Konzertausblick März 2010 |
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| von Redaktion am Montag, 1. März 2010 in Konzertberichte | |
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Jonathan Meiburg scheint mit Shearwater nun wirklich glücklich zu sein. Der Ornithologe verabeitet mit seiner ursprünglichen Zweitband, nachdem er bei Okkervil River definitiv abgesprungen ist, Persönliches und entwickelt daraus epische und luftige Ohrwürmer. Das neue Album "The Golden Archipelago", das eben erschienen ist, soll hingegen wieder mehr einem Konzeptalbum gleichen. Seien wir gespannt: Vor einem Jahr durfte wir neben die Band im La Fourmie in Luzern stehen und ihnen wortwörtlich über die Schulter blicken. Im Vorprogramm tritt der experimentelle Songwriter David Thomas Broughton auf, der dieses Jahr gleich mit zwei Alben aufwarten soll. Viel Neues also, viel Ungerhörtes! IAMX in Les Docks in Lausanne (4. März), im Dynamo in Zürich (5. März) und in der Schüür in Luzern (6. März) Chris Corner und seine eigenwillige Truppe beehren endlich die Schüür. Die skurrile Figur war einst Frontmann der mittlerweile kultigen SneakerPimps und ist seit 2004 als IamX unterwegs. Mit „Kingdom of Welcome Addiction“ hat Corner nach „Kiss and Swallow“ (2004) und „The Alternative“ (2006) ein weiteres Meisterwerk zwischen düsterem Triphop, heftigem Electroclash und eigenwillig eingängigen, teilweise zerbrechlichen Melodien geschaffen. Wer IamX bereits einmal live gesehen hat weiss, dass ihn in Luzern, Zürich und Lausanne neben gewaltigen Beats eine äusserst sehenswerte Live-Performance erwartet. Rezension zu IAMX - The Alternative
The Album Leaf im Südpol in Luzern (4. März), im Bad Bonn in Düdingen (5. März) und im Palace in St. Gallen (6. März)
Der ehemalige Gitarrist von Tristeza und Bassist bei The Black Heart Procession, Jimmy LaValle, hat sich Zeit gelassen. Und plötzlich liegt da vor kurzem ein Cover vor, das Lust macht und eventuell die langersehnete Abwechslung bringt. Die hauptsächlich instrumentalen Songs pendelten zwischen Post-Rock und Pianomusik, zwischen Sigur Ros und Caribou, zwischen Island und San Diego. Auf dem neuen Album "A Chorus of Storytellers" hat es mehr Stimme und wie der Titel sagt ;auch mehr Songs an sich. Die New-Wave Band The Go Find aus Belgien macht den Support. Noch sind die Nächte länger als der Tag, noch immer ist es draussen meist kalt und nass. Perfekte Voraussetzungen um sich an diesen Samstagabend Beach House in kleinem Ambiente anschauen zu gehen. Betonung auf "noch". Spätestens seit dem Release ihres dritten, von den Kritikern überall zurecht hoch gelobten Albums, "Teen Dream", gelten Victoria Legrand und Alex Scally, die beiden Köpfe hinter Beach House, als die neuen "Indie-Darlings". Live bekommt das Duo zusätzlich Unterstützung vom Percussionisten Daniel J. Franz, was dem schwelgerischen Wall of Sound zusätzliche Intensität verleiht. Sollte man auf keinem Fall verpassen. Im Vorprogramm werden Tilia auftreten. Exakt ein Jahr nach seinem letzten Besuch kehrt der Electro-Avantgardist Daedelus nach Zürich zurück. Wer einmal hinging und den Zugang zum einzigartigen und sehr tanzbaren Sound gefunden hat, geht immer wieder, und wenn mit Dimlite ein Seelenverwandter und gleichwohl das womöglich grösste Talent der Schweizer Electronica-Szene mit dabei ist, dann erst recht. Daedelus wir übrigens auch am Electron Festival in Genf (4. April) zu sehen sein. Rezension zu Daedelus - Denie's the Day's Demise
Russian Circles im Le Romandie in Lausanne (9. März) und in der Roten Fabrik in Zürich (20. März)
Mit „Geneva“ erreichten die Russian Circles aus Chicago ihren bisherigen Höhepunkt. Wenn es nach ihnen geht, ist ihr instrumentaler Metal-Postrock Musik für jedes Alter. Und wer bei solchen Aussagen entweder langfädige Laut-Leise-Epen unterstellt oder meint, dieser Bereich sei mit ISIS bereits allumfassend abgedeckt, der wird sich gerne eines Besseren belehren lassen. Hier prallt die Wall of Sound nicht einfach am Publikum ab, sondern wird derart energetisch und dicht vorgetragen, dass man auch gerne zweimal hingeht: Zum einen nach Lausanne und zum anderen nach Zürich.
Shining in der Dampfzentrale in Bern (17. März)
Die norwegische Band Shining hat sich über die Jahre immer mehr vom Free-Jazz in Richtung Black Metal entwickelt, was ihr ein völlig neues Publikum erschliesst und beispielsweise auch die Aufmerksamkeit des Verfassers dieser Zeilen weckte... der Zeitpunkt scheint günstig, das Ende Januar erschienene Album BlackJazz strotzt Power und verbindet diese mit wilden Keyboards und Noise-Attacken. Psst - ein Geheimtipp. Benjamin Biolay mag hierzulande nicht allen ein Begriff sein. Tatsächlich kennt man ihn vor allem bei unsern französischen Nachbarn, wobei er auch dort eher als Songschreiber denn als Interpret bekannt ist. Was eigentlich verkehrt ist, denn Benjamin musiziert schon seit frühester Kindheit (Tuba und Violine) und brachte seine erste Single 1997 heraus. Seitdem gab es all paar Jahre ein Album, doch fällt er dem grossen Publikum erst auf, als er für Henri Salvador ein Comeback-Album schreibt ("Chambre avec vue"). Von einigen wird er als der junge Gainsbourg gefeiert, für andere gehört er "einfach" einer neuen Generation Chansonniers an. Was er nun am ehesten ist, kann man am 27. März in Genf herausfinden. Rezension zu Benjamin Biolay - La Superbe Portrait zu Polar
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