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Archive - Unplugged (2004) (Eastwest/Warner Music)

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von Ivana Leiseder am Dienstag, 1. Februar 2005 in ältere Schmuckstücke   
Beautiful Noise

Archive - UnpluggedArchive unplugged? Ein Paradoxon, das es in sich hat, aber Archive sind durchaus fähig, auch nur mit akustischer Gitarre und Piano begleitet wundervolle Musik zu präsentieren. "Unplugged" ist der beste Beweis dafür.

1997 mit Trip-Hop begonnen und später zu Progressive Rock gewechselt, sind Archive bekannt dafür, wundervolle, elektronische Klangteppiche zu erzeugen, die mit elegischen Gitarren- und Keybordwänden und wummernden Beats gemischt werden. "Unplugged" fasst mit den besten Stücken eine kleine Unplugged-Tour zusammen, die 2004 veranstaltet wurde. Mit den vor einer kleinen Audienz in den Pariser Davout Studios eingespielten Tracks verhält es sich gewissermassen gleich wie mit einer Frucht: Das Wertvollste tritt erst zum Vorschein, wenn Schale und Haut abgelöst werden. Auf "Unplugged" werden so jegliche Synthesizer, Verstärker etc. weggelassen und die Tracks aufs Wesentliche, auf den Kern, reduziert. Craig Walkers Stimme wird bloss von zwei akkustischen Gitarren und einem Piano begleitet, was Archives Musik ganz andere, noch nie da gewesene Dimensionen verschafft. Eine faszinierende Intimität und Intensität wird erzeugt, die neue Welten im Archive-Kosmos enstehen lässt. Walkers Stimme scheint eindringlicher, aber auch freundlicher denn je und zusammen mit der reduzierten Instrumentierung erhalten bekannte Archive-Songs wie "Fuck U" oder "Noise" ein gänzlich neues Gewand, in dem sie durchaus in der Lage sind, die gewohnten, opulenten Klangteppiche um einiges zu überbieten.
Der grösste Teil des Materials auf "Unplugged" stammt aus "Noise" (2004) und zwei der Tracks aus "You all look the same to me" (2001), die nach jahrelangem Suchen nun die musikalische Sprache von Archive definieren. Zwei eindringlich gespielte Coverversionen ("Girlfriend in Coma" von The Smiths und "Game of Pool" von Santa Cruz) erweitern "Unplugged" um den Bekanntheitsfaktor und stellen so eine Bereicherung dar. Als zusätzliches Schmankerl legen Archive noch einen oben drauf und bieten einen bisher unveröffentlichten schlichten, aber wunderschönen, abschliessenden Track ("Run") dar.
Resümiert kann gesagt werden, dass Archive mit ihrer akustischen Darbietung nichts an ihrer Intensität einbüssen müssen, im Gegenteil. Zarte Pianoklänge, feine Gitarrenakkorde und Walkers nackte Stimme lassen einen die Ohren noch mehr spitzen und den Klängen lauschen. Der Erfolg des Unplugged-Konzepts wurde spätestens dann deutlich, als Archive es während ihrer Clubtour schafften, die Hallen zu füllen, obwohl zur gleichen Zeit die EM in vollem Gange war. Diese erste Unplugged-Platte schreit geradezu nach mehr und man darf sich schon jetzt auf weitere Werke freuen. Hoffentlich weiterhin mit Craig Walker.


Seit 25. Oktober 2004 im Handel.

Anspieltipps: Fuck U, Noise
similar artists: Porcupine Tree, Radiohead, Oceansize

> Hören und Kaufen > Offizielle Seite > Label > CH-Vertrieb

Bio:
Angefangen haben Archive, d.h. Darius Keele und Danny Griffiths, 1996 mit dem triphoppigen Londinium und nahmen zwischenzeitlich mit wechselnden Vokalisten und -innen auf. Bandinterne Konflikte führten dazu, dass Keele und Griffiths zunächst wieder alleine da standen, bevor sie 1999 mit neuer Sängerin "Take My Head" veröffentlichten. Aus verschie- denen Gründen hinterliess das Album bei den beiden erneut Unzufriedenheit und erst die Bekanntschaft mit Craig Walker, der auf eine Anonnce hin zur Band stiess, lichtete den Himmel am Archive-Horizont. Die beiden wegweisenden Alben "You All Look The Same To Me" (2001) und "Noise" (2004), auf denen sie sich vom Trip Hop abwenden und sich dem Progressive Rock verschreiben, entstanden und kürzlich wurde sogar ein Unplugged-Album veröffentlicht.

Archive - Unplugged (2004) (Eastwest/Warner Music)
Diskographie:
> Londinium (1996)
> Take My Head (1999)
> You All Look The Same To Me (2001)
> Noise (2004)
> Unplugged (2004)
 
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