News und Infos
Newsletter
NewsletterAbonniere unseren kostenlosen Newsletter und bleibe so immer auf dem Laufenden.






RSS-Feed
Der RSS-Feed von ::exit.music::
Abonniere unseren RSS-Feed!
Login / Registrierung

Partner

Advertisement
Playlist: Paul Klur
Paul Klur







MONO
Holy Ground: NYC Live
The Antlers
Cold War EP
Omega Massif/Mount Logan
Split
Shearwater
The Golden Archipelago
The Hirsch Effekt
Holon : Hiberno

[Playlist Archiv]
Zukunftsmusik
6.2.
Lindstrøm – Six Cups of Rebel
The Twilight Sad – No One Can Ever Know
Sharon Van Etten – Tramp
Of Montreal – Paralytic Stalks
Goldfrapp – The Singles
Sharon van Etten - Tramp

alles lesen
exitmusic.ch on Facebook

Blaulicht & Zwielicht (2)

Drucken E-Mail
von Michael Messerli am Freitag, 18. Juni 2010 in Specials   
BlaulichtDas Korsett der Sprache
Da steht man plötzlich, in einem Übungsraum in der Nähe von Olten, und diskutiert darüber, ob und wie man zusammen Musik machen will. Standpunkte und Demos werden ausgetauscht. Alternative auf Berndeutsch. Die Rückmeldungen gleichen sich: Irgendwie erwarte man zu dieser Musik englische Texte, immer dieses harte „Ch“. Grundsatzdiskussionen. Auch schon früher, mit dem Kumpel in der Bar. Man könne mit Berndeutsch nun mal keinen Erfolg im Ausland haben. Teenagerträume. Man bringt Beispiele als Gegenargument: Sigur Rós oder Kaizers Orchestra. Klar, die genannten Bands machen ungewöhnliche Musik. Die Sprache ist aber auch ein Alleinstellungsmerkmal: Exotic becomes erotic. Warum das nicht nutzen? 

Im Interview mit VISIONS sagt Sebastian Madsen: „‘Baby, komm zurück, für immer‘. Wenn man das mit einfachen Worten sagen kann, gefällt mir das. Das Problem ist, dass es die deutsche Sprache ist. Es gibt dieses Korsett, in das sich manche Bands zwängen und dabei dann immer wieder die Frage: Was darf ich, und was darf ich nicht?“ Eine gute Frage. Man kann es natürlich machen wie Sophie Hunger, die gleich mehrere Sprachen nutzt. Andererseits muss man eben auch eine andere Sprache beherrschen. Wieso in Englisch texten und singen, wenn man nicht in der Lage ist, in Englisch zu denken? Ein Blick nach Deutschland (z.B. Slut) oder Skandinavien (z.B. Mando Diao) beweist, dass man diesem Anspruch gerecht werden kann. Ein häufiges Argument hierbei ist, dass Hörer die Texte gerne verstehen wollen. Aber wer alles versteht englische Texte wirklich? Vor allem zu Beginn seiner musikalischen Sozialisation. Oder abstrakte, kryptische Texte wie die von The Mars Volta? Das Verständnis alleine kann es nicht sein. Dennoch gilt in der Regel die Prämisse: Wer über die Landesgrenzen hinaus Erfolg haben will, der singt in Englisch. Da kommt man aber kaum um einen Sprachaufenthalt herum. So gesehen gehört der zu jedem Businessplan einer Band, will man nicht nur den heimischen Markt bedienen. Die Freiheit des Musikschaffenden steckt also bereits bei der Wahl der Sprache in einem Korsett. Ausser man ist in der Lage, dermassen herausragende Musik zu machen, dass die Herkunft der Sprache nebensächlich wird. Aber das steht halt oft nicht im Businessplan.

 


» Noch keine Kommentare
Es gibt bisher noch keine Kommentare.
» Kommentar schreiben
Nur registrierte Benutzer können Kommentare schreiben.
Bitte melden Sie sich an oder registrieren Sie sich.
 
< Zurück   Weiter >