Genre: Pop | Label: Stockholm Records (Universal Music)
Brain-Cardigan
Mit “A Camp” präsentierte Cardigans-Frontfrau Nina Persson vor fünf
Jahren ihr erstes und bis heute einziges Soloalbum, das zwar nicht
ungehört, aber wahrscheinlich unterschätzt blieb.
Zu verdanken ist die Aufmerksamkeit, die dem Album zweifelsohne zuteil wurde, der eingängigen Single „I Can Buy You“, einem scheinbar locker-poppigen Liedchen, das sowohl im Radio wie auch auf MTV mehr oder minder häufig gespielt wurde. Dies bedeutete einerseits, dass die Scheibe wahrgenommen wurde, andererseits aber, dass man sie vielleicht als den oberflächlichen, zuckersüssen Pop abschrieb, der sie beim ersten Hinhören zu sein scheint. Im Prinzip ist das nicht falsch. Wer nicht mehr erwartet, der kriegt 14 Songs, die alle ihre Melodie haben, nett klingen und dank origineller Instrumentierung und ausgedehnter Genrewilderei von Folk über Rock hin zu Country oder Trip Hop auch bei mehrmaligem Hören nicht langweilen. Jedoch verbirgt sich hinter Perssons Debüt mehr als das melancholische Gesäusel der durchschnittlichen Popelfe. Eine ganze Menge mehr. Feststellen kann man das bereits mit einem Blick auf die Trackliste. Während die Titel von so mancher CD aus einem Pool von etwa 20 Worten (feel, love, dream, usw.) zusammengestellt werden können, stehen hier Dinge wie „Algebra“, „Rock`n`Roll Ghost“ oder „Walking The Cow“. Dies führt einem schnell zur Erkenntnis, dass A Camp mit der bisherigen Tradition, wonach jene Schweden an vorderster Front des Alphabets (ABBA, A-Teens) keine schlauen Texte haben, bricht und dieser in beeindruckender Weise sogar entgegenwirkt.
Mancher Künstler aus der Singer-Songwriter Fraktion würden Texte von diesem Kaliber in den Fokus stellen und darauf bedacht sein, dass keine allzu angenehmen Töne die Konzentration von seinem lyrischen Werk ablenken. Nicht so Miss Cardigan, die ihre unkomplizierten, aber durchwegs bemerkenswerten Zeilen mit massentauglich süssen Klängen kombiniert und somit die Chance gehört und die Gefahr, überhört zu werden, einberechnet.
Kurz gesagt: A Camp ist ein kitschiges Stück Mainstream-Melancholie, ist reiner Pop, ist süsse Resignation und die Begleitmusik für jede Teeniedepression. Aber eben noch viel mehr.
„You veiled me in your haze/ Like a puppet in your lace/ Amazing disgrace/ From your silverspoon substance”
(Such A Bad Comedown)
„Here`s my plead/ My never ending repeat/ I`m a circular cry-baby/ With no on to trust/ I`m restless and mad/ And anciently sad/ If someone wants to kill me/ Go ahead but make it fast”
(The Same Old Song)
Seit 27. August 2001 im Handel.
Anspieltipps: Frequent Flyer; Elephant; I Can Buy You; Song For The Leftovers
Trackliste: 1) Frequent Flyer; 2) I Can Buy You; 3) Angel Of Sadness; 4) Such A Bad Comedown; 5) Song For The Leftovers; 6) Walking The Cow; 7) Hard As Stone; 8) Algebra; 9) Silent Night; 10) The Same Old Song; 11) The Odness Of The Lord 12) Rock`n`Roll Ghost; 13) The Bluest Eyes In Texas; 14) Elephant
similar artists: The Cardigans, Joan Osborn, Natalie Imbruglia
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Bio:
Der Name „A Camp“ entstand aus der kommunen Stimmung, die bei den Aufnahmen herrschte, wobei sich alle wie in einem Camp fühlten. Hauptfiguren des fröhlichen Treibens waren Nina Persson, die mittlerweile 32-jährige Frontfrau der Indie-Popband The Cardigans, sowie Produzent Mark Linkous von Sparklehorse. Dieser kam aber erst später ins Spiel. Alle Songs auf der Scheibe wurden bereits Ende der 90er unter dem Produzenten Niclas Frisk aufgenommen. Persson vermisste bei diesen Aufnahmen aber die Atmosphäre, welche sie sich für ihre Songs wünschte, worauf sie die Platte mit Linkous gemäss ihren Vorstellungen neu aufnahm.
Nina Persson ist aber nach wie vor Sängerin der Strickjacken, die 2004 ihr letztes Album „Long Gone Before Daylight“ herausgaben.
Diskographie:
> A Camp (2001)