf allerhöchstem Niveau gespieltes Programm quer durch die bisherigen vier Alben, ergänzt durch einige neue Stücke. Das Warten aufs nächste Album ist seither eine tägliche Qual. Abay machte wie üblich den Kasper, rannte, stolperte, wälzte sich über die Bühne und schrie sich die Lungen aus dem Leib, um danach, wenn der Herr Ebelhäuser seine unerreichte Gitarrenkunst mit steinerner Miene zum Besten gab, ordentlich zu rauchen. Den Höhepunkt markierte dann die gesangslose, 15 endlos perfekte Minuten dauernde Zugabe, in der Ebelhäuser das Traumriff von ’’Images Of Devils Burn’’ aus dem neuen Scumbucket Album ’’Kiss Than Kind’’ ins Masslose spielte. Mal ganz ruhig, nur gezupft auf der Gitarre, dann wieder brachial gewaltig mit ganzer Band, kalte Schauer und Gänsehaut sind nur die Vornamen. Respekt. Verschwitzt und glücklich nahmen wir den Heimweg unter die Räder und wurden prompt, mitten in den Bündner Bergen, vom Freund und Helfer auf Führerausweise kontrolliert. Glücklicherweise entgingen wir knapp der Alkoholkontrolle (dem Todesurteil), die Argumente wegen Pfadi, Kochen, Einkaufen, Tagesausflug nach Österreich, ein Auto voller Milch sowie allerfeinstes Luzerndeutsch kamen bei der Polizei anscheinend an und wir wurden in Ruhe gelassen. Danke.

(Übrigens: Blackmail sind am 23.9. im Mascotte in Zürich zu bewundern, ich werde jedenfalls wieder da sein…)


> Offizielle Webseite > Konzertlokal


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