Mit dem ersten Schnee der Saison kam auch das Zürcher Publikum zum ersten Konzert seit dem Release von „Monday's Ghost.“ Schon seit Wochen war das Konzert ausverkauft und die Erwartungen an die frischgebackene Nummer 1 der Charts dementsprechend riesig.
Mit gut einer halben Stunde Verspätung betrat eine anfangs leicht unsicher wirkende Sophie Hunger die Bühne, um mit einer intimen, in Mundart gesungenen Klaviernummer den Abend zu beginnen. Unsicher, weil sie sich nach dem Song erst mal auf der Bühne zurechtfinden musste. Doch das sollte sich im Anschluss und dem „Walzer für Niemand“ wieder legen. Dies wohl auch, weil sich die ersten Mitmusiker auf der Bühne einfanden, um Sophie tatkräftig zu unterstützen. Und eines gleich vorneweg: mit ihnen hat sie sich eine äusserst charismatische und spielfreudige Equipe zusammengesucht. Allen voran der Posauner Michael Flury, welcher in Höchstform aufspielte und dementsprechend auch von Sophie und dem Publikum mehr als einmal zurecht gefeiert wurde.
Das Augenmerk der Songs an diesem Abend lag dann vor allem beim neuen Material. Mal zärtlich ruhig, dann wieder emotional beschwingt. Sophie und Band boten ein äusserst abwechslungsreiches und doch homogenes Programm. Souverän wechselte sie von Gitarre zu Klavier und zurück. Im Vordergrund immer ihre warme und soulige Stimme, die über allem thronte. Mit „Citylights“ gab es gar noch einen kurzen Abstecher in die düsteren und gespenstischen Gefilde der Musikwelt. Gespenstisch ruhig verhielt sich auch das Publikum während den intimen Songs, man hätte Stecknadeln fallen hören können.
Dass Sophie mit dem Druck immer besser umzugehen wusste, zeigte sich auch an den witzigen, frisch von der Leber kommenden Ansagen. Mit „Markteplace“ und „Leaving the Moon“ wurden gegen Ende noch zwei ältere Lieder angestimmt.
Genauso souverän und überzeugend, wie das ganze Set. Man merkte, hier hatte man es mit einer Künstlerin zu tun, die Spass an der Sache hatte. Einer Künstlerin, die was Ausdruck und Gestik betraf, stark an die junge Suzanne Vega erinnerte.
Nach gut 90 Minuten, diversen Zugaben und einem kurzen Auftritt Jürg Halters, alias Kutti MC, beendete Sophie Hunger das Set mit einem Mundartstück, welches angenehm an das melancholische „Campari Soda“ von Taxi erinnerte. Erst als passenderweise Armstrong's "What a Wonderful World" aus den Boxen ertönte, machte sich ein Teil des Publikums auf den Weg raus in die kalte und verschneite Oktobernacht.
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