Son, Ambulance - 15.04.05 - Boa Luzern |
|
|
| von Philipp Gautschi am Sonntag, 1. Mai 2005 in Konzertberichte | |
|
Von Indie-Rock und Biobier
Ich war, soweit ich mich erinnern kann, noch nie zuvor in der Boa;
eigentlich erstaunlich, treten dort doch des Öfteren ganz gute Bands
auf. Ihr Ruf als Kulturzentrum verbindet sie irgendwie mit der aktiven,
antikapitalistisch-links-vegetarischen Szene, die ich aus persönlichen
Gründen eigentlich zu meiden versuche. Als jedoch Son, Ambulance
aufspielten, folgte ich dem Ruf meiner Schwester, wieder mal ein
anständiges Konzert anhören zu gehen.
Lustigerweise begann dieses erst etwa um 23.30 Uhr, was uns die im
Nachhinein etwas unglückliche Möglichkeit eröffnete, zuvor etwas am See
rumzusitzen und ein wenig anzustossen. Trotz allem waren wir viel zu
früh in besagtem Lokal, zahlten den wohl fairsten je bezahlten
Eintrittspreis (12.- für Studis, danke) und warteten mit Appenzeller
Biobier (was soll man denn sonst trinken in Luzern, der geliebten
Eichhof-Hochburg) auf den Auftritt der erstaunlich jungen Burschen. Das
Konzert fand in einem kleinen Neben(konzert)raum statt, da der grosse
Saal aufgrund Reklamationen seitens der Anwohner nach 23.00 Uhr
geschlossen sein muss. Dies störte noch nicht, da auch der kleinere,
jedoch gemütlichere Saal nur etwa halb voll war; im richtigen
Konzertsaal hätte man sich wahrscheinlich verloren. Sobald die Band
aber zu spielen begann, ärgerte der "Saal" jedoch gewaltig (eigentlich
ärgerte vor allem die anwesende Musikanlage, der Rest war tiptop), die
Akustik war bemitleidenswert, die Boxen gaben wahrscheinlich alles, was
in ihnen steckte, doch von satten Bässen und klaren Tönen keine Spur.
Ich kann mir jedoch vorstellen, dass der Raum aus Anstandsgründen
gegenüber der schlafenden Nachbarschaft absichtlich nicht mit High-End
Boxen ausgestattet ist - was schade war, denn die Band spielte wirklich
gut, während die Appenzeller Biobiere langsam aber sicher ihre Wirkung
zeigten. Es wurde gemütlicher, anständiger Indierock gespielt, gute
Melodien, schöne Musik. Mir fehlten zwar die musikalischen Ausraster
und Ausreisser ein wenig, da die Band (vor allem der Herr am Piano)
doch sehr grosses Improvisationspotential besass, sich aber immer
wieder selbst zügelte und zurückhielt. Schade, es wären problemlos
10-minütige Gitarrenorgien möglich gewesen. Es war nicht gerade die
Pogo-Hölle los, das Publikum hörte zu und genoss die gemütliche
Stimmung, was mir viel sympathischer ist, als stundenlang mit dem
Gleichgewicht zu kämpfen, weil "tanzende", eher rempelnde Chaoten im
Saal unnötig umher füsseln wie z.B bei Dover erlebt. Schlussendlich ein
gelungenes, freundlich-kleines Konzert mit grauenvollen Kopfschmerzen
Tags darauf; wahrscheinlich fehlten mir die gewohnten Chemikalien im
genannten Bio-Gebräu...
Links: - www.saddle-creek.com/html/son_frame.html - www.boaluzern.ch
» Noch keine Kommentare
Es gibt bisher noch keine Kommentare.
» Kommentar schreiben
Nur registrierte Benutzer können Kommentare schreiben.
Bitte melden Sie sich an oder registrieren Sie sich. |
| < Zurück | Weiter > |
|---|




