Konzertausblick August 09 |
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| von Redaktion am Freitag, 31. Juli 2009 in Konzertberichte | |
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Noch ist der Sommer nicht zu Ende und es gibt nochmal in der ganzen
Schweiz und im nahen Ausland Festivals und weitere Konzerte, die nicht
zu verpassen sind. Diesen Monat unter anderem mit Lamb, Jarvis Cocker, The Kooks und This Will Destroy You.
Dem einen oder anderen geht beim Anblick eines selbstgezündeten Vulkans während knapp 30 Sekunden bekanntlich der Schuss ab. Wer auf das ulkige Feuerwerksgeknalle, die obligate Cervelat und den masslosen Bierkonsum verzichten will, soll doch bitte den Sprung über die Grenze ins anschauliche Feldkirch wagen und den alljährlichen, ach so geschichtsträchtigen Abend mit vernünftigen Österreichern begiessen. Das Poolbar-Festival bietet ein hochwertiges Musikprogramm in gemütlicher Atmosphäre. Den Abend eröffnen um 20.30 Uhr A Life, A Song, A Cigarette. Die sechsköpfige Truppe geniesst den Ruf, Österreichs Antwort auf Bright Eyes zu sein, man lasse sich überraschen. Um 21.30 kann man sich dann von den texanischen Postrockern This Will Destroy You den Kopf wegblasen lassen um gleich danach (falls man von This Will Destroy You nicht schon kaputtgerockt ist), etwa um 22.30 mit den Indie-Rockern The Rakes ordentlich das Tanzbein zu schwingen. Wer sich ein besseres 1. August-Programm vorstellen kann, soll dies bitte tun, ansonsten: ab nach Feldkirch! [Rezension zu The Rakes - Ten New Messages]
Brienzersee Rockfestival in Brienz (7.-9. August)
Vom Freitag, 7. bis Sonntag, 9. August findet im Berner Oberland wiederum das legendäre Rock-Fest statt. In diesem Jahr zieren die Bühne mehrheitlich Backdrops von regionalen Bands. Zwei englische Bands stechen jedoch im Programm hervor: John Coghlans’s Quo und The Sweet. John Coghlan (Drums) ist Mitgründer von Status Quo und tourt heute als Status Quo-Tributeband unter seinem Namen in allen hehren Ländern herum. The Sweet – die süsse Brit-Glamtruppe ist wohl jedem Rocker ein Begriff… Wie Eingangs erwähnt, sind hauptsächlich Schweizer Interpreten am Start – um einige zu nennen: die Mundart-Rocker Hamschter und Aextra aus Thun, der unverwüstliche Hanery Amman, Patent Ochsner, die Innerschweizer Hardrocker Charing Cross, die Klamauktruppe Bagatello auf Ihrer Abschiedstour sowie die Emmentaler von Shakra. Mit diesem durchmischten Angebot an Musikanten kommt sowohl Grosskind und Grossvater auf seine Kosten – also, ab nach Brienz… Raue, rohe Gitarre. Eine beinahe schreiende und dennoch melodiöse Stimme. Kurze Songs. Hohes Tempo.Genrezuteilungen sind ja generell eher etwas Schwieriges. Indierock? Rock? Lo-FI? No-Fi? Eigentlich absolut unwichtig. Auch mit ihrem vierten Album "Now I Can See" haben uns The Thermals ein Meisterwerk hergezaubert. Zu hören sind etwas poppigere Ansätze. Dennoch wurde das harmonisch Grobe, das The Thermals zu The Thermals macht, beibehalten. Wenn solche Musik auf Platte funktioniert, tut sie‘s auch live. Hingehen. For Noise Festival in Pully bei Lausanne (20.-22 August) Die Absage von Phoenix mag dem einen oder anderen einen Stich ins Herz versetzt haben, aber wenn Jarvis Cocker dafür als Ersatz kommt, dann sind die Belgier schnell vergessen. Die mittlerweile dreizehnte Ausgabe des kleinen, aber feinen Festivals in einem Vorort von Lausanne wird auch dieses Jahr wieder überzeugen. Neben Grössen wie Mike Skinner alias The Streets oder Erik Truffaz (mit Sly Johnson und Pipon Garcia) treten an diesem Festival-Wochenende auch zahlreiche Indie-Darlings (Moriarty, Ghinzu, Deerhunter, Black Angels, Ebony Bones, Metronomy) und Schweizer Hoffnungen (Anna Aaron, Mama Roisin) auf. Wie