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Navel im Schokoladen in Berlin, 21. Januar

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von Philipp Gautschi am Donnerstag, 10. Februar 2011 in Konzertberichte   
NavelWie es der Zufall wollte, war ich am 21. Januar zwecks Stadterkundung und Plattenjagd irgendwo in Berlin, als ich erfuhr, dass Navel im Schokolade(n) (ja, so heisst die Kneipe bzw. das nette, nicht-rauchfreie... entsprechend gemütliche... Konzertlokal) spielen würden.

Nichts wie hin und erst mal die Vorband Abeueda reinziehen. Allem Anschein nach Berliner Urgesteine mit grauenvollen Frisuren, die irgendwo zwischen Metal, Punk, Gegrunze und Sauffest musizierten. Unterhaltsam. Nach kurzer Zeit bzw. einigen Bieren stellen sich drei schlacksige Gestalten auf die Bühne und beginnen sogleich, das winterlich bekleidete Publikum (Garderobe? Wer braucht sowas...nur mit Mütze, Schal und Wintermantel lässt es sich, Schulter an Schulter, richtig rocken) zu entzücken. Die Bühnenpräsenz ist in höchstem Masse lobenswert. Dass sich die Band schon quer durch Europa spielte, war mir bewusst. Entsprechend gekonnt war die Performance. Sänger Jari Altermatt singt, spielt, schreit und mundharmonisiert mit einer charmanten Mischung aus Aggression und anscheinender psychischer Abwesenheit. Ich wurde bzgl. Bühnenverhalten des Frontmannes an Gustav Noren oder Liam Gallagher erinnert. Die Band spielte relativ kurz und ohne Zugabe, dafür äusserst intensiv eine Auswahl neuer Songs. Diese wirkten live bedeutend bluesiger als ab Platte. Die Mischung aus heftigen Riffs und dezentem, Bass- und Schlagzeug- lastigem Spiel gefiel äusserst gut. Zum Schluss bzw. nach kompletter Verausgabung der Spielenden, baumelte die Gitarre am leicht in Mitleidenschaft gezogenen Kronleuchter. Einzelne Berliner staunten nicht schlecht ob des energiegeladenen, Grunge-typischen, an Zerstörungswut grenzenden Schlussbouquets des Schweizer Trios. Schliesslich gilt es an dieser Stelle die anwesenden Eidgenossen, also die Band, Fabian, Flurin und Ursi wie auch Arne zu grüssen.

Mein Fazit: ob auf Platte oder auch live, Navel überzeugen voll und ganz. Die Leserschaft möchte sich bitte selbst davon überzeugen.
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