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Element of Crime im Kulturzentrum Boa, Luzern, 17.9.07

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von Tobias Imbach am Mittwoch, 19. September 2007 in Konzertberichte   

Unsere Wertung: 8.0/10

Element of CrimeWahr und gut und schön
Beachtlich viele hochkarätige Acts sind es, die in den letzen und nächsten paar Wochen von den Betreibern des Luzerner Kulturzentrums Boa zu Auftritten verpflichtet werden konnten. Darunter auch die deutschen Element of Crime.

Pünktlich sollte man da sein, hiess es, und kurz nach acht Uhr abends betrat Ed Csupkay die Bühne, dessen erstes Album von Element Of Crime-Sänger Sven Regener produziert und auch hoch gelobt wurde (“gehört in jede gute Schweizer Plattensammlung!“). Zusammen mit Malcolm Arison an der Bluesharp bot er rauen Folk und Blues, der in einigen Momenten, wie etwa bei “Kalter Wind“, bei dem das mit Hall-Effekten unterlegte Mundharmonikaspiel in den Vordergrund trat, wirkliche Grösse erreichte.

Wenig später erschienen Element of Crime auf der Bühne der ausverkauten Boa. Als ich Element of Crime zuletzt vor eineinhalb Jahren im Zürcher Kaufleuten live auftreten sah, waren sie nicht ganz Element of Crime – meinte auch Sven Regener. Lead-Gitarrist Jakob Ilja fiel zu Beginn der letztjährigen Tournee krankheitsbedingt aus und den Songs kam sein Fehlen nicht besonders gut zu stehen, auch wenn das Publikum diese Rolle bei den berühmtesten Stücken gerne zu übernehmen versuchte und die Melodie sang, was dann doch ganz nett klang. Am vergangenen Konzertabend zeigte sich nun deutlich, wie wichtig das melodiegeprägte und vollendete Spiel Iljas für diese Band ist. Am Bass spielte der vor “Mittelpunkt der Welt“ der Band beigetretene David Young (fungierte zuvor als Produzent der Band), während Richard Pappik hinter dem Schlagzeug sass und Sven Regener sang und neben der Gitarre auch erfreulich oft die Trompete hervorholte.

Alle Schaffensphasen wurden abgedeckt, vom chansonesken Material der letzten Jahre bis zurück zu der Zeit, als sie “noch Disco machten“(zumindest so halb: “Murder In Your Eyes“). Besonders präsent waren wiederum die Stücke ihres letzten Albums “Mittelpunkt der Welt“ – lockere Stücke wie “Delmenhorst“ oder “Finger weg von meiner Paranoia“ funktionieren live aber auch bestens. Schön war aber vor allem, dass auch etwas schwierigere Lieder wie das göttliche “Vier Stunden Vor Elbe 1“ oder das R’n’B-getränkte “Geh doch hin" gespielt wurden. Neben der wunderbaren Hingabe zur Melancholie werden Element of Crime besonders auch für die gewitzten Texte Regeners geschätzt, und die wirken live natürlich genauso gut. Nur in den forscher gespielten Rock-Stücken wie “Jung und schön“ und “Immer unter Strom“ konnte sich seine Stimme nicht behaupten und ging etwas unter.

Live hinterlassen Element of Crime einen mich nicht immer befriedigenden Eindruck. Vergleiche mit den Aufnahmen auf den Alben drängen sich bald auf und fest steht, dass Stücke wie “Weisses Papier“ oder “Draussen hinterm Fenster“ mit zusätzlichen Instrumenten wie etwa dem Akkordeon gleich doppelt so schön sind (ohne das Mitsingen und –pfeifen irgendwelcher Clowns im Publikum übrigens auch). Die Lücken werden zwar durch frische Ideen gefüllt, aber zu schön wäre es trotzdem, Element of Crime mal mit Klavier, Streicher, Akkordeon und weiteren Instrumenten live auftreten zu sehen. Vielleicht bei einem nächsten Mal. Dieses Jahr boten Element of Crime nun einmal mehr einen weiteren feinen Auftritt, der zwar den Vorangegangenen ziemlich glich, aber das Publikum trotzdem sehr zufrieden stellte.

Element of Crimes jüngste Veröffentlichung “Mittelpunkt der Welt“ ist seit 30. September 2005 im Handel erhätlich.

> Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > Konzertlokal

Foto: Sebastian Imbach
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