jedes Jahr: Programmatisch das vielleicht feinste Festival der Schweiz Wenn der grosse Daniel Johansson mit seiner kleinen Mandoline die Bühne betritt, sieht das bereits seltsam aus. Und fängt er erst einmal an rumzujammern, zeichnet sich bestimmt ein Lächeln auf den Gesichtern der Konzertbesucher ab. Friska Viljor fanden zusammen als zwei Bandmitglieder zur gleichen Zeit von ihren Freundinnen verlassen wurden. Ihre Erfahrungen verpackten sie in Lieder mit tragisch-komischen Texten, sie selbst nennen ihre Musik „Kindermusik mit erwachsenen Texten“. Nachdem sie einige Zeit als Vorband durch die Lande tingelten und sich so einen Namen machen konnten, haben sie sich mittlerweile zum Hauptact gemausert. Anspruchsvoll? Nein. Dafür richtige Stimmungsbomben, Lacher und Patzer inklusive. [Rezension zu Friska Viljor -Tour de Hearts]
The Black Angels in der Roten Fabrik in Zürich (23. August)
Die schwermütigen Gitarrenriffs und Sitar Ragas der psychedelischen Rockband The Black Angels bohren sich ins Gehirn. Ganz im Sinne ihrer Vorreiter und Inspirationsquellen aus den sechziger und siebziger Jahren, spielen sie rohen Bluesrock mit psychedelischem Einschlag, der das Publikum hypnotisiert. Und dann ist da noch der kehlige und betörende Gesang von Alex Maas, der nach dunklen, verlassenen Highways und Jim Morrison tönt. Seit nun mehr als fünf Jahren wirkt die fünfköpfige Band aus Austin / Texas und gilt noch immer als Geheimtipp.
Danko Jones und The Kooks an den Musikfestwochen in Winterthur (28. August)
Die Musikfestwochen Winterthur bieten nicht nur ein sensationelles Gratis-Programm (u.a. Kissogram, Bonaparte, oder die weiter oben erwähnten Friska Viljor) sondern auch äusserst lohnenswerte Konzerte (ja, mit verkraftbarem Eintritt, dafür umso namhafter.) Insbesondere soll an dieser Stelle auf den 28.08 verwiesen werden. Der kanadische Rüpel-Rocker und Grimassen-Akrobat Danko Jones wird das Publikum mit seiner berüchtigten, energiegeladenen Bühnenpräsenz sowie seinen druckvollen Akkorden ordentlich ins Schwitzen bringen. Die Kooks aus Brighton runden den Abend dann mit melodisch-eingängigem Indie-Retro-Wieauchimmer-Rock ab. Lohnenswerter Anlass, so oder so. [Interview mit The Kooks] [Rezension zu Danko Jones - B-Sides] Ein Freudentag für “Trip Hop“-Freunde: Die Organisatoren trommelten drei Acts aus den Glanztagen des Genres für einen gemeinsamen Konzertabend auf. Martina Topley-Bird wird den musikalischen Reigen eröffnen - als Solo-Künstlerin ist sie zwar erst lange nach dem Hype um den Bristol-Sound aufgetreten, ihre Stimme verhalf aber bereits 1995 dem Debüt von Tricky zu legendärem Ruf. Zeichnete sich Trip Hop bis dahin vor allem durch seine düstere Natur aus, so verpassten Morcheeba aus London mit ihrem “Who Can You Trust?“der Bewegung ganz neue, viel freundlichere und poppige Seiten. Der Band ging allerdings ihr grösster Trumpf verloren: Sängerin Skye trennte sich vor sechs Jahren von der Band, nach längerer Durststrecke fanden Morcheeba aber mit neuen Stimmen (fast) zu alter Stärke zurück. Auch Lambs Bandgeschichte ist relativ bewegt. Seit ihrem vierten und bislang letzten (eher mässigen) Album sind bereits sechs Jahre vergangen, die Band hat sich zwischenzeitlich aufgelöst, spielt diesen Sommer nun aber mehrere Konzerte. Ihr selbstbetiteltes Debüt aus 1996 vereinte den britischen Jungle/DnB-Sound mit Vocals (was schliesslich auch in so etwas ähnlichem wie Trip Hop resultiert) und gilt als eines der besten britischen Alben des vergangenen Jahrzehnts.
» 1 Kommentar
1Kommentar
am Montag, 3. August 2009 08:50von Paul G. Ich finde, die legendären Dinosaur Jr. am 24.8 im abart wären auch noch eine Erwähnung wert.
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