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Eno









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Blackmail - Science Fiction

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von Philipp Gautschi am Mittwoch, 1. Juni 2005 in ältere Schmuckstücke   

Label: Blunoise Records

Blackmail - Science FictionPerfekter kann Alternative Rock nicht klingen
 Was soll man über die wohl beste Alternative Rock Band der Welt schreiben, wie findet man die passenden Worte, um die 12 auf dieser CD enthaltenen Meisterwerke einigermassen ihrer Genialität entsprechend zu beschreiben und überhaupt, welches der bisher vier perfekten Alben hat den Platz als Meilenstein des Monats verdient? Ich entschied mich spontan für "Science Fiction" und produzierte den Versuch einer Lobhymne.

Wie auf meiner Top Ten Liste ersichtlich, ist diese Band mein absoluter, unerreichter Favorit. Und diesen Platz hat sie aus folgenden Gründen mehr als verdient: Bisher fand ich noch keine Band, die nur annähernd derart faszinierende, dichte, energiegeladene, untypische Gitarrenwände sowie schräge, abartige, perfekte Melodien auf Tonträger brannte. Zusammen mit der unverwechselbaren Stimme Aydo Abays entstehen unglaubliche, typisch Ebelhäuser'sche Klanglandschaften, die einem auch nach dem 10000sten Anhören dieser CD kalte, jedoch äusserst angenehme Schauer den Rücken runter laufen lassen. Man spürt eine seltsame, unheimliche und vielleicht genau deswegen anziehende Macht sowie Energie in diesen Stücken. Eiskalt reissen die Gitarren, manchmal nur wie klare, wunderschöne Bergbäche, grösstenteils jedoch wie gigantische, zerstörerische Ströme, die dich mitreissen, zu Überschwemmungen werden, alles um dich herum kaputt machen, dich jedoch wie auf Federn mittragen, dir kein Haar krümmen, denn du fühlst dich sicher aufgehoben im Nichts, hast die Augen geschlossen und geniesst die Kälte. Immer wieder spielen die Instrumente verrückt, verlassen die eingeschlagene Richtung, weichen ab und rasten in kontrolliertem Durcheinander aus. Nur schon der erste Akkord auf "Londerla" knallt dermassen, dass alles bisher Gehörte nach Zillertaler Schürzenjäger klingt. Die Welt scheint stillzustehen bzw. nur noch aus diesen gewaltigen Gitarrenwänden zu bestehen. Um dieses Gefühl mal zu erleben, empfehle ich "Londerla", "Gone Too Soon Too Far", "Dental Research '72", "Smoke Gutter" und "Iodine". Die "ruhigeren" Stücke wie "Feeble Bee" oder "Mu" enthalten unerreichte Spannung, die Erwartung auf das kommende Gitarrenspiel droht einen zu zerreissen, doch schon bald wird man erlöst und auf den nächsten Flug in die Tiefen der aus Gitarren bestehenden Wunderwelt mitgenommen.

Die Band begleitet mich auf meinem unschlüssigen Weg durchs Leben nun seit drei Jahren beinahe täglich und ich kann immer noch nicht genug von ihr kriegen. Wie eine Droge (einfach doppelt so stark in ihrer Entfaltung und ohne lästige Nebenwirkungen) berauscht diese Musik meine Gedanken, Gefühle und Wahrnehmungen, das Suchtpotential ist enorm und die Vorfreude auf die nächste Überdosis bzw. das neue Album (wahrscheinlich Herbst '05) lässt sich kaum mehr zügeln. Ich entschuldige mich sogleich für die Schwärmerei, doch hört, staunt und fliegt selbst...

Seit 29. Januar 1999 im Handel.

Anspieltipps:
alle Stücke sowie alle anderen Alben
similar artists: Scumbucket

> Hören und Kaufen > Offizielle Seite > Label

Bio:
Seit Ende '93 existiert die Band und kämpfte sich erst mit Mini-Konzerten und Wohnzimmer-Aufnahmen durch, bis ihr zweites Album "Science Fiction" unerwarteten Aufruhr sowie ordentliche Bewunderung auslöste. Mit "Bliss, Please" (v.a. der Singleauskopplung "Same Sane") schlugen sie ein wie eine Bombe und sind seither nicht mehr aus der mitteleuropäischen Rocklandschaft wegzudenken. Zwischenzeitlich feierten sie grosse Erfolge in Japan und gelten als eine der besten Alternative-Bands im deutschsprachigen Raum. Eine genauere, von Aydo Abay persönlich verfasste, empfehlenswerte Biografie findet man auf ihrer Homepage.

Blackmail
Diskographie:
> Blackmail (1997)
> Science Fiction (1999)
> Bliss, Please (2001)
> Friend Or Foe (2003)
> Soundtrack zu "Kammerflimmern" (2005)
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