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Stimmhorn & Kold Electronics - 17.04.05 - Theaterhaus Gessnerallee Zürich

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von Ivana Leiseder am Sonntag, 1. Mai 2005 in Konzertberichte   

Schräg - schräger - Stimmhorn
(eine wahre Geschichte)

Vom Album "Igloo" sehr angetan, begaben wir von ::exit.music:: uns alle nichts ahnend nach Zürich ans Konzert von Stimmhorn & Kold Electronics und führten uns die wohl schrägste musikalische Darbietung unseres Lebens zu Gemüte - nicht ohne Folgen.

Es sollte doch bloss ein schöner, erholsamer Abend werden... Alle ::exit.music::-Köpfe versammelt, begann alles mit einem netten Abendessen, nach dem man sich voller Vorfreude zum Theaterhaus Gessnerallee begab, um den Alpentüftlern Stimmhorn und deren Kollaboration Kold Electronics zu lauschen. Das ganze Team war sich einig, mit "Igloo" etwas Grossartiges, ja etwas Spassiges entdeckt zu haben. Die Bühne im Saal des Theaterhauses Gessnerallee, der übrigens nur zur Hälfte gefüllt war, sah auch ganz nett aus: Verschiedenste Alphörner, umgebaute andere Hörner, Örgeli, Schläuche, Büchsen und sonstige Kuriositäten waren schön ordeli aufgestellt, das Keyboard und der Mac Kold Electronics' auch einsatzbereit. Pünktlich betraten die Stimmhörner Balthasar Streiff und Christian Zehnder die Bühne und eröffneten die Show mit einem ausufernden, laaaaangsamen Intro. Gleich bei den ersten Gesangsproben Zehnders, der mit seiner Stimme und der Motorik sowohl verblüffte ALS AUCH verstörte, blickte man umsichtig nach der Linken und Rechten, um die Reaktionen der anderen zu sehen. Bereits ein wenig verwirrt und ein nervöses Zucken im Gesicht feststellend, liess man sich aber nicht ablenken und hörte weiter zu. Kold Electronics betrat beim zweiten Stück die Bühne und steuerte ausgefallene elektronische Klänge zum Stück "Woshnuhi", "Sancho" oder "Libido" bei, Streiff spielte wie ein Verrückter und mit fast makelloser Perfektion jegliche Blasinstrumente (, was zu meinem Leidwesen schon fast nach Free-Jazz klang!) und Zehnder gab den Stücken mit seiner Stimmperformance, die sich zwischen Jodeln, Obertongesang, Raunen, Glucksen etc. bewegte, das gewisse Etwas und würzte die Einlagen mit einer Komik, die zuweilen besser hätte dosiert sein sollen. Manchmal ist weniger mehr.
Stimmhorn & Kold Electronics brachten die Stücke ihrer "Igloo"-Kollaboration musikalisch fast perfekt über die Bühne, keine Frage, und überzeugten teils gar noch mehr als auf CD, d.h. interpretierten frei. ("Woshnuhi" z.B. wurde hervorragend dargeboten.) Das Konzert liess keine Zweifel daran, dass es sich bei den Protagonisten um wahre Musiker handelt, bei denen die Musik in jeder Ader pulsiert. Der Spass war offensichtlich vorhanden, was sich bei den unzähligen unerwarteten (und, ja, darf man es denn sagen... unerwünschten?) Zusätzen und Einlagen zeigte.
Das Konzert dauerte über 1 1/2 Stunden und wir unsereins hätten eine Pause DRINGEND benötigt. Stimmhorn & Kold Electronics' Musik in aller Ehre, das war einfach zu lang. Die Darbietung war doch ziemlich kopflastig und nur schwer fassbar, was ja nachgerade nach einer Verschnaufspause geschrien hätte. Jedenfalls begannen wir alle nach spätestens einer Stunde nervös und peinlich berührt auf unseren Stühlen herumzurutschen und die Leute aus unserem Team ohne Gelenks- oder Rückenbeschwerden stampften nach dem Konzert in Windeseile aus dem Konzertsaal. Wir sind uns alle einig, ein sehr "interessantes", ja verrücktes Konzert gesehen und gehört zu haben, das aber auch seeeeeeehr viel Energie forderte. Na ja, jedenfalls waren wir überaus froh, auf dem Heimweg locker-flockigem Trip Hop lauschen zu können. Aber auch der und selbst die Nine Inch Nails halfen nicht, um das manische Gedudel zu vergessen: Die Schreibende jedenfalls lag an jenem Abend bis 6 Uhr morgens wach im Bett und wurde wie wild von den Stimmhörnern gejagt. "Woshnuhi?!?!" - "Um Himmels willen, neeeeeiiiiiiin!!!"


Links:

- www.stimmhorn.ch
- www.gessnerallee.ch

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