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Air - Moon Safari (1998) (Virgin France/EMI Music)

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von Magdalena Oehen am Dienstag, 1. März 2005 in ältere Schmuckstücke   
Anspruchsvolles EasyListening

Air - Moon Safari (1998) (Virgin France/EMI Music)Der Erstling des französischen Duos Air hat bereits wenige Jahre nach seiner Erscheinung Kultstatus erreicht. "Moon Safari" ist das perfekte Chill Out-Album, Musik zum Relaxen, Musik zum Ausklinken. Entspannend aber doch anspruchsvoll, wird man getragen von einer Klangwolke, gewebt aus feinsten retro-futuristischen Klangkonstruktionen.

Die Franzosen Nicholas Godin und Jean-Benoit Dunckel haben mit "Moon Safari" ein erstaunliches Debüt abgeliefert. Obwohl die beiden oft und gern als "kleine Brüder" ihrer Landsmänner Daft Punk gehandelt werden, zielt die Musik von Air doch in eine völlig andere Richtung: Weniger Tanznummern, dafür chilligere Beats; weniger Elektronik, dafür Retro-Elemente und schöne, eingängige Melodien; weniger Techno, dafür mehr EasyListening.
Der Opener "La Femme d'Argent" - ein 7-minütiges Chill Out-Meisterwerk - lässt bereits erahnen, was da auf den Hörer zukommen wird. Über einem fein gesponnenen Klangnetz aus Streichern und Piano konkurrieren Bass und Keyboard um die Aufmerksamkeit des Zuhörers. Entgegen allen Vorurteilen spielen die beiden Franzosen die Instrumente tatsächlich selbst und benützen keineswegs nur Samples. Das nur so am Rande. Der Follow-Up "Sexy Boy" ist trotz seines chilligen Grundtones ein äusserst tanzbarer Track - und war auch kommerziell ein Riesenerfolg.
Und dann: "All I Need". Ein Song, den, wie ich zu behaupten wage, jeder kennt und doch keiner weiss, wessen goldenes Händchen ihn komponiert hat. Der perfekte Chill Out-Beat, der feine, unaufdringliche Gitarrenriff und die Vocals der Amerikanerin Beth Hirsch lassen den Hörer die Welt rundherum vergessen, man schliesst die Augen und befindet sich plötzlich weit, weit weg im Universum des Relax und der Leichtigkeit. Es ist wunderbar.
"Ce Matin La" ist ein weiterer meiner Favourites. Eine wunderbar eingängige Tuba(!)melodie wird in diesem Song von einer fragilen Klangkonstruktion aus Streichern, feinen Beats und leisen Basslines getragen. Die beruhigende Wirkung dieses Songs lässt sich nicht abstreiten.
Obwohl sich "Moon Safari" schon seit einigen Jahren in meinem Besitz befindet und den Weg in meinen CD-Player schon unzählige Male gefunden hat, werde ich seiner nie müde. Die Beats bleiben relaxt, die Basslines ausgeklügelt und anspruchsvoll. Das ganze Album wird getragen von einer unglaublichen Leichtigkeit und einem unwiderstehlichen Charme, der wohl französischer nicht sein könnte.
Immer wieder ein Hörerlebnis wert.


Seit 16. Januar 1998 im Handel.

Anspieltipps: La Femme d'Argent, All I Need, Talisman, Ce Matin La
similar artists: Hooverphonic, Emiliana Torrini

> Hören und Kaufen > Offizielle Seite > Label > CH-Vertrieb

Bio:
Obwohl Nicolas Godin und Jean-Benoit Dunckel beide in Versailles aufwuchsen, lernten sie sich erst auf der Universität kennen. Dunckel spielte zu dieser Zeit in einer Alternative-Band namens Orange. Einer seiner Bandkollegen gewann Godin als neues Bandmitglied, und während erstgenannter die Band verliess, um auf Solopfaden weiterzugehen, wurde aus Dunckel und Benoit 1995 das Duo Air. Von 1996 bis 1997 veröffentlichten sie mehrere Singles, bis sie 1998 ihr vielgerühmtes Debütalbum "Moon Safari" auf den Markt brachten. Die Single-Releases "Sexy Boy" und "Kelly Watch The Stars" aus "Moon Safari" genossen moderaten kommerziellen Erfolg. Die Promo-Tour für "Moon Safari" führte Air quer durch Europa und die USA. 1999 wurden ihre ersten Single-Releases unter dem Namen "Premiers Symptomes" auf den Markt gebracht. Es folgten der Soundtrack zu Sofia Coppolas Film "The Virgin Suicides" (2000) und ihr zweites Studioalbum "10'000Hz Legend", das aber von Kritikern und Publikum weniger euphorisch aufgenommen wurde als ihr Debüt. Mit "Talkie Walkie" veröffentlichte das Duo 2004 sein vorerst letztes Album.

Air - Moon Safari (1998) (Virgin France/EMI Music)
Diskographie:
> Moon Safari (1998)
> Les Premiers Symptomes (1999)
> The Virgin Suicides (2000)
> 10'000Hz Legend (2001)
> Talkie Walkie (2004)


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