Ire Damien Rice hat 2002 sein mit Platin ausgezeichnetes Debütalbum "O" in Grossbritannien veröffentlicht und letzten November erschien eine Neuauflage des Meisterwerks auch in deutschen Gefilden. Höchste Zeit.
Damien Rices Laufbahn ist wie viele andere Karrieren ebenfalls mit der häufig verwendeten Redewendung "Vom Tellerwäscher zum Millionär" zu betiteln, ist er doch vor einigen Jahren noch durch ganz Europa geirrt, um sich seinen Unterhalt mühsam als Strassenmusiker zu verdienen. Heute ist Damien Rice ein internationaler Star, nach dem sich sogar Hollywood reckt. Der Song "The Blower's Daughter" aus dem Erfolgsalbum "O" wurde als Titelsong für den Film "Closer" (Julia Roberts, Jude Law) lizenziert, "O" passend zum Kinostart neu aufgelegt und somit einer breiteren Masse zugänglich gemacht. "We might kiss when we are alone when nobody's watchin'. We might take it home we might make out when nobody's there. It's not that we're scared it's just that it's delicate." Mit diesen Worten leitet Damien Rice den ersten Song ("Delicate") aus "O" ein. Begleitet wird er sachte von einer akustischen Gitarre und einer sanften Perkussion, bevor im Refrain das Cello, das auf seinen Songs immer wieder auftaucht, die Runde komplettiert. Zart und zerbrechlich am Anfang, wird Damien Rices Stimme am Ende des Songs eindringlich berührend und seine Verzweiflung wird deutlich zum Ausdruck gebracht. Damien Rice erzählt auch in den folgenden Songs aus "O" Geschichten über die Liebe - mal schwärmt er für eine Frau, ist glücklich, aber dann wiederum ist er enttäuscht, verzweifelt, traurig. Die überaus ehrlichen und zutreffenden Texte werden insgesamt von einer spärlichen Instrumentierung untermalt, die Platz macht für Damien Rices und Gesangspartnerin Lisa Hannigans zerbrechlichen und zuweilen doch kräftigen Stimmen, die den Inhalt der Lieder noch anschaulicher machen. Rice und Hannigan agieren wie in einem Rollenspiel als liebestrunkene Individuen, die sich gegenseitig die Liebe gestehen, sich streiten, sich versöhnen. Die Musik auf "O" wird oft mit den Attributen "Folk" und "Singer-Songwriter" verbunden, aber es handelt sich bei diesem Geniestreich um viel mehr als das: Damien Rice bindet in Songs wie "Volcano" ein trauriges und zugleich jazziges Cello ein, fügt "Cheers Darlin'" ein Jembe bei, Violinen finden sich auf "Amie" wieder, Chor- und Operngesang auf "Cold Water" und "Eskimo" usw. (um nur ein paar Leckerbissen zu nennen), womit er den gewöhnlichen Folk- und Singer/Songwriter-Rahmen bei weitem sprengt. Mal verzweifelt, melancholisch, glücklich singt er mit solchem Herzensblut und solcher Authentizität, dass man zuweilen erschrickt und sich als Eindringling in die intime Welt des Troubadours und Träumers fühlt. Diese Momente währen jedoch stets kurz, wird man doch mit dem nächsten Klang unweigerlich wieder in seine Welt gesogen. Damien Rices Songs lassen einen augrund ihrer wahrhaftigen Schönheit erschaudern und trotz aller Verzweiflung findet man sich am Ende des Hörerlebnisses hoffnungsvoll wieder. Auf der Neuauflage befinden sich nebst den Tracks aus "O" zahlreiche B-Sides, Demos und als besonderes Extra ein paar handverlesene Live-Versionen, die einem das Genie Damien Rice in seiner kompletten Gestalt offenbaren. Seit 29. November 2004 im Handel. Anspieltipps: Volcano, Amie similar artists: Ron Sexsmith, David Gray > Hören und Kaufen > Offizielle Seite > Label > CH-Vertrieb Bio: Damien Rice erblickte Anfang der 70er Jahre in Dublin das Licht der Welt, wo er in jungen Jahren mit der Band Juniper erste lokale Erfolge feierte. 1999 zog Damien Rice in die Toskana, von wo aus er sich den Weg zurück in die Heimat mit Strassenmusik verdiente. Wieder in Dublin angekommen, produzierte und veröffentlichte er in Eigenregie sein Debütalbum "O" und hat sich nun inzwischen zum wichtigsten Singer/Songwriter Irlands gemausert. Heute kann Damien Rice auf ausgiebige Touren um die ganze Welt und mehr als eine halbe Million verkaufter Silberlinge zurückblicken. Jüngst hat auch Hollywood bei dem Troubadour angeklopft, womit der Erfolg seines Debütalbums ungebrochen ist. Diskographie: > O (2002) > O&B-Sides (2004)
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