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Eno









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Urumchi im Moods in Zürich, 6.1.2011

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von TheNoise am Montag, 10. Januar 2011 in Konzertberichte   
Welthaltige Improvisation, lyrisch und voller Groove. Das Improvisationsquartett Urumchi schrumpft zum Trio, klingt aber auch in reduzierter Besetzung grossartig.

Das Improvisieren geht ungewollt noch weiter als geplant: Der Cellist Alfred Zimmerlin ist krank und schrumpft das Quartett zum Trio. Würde es nicht selbst verraten, dass es in dieser Konstellation gelegentlich vom Pfad abkommt, es bemerkte wohl niemand. „Das war eigentlich erst die erste Strophe“, erklärt Saadet Türköz überrascht, als das Publikum im Wechsel zwischen zwei Sequenzen applaudiert und so die Musiker zum Ende zwingt. Das gehöre eben auch zur Improvisation, kommentiert Fredy Studer lachend, und man empfehle sich gleich in die Pause. So früh denke ich, obwohl die Zeit dafür durchaus schon gekommen ist. Urumchi lassen offenbar die Zeit vergessen.

Das Quartett ist mit dem Schlaurumchigzeuger Fredy Studer, dem Akkordeonisten Hans Hassler und Alfred Zimmerlin an Cello und Keyboard mit Schweizer Urgesteinen besetzt, die schon lange die Schweizer Musikszene mitprägen. Sie bieten Innovation aus Tradition, auch wenn das wie der nachgeäffte Werbespruch eines beliebigen Technikunternehmens ist. In unterschiedlichen Besetzungen loten die drei ihre Spielräume aus, bei Urumchi gemeinsam mit der in Istanbul geborenen Sängerin Saadet Türköz.

Diese rezitiert und singt mit eigenwilligem Duktus. Ihr geht es mehr um Klang und weniger um Wohlklang. Ihre Lautmalereien – die Stimme gelegentlich schmerzhaft reibend – sind nicht unmittelbar nachzuvollziehender Ausdruck. Das den überwiegend in Türkisch gesungenen Texten zugrunde liegende Gefühl ist mitunter kaum zu ergründen. Fredy Studer unterlegt die Klängen virtuos, vielfältig und melodisch. Zum poetisch-ruhigen Einstand lässt der Perkussionist Wasser plätschern. Er entlockt dem Gong ein Glissando, indem er ihn in das Wasser taucht. Später drischt er auf ein kleines Becken, das  auf der Snare-Drum liegt, oder bespielt das Becken mit einem Cello-Bogen. Virtuos und phantasievoll prägt er über weite Strecken das Konzert. Studer ist nicht der erste, der die Trommeln mit den Händen schlägt. Doch sein Spiel ist absolut originär, und wie er mit Saadet Türköz und Hans Hassler interagiert, ist für mehr als für den Augenblick gemacht (auch wenn man sich weder Stimmung noch Klänge einpacken und mit nach Hause nehmen kann).

Hassler gibt den Solitär. Wie immer in sich versunken, wie abwesend in seiner eigenen Welt, scheint er mit seinen auch bei leisen Stellen oft angestrengt fest zusammengekniffenen Augen für die stimmungsvolle Interaktion kleinen Blickkontakt zu brauchen. Mal liefert er eine unbegreiflich lange Zeit den Bordun-Ton, auf dem die anderen abheben können, später geht er (aber noch immer in sich versunken) beflügelt aus sich heraus -- mit vollem Klang, rhythmisch und, obwohl kaum sperrig, mitunter herrlich vertrackt.
Bei Urumchi ist auch gut aufgehoben, wer vor freiem Jazz Respekt hat. Die Gruppe hebt zwar – im positiven Sinn – gehörig ab, ist aber gleichzeitig geerdet.
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