A Perfect Circle - Thirteenth Step |
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von Michael Messerli am Samstag, 29. November 2008 in ältere Schmuckstücke
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Genre: Alternative, Progressive Rock | Label: Virgin Records
In Perfektion
Lieder, welche dich zum Verschwinden bringen. Die zwölf Schritte von A Perfect Circle führen dich hinauf, ziehen dich weg von der Schwerkraft – und lassen dich die Wahl für das Leben selber treffen. Damit du bereit bist für den letzten Schritt.
Schon erstaunlich, wie viel Zeit sich der Beginn von „Thirteenth Step“ einerseits lässt und wie druckvoll er dem Hörer andererseits das Mantra von Maynard James Keenan in den Kopf hämmert: „Mine, mine, mine/ Take what's mine“. Josh Freese, seinerseits einer der begnadetsten Drummer auf dem Planeten, schlägt seine stockenden Salven dermassen präzise und zum richtigen Zeitpunkt, dass man meinen könnte, der eigene Puls passe sich ihm an. Hauptinitiant Billy Howerdel hält sich dabei stets im Hintergrund, in dieser von den Medien zur Supergroup ernannten Ansammlung musikalischer Genialität (Jeordie White, James Iha und Troy van Leeuwen sind auch mit von der Partie). Soviel Bescheidenheit behagt scheinbar dem Herrn Keenan, der in diesem Projekt sichtlich weniger verspult und verkompliziert daherkommt als in seiner Hauptband Tool. Der Mann, der den 4/4-Refrain hasst, lässt sich ab und an zu einem konventionellen Song hinreissen, ja gar zu einem Hit wie „Weak and Powerless“. Natürlich ist das noch lange nicht Schema F, die technische Raffinesse in diesem Stück lässt es sogar meilenweit davon entfernt sein, aber es ist kurz, zugänglich und auf den Punkt gebracht.
Auf den Punkt bringen es A Perfect Circle sowieso immer wieder, mit glasklarem Sound und den von Keenan gewohnt pointierten Texten: „Lying to my face again/ Suicidal imbecile/ Think about it/ Put it on the faultline/ What'll it take to get it through to you precious“. Klare Ansagen in einem wirren Mix von ternären und binären Drumparts. „Pet“ ist nicht minder angriffig und ganz bestimmt kein Schlaflied: „Counting bodies like sheep/ To the rhythm of the war drums“. Das ist gross. Solche Bilder vermögen Howerdel und Keenan viele zu zeichnen. Um Abhängigkeiten soll es als Ganzes gehen, um ein Zwölf-Schritte-Programm. Der dreizehnte Schritt wird dann wohl derjenige in die Befreiung sein, das kann und darf man interpretieren, wie man will. Über die Perfektion dieses Kreises kann es aber nur eine Meinung geben.
Seit 2003 im Handel.
> Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > Label
Anspieltipps:
> Weak and Powerless
> The Outsider
> Pet
Diskographie:
> Mer de Noms (2000)
> Thirteenth Step (2003)
> eMOTIVe (2004)
Ähnliche Künstler:
> Tool
> Deftones
» 1 Kommentar
1Kommentar am Dienstag, 13. Januar 2009 19:09
verdammt gut geschriebene Rezi, respekt!
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