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Eno









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The Unwinding Hours & This Will Destroy You in der Roten Fabrik in Zürich, 16.07.2011

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von Michael Messerli am Montag, 18. Juli 2011 in Konzertberichte   
Unwinding HoursPostrock und Post-Aereogramme
The Unwinding Hours am See auf der Sommerbühne. Craig B. meint, sie hätten sogar das schöne Wetter mitgebracht. Das ist nicht nur ironisch, weil die Band aus Schottland kommt, sondern auch weil Iain Cook offensichtlich den Sonnenschutz vergessen hat.

Bei besten Bedingungen eröffnen sie ihr einstündiges Konzert mit „Knut“ und „Tightrope“. Danach folgt bereits der erste von zwei neuen Songs, die klar machen, dass sich The Unwinding Hours nicht neu erfinden werden und dass sie das auch ganz klar nicht müssen. Warum? Das neue Material fügt sich nahtlos ein und lebt von derselben umwerfenden Schönheit wie das Debüt. Bei dem einen wird sogar Tempo gemacht und beim anderen stellt sich erneut heraus, wie unglaublich wirkungsvoll die fantastische Rhythmussektion der Band ist. Vor allem das Schlagzeug treibt viele Songs mit einer verspielten Eigenheit an und gibt der melancholischen Schwere stets einen leichtfüssigen Rahmen. Die Vorfreude auf ein neues Album könnte also nicht grösser sein. Die chronischen Underdogs zweifeln derweil an ihrem Bekanntheitsgrad, nicht ganz zufällig natürlich, und kündigen die neuen Songs als solche an – relativieren aber gleich, dass für viele im Publikum wohl sowieso jeder Song ein neuer ist.

unwindinghours2.jpgDas eine oder andere Bandshirt in der Menge und der eine oder andere Ruf nach Aereogramme-Songs lassen aber vermuten, dass dem nicht zwangsläufig so ist. Die Wünsche bleiben unerhört, die Band aus Glasgow verweilt beim aktuellen Album. Den ausgesprochen guten Sound zerlegen sie bei „There Are Worse Things Than Being Alone“ und insbesondere mit drei Gitarren im Schlusspart von „The Final Hour“, das wie gewohnt alles in Grund und Boden stampft, bis die Ohren klingeln. Der ganz in schwarz gekleidete Craig B. versprach, später noch in den See zu hüpfen und als bleicher Geist die Menschen zu verschrecken. Tatsächlich aber huscht er zunächst fleissig im Publikum herum, als This Will Destroy You die Bühne betreten.

Die Texaner, deren Bandname Prügel und Schmerzen versprechen, sind ganz im Gegenteil eine Postrock-Band, die von Atmosphäre lebt. Das passt zum Eindunkeln an diesem warmen Sommerabend und so türmen This Will Destroy You Fläche um Fläche vor einem auf – so unscheinbar sie selbst auf der Bühne stehen. Mit Ausnahme von Bassist Donovan Jones, aber auch dessen rote Schirmmütze sitzt schräg auf dem Kopf, das Gesicht vor den Blicken des Publikums schützend. Zu Beginn wirkt das alles ein wenig langatmig und zuweilen mit Effekten überladen. Mit fortschreitender Dauer und erkennbareren Songstrukturen schwappt die Welle dieser vielschichtigen Musik aber immer mehr auf die Menschen am See über. Die Köpfe nicken, die Gedanken schweifen ab und die druckvollen Parts der Band stossen wuchtig, manchmal gar erhaben in den kaum erleuchteten Nachthimmel. Wortlos verlassen sie die Bühne, so wie sie gekommen sind. Zugegeben, viel gemeinsam haben die beiden Bands nicht. Für einen möglichst kurzweiligen Samstagabend aber eigentlich kein schlechter Umstand.


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