Iron & Wine an den Musikfestwochen in Winterthur, 18. August 2011 |
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| von Philippe Feer am Freitag, 19. August 2011 in Konzertberichte | |
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Der Speaker nannte die Sponsoren und sprach ein Loblied auf die
nordamerikanische Musikkultur. Daraufhin kündete er Iron & Wine an
und wollte hinter der vortretenden neunköpfigen Band verschwinden. Doch
Sam Bean schien die euphorische Rede gefallen zu haben. Er dankte dem
Speaker freundlich, obwohl er die Ansage wahrscheinlich nicht verstanden hat.
Ich habe mich vor diesem Konzert gefürchtet, weil Gratiskonzerte in der gefüllten Steinbergstrasse neben ein paar Bewunderern des flüsternden Musikers auch viel Eventpublikum zum Kommen auffordern. Ich habe mich aber in erster Linie auf den Auftritt gefreut, weil ich diesen Künstler, dessen erstes Lofi-Album „Creek Drank the Cradle“ bis zum neusten bunten Wurf „Kiss Each Other Clean“ durchgehend begleitet und ich bisher stets live verpasst habe. Aber ist das der richtige Rahmen? Ich konnte mir nicht vorstellen, wie das leise Flüstern auf dieser Bühne wirken soll. Das Rezept war entsprechend einfach: Die neuen Songs boten der vielseitigen Band, die durchgehend vollzählig präsent war, ein reiches Feld an musikalischen Möglichkeiten an, Instrumentalparts auszudehnen und zu garnieren. Die elektronischen Einsprengsel des Albums – wie im einfältigen Opener „Walking Far from Home“ - wurden angenehm verringert und die jeweilige Stimmung der Songs und deren Variationen wurden ins Zentrum gestellt. Sam Bean sang die melodiösen Passagen mit Unterstützung der Backgroundsängerinnen stark mit und liess die lediglich versbetonten Songs oft einleitend oder abschliessend wirken. Das Publikum freute sich trotz viel Gequatsche auf die stimmungsvollen Interpretationen und war von hervorragenden Übergängen, den eindrücklichen Saxophonparts und dem Duo an den Drums hörbar begeistert. Nach etwa einer Stunde wurden vermehrt Songs vom vorletzten Album „Sheperd's Dog, die weniger Interpretationsspielraum, aber mehr Rhythmus und Melodie verlangen, gespielt. Fast zum Schluss des Abends wagte sich Bean noch an seinen Klassiker „Jesus, the Mexican Boy“ und eine bloss gesungene Zugabe von "Flighless Bird, American Mouth" heran. Ersteres war mehr ein Experiment, weil die feinen Zeilen von der Musik auf offener Bühne kaum getragen werden konnten, der zweite wirkte, obwohl die umhängende Gitarre nicht zum Einsatz kam, fragil und magisch zugleich. Die bilderbetonte Sprache ging akustisch und wegen der Dichte zwar oft verloren und trotzdem waren die meisten vom euphorischen Konzert begeistert. Ich hätte ihm auch die Hand geschüttelt.
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