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Eno









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Ivo Münger

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[Playlist Archiv]
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TonhalleLATE in der Tonhalle, Zürich, 7.11.08

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von Lukas Meyer-Marsilius am Dienstag, 11. November 2008 in Konzertberichte   
TonhalleLATE in der Tonhalle ZürichWenn der DJ und der Cellist ...
Zum zwölften Mal hat in Zürich die Veranstaltung TonhalleLate stattgefunden, die einem jungen Publikum klassische Musik schmackhaft machen soll.

Normalerweise beginnen Konzerte in der Tonhalle, Zürichs renommiertem Konzerthaus, um halb acht und im Anschluss gehen die Leute nach Hause oder vielleicht auf ein Glas Wein in eine nahegelegene Bar. Die Besonderheit des TonhalleLate ist, dass das Orchester erst um zehn Uhr abends loslegt und danach ein Electro-DJ zusammen mit einigen Solisten des Orchesters die Leute zum Tanzen bringt. Dadurch soll vor allem ein junges Publikum angesprochen werden, das auch gekommen ist. Der Saal war ziemlich voll, auch dank vielen Jugendlichen und Studenten.

Das eröffnende Konzert, das eine gute Stunde dauerte, wurde von Chefdirigent David Zinman geleitet. Als erstes kam „Sensemayá“ vom mexikanischen Komponisten Silvestre Revueltas dran, ein eingängiges, von Dschungelrhythmen geprägtes Stück aus dem Jahre 1937. Danach wurde „Chronochromie“ von Olivier Messiaen gespielt, eine wichtige Komposition der Neuen Musik von 1960, ein schräges Werk voller Dissonanzen, gleichermassen schwer für Musiker und Zuhörer, das die Mühe aber lohnt. Das Programm wurde abgerundet durch das bekannte, im Vergleich zu Messiaen poppige „Boléro“ von Maurice Ravel.

Anschliessend ging man über zum tanzbaren Teil des Abends. Vor einem riesigen Bildschirm, auf dem verpixelte Leni Riefenstahl-Remixes liefen, spielte erst Robi Insinna a.k.a. Headman einige Songs mit einem Cellisten des Orchesters und einem Klarinettisten, wobei dies nicht wirklich überzeugen konnte. Zu uninspiriert waren die jazzigen Improvisationen des Bläsers. Das Ganze wirkte gesucht und passte nicht wirklich zusammen. Interessant war aber die doch leicht irritierte Reaktion des Publikums auf das Einsetzen der ersten Beats. Danach kamen die David Gilmour Girls, zwei (männliche) DJs, die mit dem Solo-Schlagzeuger des Orchesters einige Songs performten, dabei aber selten über sphärische, elektronisch ergänzte Rock-Klänge hinauskamen.

Nach diesen kurzen Kollaborationen von Clubmusik und Klassik folgte ein DJ-Set von Robi Insinna, eine wilde Mischung aus 80ies, 90ies, House. Die Leute tanzten und hatten Spass, aber um 2 Uhr war die Tanzfläche schon leer. Irgendwie hatte man das Gefühl, alle seien froh gewesen, dass es fertig war. Ich ging unentschlossen nach Hause: Einerseits war das Konzert sehr schön gewesen und es kam auch an bei den Leuten, andererseits könnte man meiner Meinung nach deutlich mehr aus der Verbindung von elektronischer und klassischer Musik herausholen. Aber vielleicht hatte ich einfach zu viel erwartet und der DJ meinen Geschmack nicht getroffen.

> Offizielle Webseite > Headman > Davidgilmourgirls
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