Farbiger Blingbling-Pop riss mich in eine Welt, wo gute Laune herrscht und Indisch die Nationalsprache ist.
Schon die Vorband begeisterte mich: Zwei Jungs, Gitarre und Spielzeugxylophon, Electro meets Singer/Songwriter. Das Ganze nennt sich
Jack Beauregard und ich werde mir den Namen ganz klar merken. Zwar hielten die beiden ihre Lieder im melancholischen Bereich, was aber nicht übel war, da ich später mit Timid Tiger sowieso eine Überreizung an Regenbogenmusik erhalten würde.
Anschliessend eine Ansage Mikelli Mikalkos, dem indischen "Manager" und angeblichen Bruders des Leadsingers von Timid Tiger: Die Band trete in einigen Minuten auf, worauf der Saal ins Dunkle gestürzt wurde und Musik aus der Dose abgespielt wurde. So kann man ein Publikum auch anheizen. Die Spannung steigt also und schliesslich kommen die fünf Jungs mit Electric Island auf die Bühne gestürzt. Alle mit obligatorischem Neohippie-Haarband, Sänger Keshav in hautengen Shorts und nackten Füssen. Dann wurde ein Hit an den andern gereiht: "Gadget Girls", "Palm Beach Bar", "House of Love". Nur schon die Titel der Songs lassen an Sommer und Party denken, automatisch bewegten sich Beine und Füsse im Takt. Keshav zeigte seine extra für die Show gelernten Moves während die anderen Musiker das Publikum hüpfen und klatschen liessen. Zwischen den vielen Ohrwürmern versteckten sich aber auch einige wenige Balladen, so zum Beispiel "The Gardener", bei dem sogar der Keyboarder nach vorne geholt wurde und uns von Sabrina die Ukulele vorgestellt wurde.
Zu "Ina Meena Dika", einem indischen Volkslied, wie Keshav behauptete, wurden Mädels auf die Bühne gebeten, die dem restlichen Publikum sorgfältig gebastelte Songtextplakate aufhalten durften. Auch die Lichttechnik zeigte sich von seiner besten Seite, sogar Mikrophonständer und das Schlagzeug leuchteten im Dunkeln, was das Kind in mir strahlen liess.
Bei Timid Tiger schwingen immer die Wörter "absurd" und "durchgeknallt" etwas mit. Nur schon der Name des letzten Songs, einem von unverständlichen und eher seltsamen Rap-einwürfen gewürzten Song: "Rabbit on Fire". Auch die Tatsache, dass sie Britney Spears "Womanizer" oder den 80er Hit "Break My Stride" übernehmen und sich aneignen. Sie passen nicht ganz ins Schema der Indiebands und mischen auch gerne R&B, Punk oder Ska Elemente mit in ihren eigentlich sehr poppigen Sound. Alles in allem eine richtige Show, mit Witz und Charme.
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Setlist:
Intro
Electric Island
Gadget Girls
Palm Beach Bar
House of Love
My Girl's A Rascal
Let The City Save Us
Combat Songs
Break My Stride
The Gardener + Outro
Loveboat
Womanizer
Miss Murray
Ghost Town
Transylvanian Lovestory
Downtown City Nights
Ine Meena Dika
Rabbit on Fire