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Interpol - 30.06.05 - Fri-Son Fribourg

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von Ivana Leiseder am Sonntag, 3. Juli 2005 in Konzertberichte   
Interpol - 30.06.05 - Fri-Son Fribourg

Switch Off The Bright Lights


Die Initialzünder der New New Wave-/Retro-Welle Interpol zeigten am Donnerstag mit einer viel zu kurzen, unspektakulären Darbietung unmissverständlich, welche Zutaten es braucht, um die schreibende Rezensentin in missliche Stimmung zu versetzen.

Interpol sind gut. Sie sind sogar sehr gut, ja gar besser als vieles andere auf dem Markt Befindliche und bekanntlich die Anführer der Retro-Welle. Und die New Yorker beherrschen ihr Handwerk wohl wie keine Zweiten, wie sie am Donnerstag (30. Juni 2005) in Fribourg anschaulich demonstrierten. Aber reicht das für ein gelungenes Konzert? Auf diese Frage antwortet meine Wenigkeit entschieden: NEIN.
Ohne Vorgruppe und mit einer knappen Stunde Verspätung - oh ja! - betraten Interpol adrett gekleidet die grossartig belichtete Westschweizer Bühne. Ja, wie junge Götter sahen sie aus inmitten der farbigen Lichter und neben den grellen Neonröhren, die für stimmiges Ambiente sorgten. Eingestimmt wurde sogleich mit „Next Exit“, das makellos über die Bühne gebracht wurde. Weitere Songs wie „Evil“, „Slow Hands“, „Not Even Jail“, „Public Pervert“, „C’Mere“, „A Time To Be Small“ vom aktuellen Album „Antics“ und „Say Hello To Angels“ sowie „Roland“ vom Erstling „Turn On The Bright Lights“ folgten, und auch diese wurden technisch sehr gut dargeboten. Interpol spielten und rockten, was das Zeug hielt – keine Frage – und erwiesen sich als grossartige Musiker, die ihresgleichen suchen. Paul Banks erinnerte mit seinem stoischen Auftreten und verstörten Blick stellenweise gar an Joy Divisons Ian Curtis und Exzentriker Carlos D. entzückte mit hervorragendem Basspiel. Auch Daniel Kessler und Sam Fogarino an E-Gitarre, resp. Drums, und der unbekannte Keyboarder überzeugten ohne Zweifel. Da bei Gespieltem aber kaum Abweichungen zu den Studioaufnahmen zu erkennen waren und die Songs ohne merkliche Interpretationen (und Kommentare) dargeboten wurden, machte sich spätestens nach einer halben Stunde elendige Langeweile breit. Zu perfekt, zu geschliffen klang das Quartett (resp. Quintett), zu getrimmt, zu distanziert. Als Interpol dann auch bereits nach läppischen 50 Minuten zur Zugabe anhoben, ging ein überraschtes Raunen durch die Halle. Viel Zeit zu meckern blieb jedoch nicht, denn die viertelstündige Zusage übertraf die zuvor gespielten Songs um Meilen und brachte das Fri-Son definitiv zum Kochen. Paul Banks & Co. gaben also noch einige wenige Stücke (darunter „NYC“ und „Obstacle 1“ von "Turn On The Bright Lights") zum Besten, bevor’s dann nach einer guten Stunde hiess: Winke, winke.
Fazit: Sehr gut gespielt, aber irgendwie viel zu kurz, unspektakulär, gewohnt, ja darf man es so direkt sagen: langweilig. Oh, und DER Song aller Interpol-Songs "Stella Was A Diver And She Was Always Down" fehlte leider. Na ja, wie dem auch sei: Wir mögen euch trotzdem und geben euch gutmütig drei Sterne. Auf Wiedersehen.


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