Deine Lakaien - 30.04.05 - X-Tra Zürich |
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| von Ivana Leiseder am Mittwoch, 1. Juni 2005 in Konzertberichte | |
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"Schlecht gelaunte Musik für schlecht gelaunte Menschen."
Das etwas ältere Lakaien-Duo Alexander Veljanov und Ernst Horn
entzückte unlängst im X-Tra Zürich jegliche Nachtmenschen. Den Anschein
einer sehr düsteren Show vermittelnd, war das Konzert - wenn auch sehr
gut - aber alles andere als unheimlich.
Die Zürcher Gothic-Formation Irrlicht eröffnete als Supporting Act den
Konzertabend mit einer gegen die USA gerichteten Show, indem sie mit
praktisch jedem Stück die mit dem 11. September zusammenhängenden
Ereignisse kommentierten und sie mit einer visuellen Präsentation
untermalten. "Ich segne euch, denn ihr seid wie Tiere, ihr wollt
Krieg", raunte der Frontmann und die Sängerin krächzte mit Evanesence
ähnlicher Stimme: "Plötzlich weiss niemand mehr, wie alles begann."
Aha, wer hätte das gedacht. Als die Stuttgarter Sirene dann noch
Phrasen wie "In Absynth getauchte Wehmut" (kann mir jemand sagen, was
"In Absynth getauchte Wehmut" denn genau ist...?) zum Besten gab, blieb
der Rezensierenden nichts anderes übrig, als herzhaft zu lachen - als
Einzige, wohl gemerkt.
Um 22 Uhr schliesslich betraten Deine Lakaien die Bühne, mit dabei Violinen-, Cello- und Gitarrenspieler. Während Ernst Horn eher passiv seine Arbeit verrichtete, gab sich Veljanov - entgegen der allgemeinen Meinung - herzlich wenig arrogant, sprach hie und da einen Satz, konnte auch über sich selber witzeln ("Wir machen schlecht gelaunte Musik für schlecht gelaunte Menschen in schlecht gelaunten Städten"), schaute ins Publikum und lächelte dann und wann. Gespielt wurde das Herz des aktuellen Albums "April Skies" (obwohl man "Vivre" durchaus hätte weglassen können), aber auch etliche alte Hits wie z.B. "Dark Star" - neu interpretiert - wurden nicht vernachlässigt und begeisterten die Masse. Deine Lakaien zeigten unmissverständlich, dass sie sich musikalisch nichts mehr sagen lassen brauchen und Veljanov versang sich gar nur einige wenige Male. Was die Performance anbelangte, blieb der in ein beiges Hemd Gekleidete - b-e-i-g-e! - merklich stoisch und wippte süffisant mit dem Fuss, während die grossartigen Musiker hinter und neben ihm ausflippten. Besonders B-Deutung am Cello und Ivee Leon an der Violine zogen ihre ganz eigene Show ab und boten ein seltsames, frohlockendes Cabaret hinter dem dunklen Veljanov - was irgendwie gefiel. Nun gut, die düstere Stimmung verflog sowieso spätestens beim Anblick einer kleinen gelben Quietschente, die sich auf dem auf der Bühne befindlichen iBook befand. Was hat eine Quietschente an einem Gothic-Konzert zu suchen? Deine Lakaien gingen mit einem Lächeln im Gesicht von der Bühne. Und meine Wenigkeit auch. Schön, wenn man nicht alles immer so ernst nehmen muss. Links: - www.deine-lakaien.com - www.x-tra.ch
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