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Daniel Johnston – Yip/Jump Music (Summer 1983)

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von Romano Meier am Samstag, 25. Oktober 2008 in ältere Schmuckstücke   

Genre: Singer/Songwriter  |  Label: Eternal Yip Eye Music (Reissue)

Yip/Jump MusicTäuschung und Verwirrung
Donna Summer arbeitete im Sommer 1983 hart für ihr Geld, Nintendo brachte gerade seine erste Spielkonsole in Japan raus und die Hitler-Tagebücher waren soeben in aller Munde. Das alles hat aber mit Daniel Johnston in etwa soviel zu tun wie die UBS mit erfolgreichem Krisenmanagement.
 
Im diesem Sommer hatte Daniel ganz andere Probleme. Den manisch Depressiven und Grössenwahnsinnigen plagten Liebeskummer sowie ständiges Missverstanden werden. Verzweifelt und ohne Geld  riss er mit dem Moped von Zuhause aus, um vorerst in Austin, Texas, als Tischreiniger in einer McDonald's Filiale zu stranden. Nebenbei verdiente er sich ein wenig Geld mit dem Verkauf seiner liebevoll eingespielten Kassetten. Jedes ein Unikat, da Daniel auf seinem Kassettenrekorder nicht die Möglichkeit besass, sie zu duplizieren. 

Aus dieser Zeit stammt auch "Yip/Jump Music", ein Lo-Fi-Juwel über Albträume, trostlose Wochenenden ohne Freunde und eben: die nie erwiderte Liebe. Alles vorgetragen mit viel Sensibilität und dem dazu nötigen Schmerz.  Etwas gewöhnungsbedürftig dürfte für manchen Hörer der Gesang sein. Eine äusserst hohe, kastriert anmutende Stimme, mit der er meist ohne Rücksicht auf Reime und Versmasse stammelt, zieht sich wie ein roter Faden durch die 20 Songs. Musikalisch begleitet werden die Geschichten durch eine stampfende oder leiernde "Chord Organ", die  man am ehesten mit einer Rummelplatzorgel vergleichen kann. Musikalisch notabene. Auf "Yip/Jump Music" reichten dann auch diese beiden primitiven Mittel,  um schöne, aber äusserst schräge und ungewohnte Kleinode wie "Speeding Motorcycle", "Caspar the Friendly Ghost", "Sorry Entertainer" oder das ohne Instrument auskommende "King Kong" aufzunehmen. Letzteres ist sozusagen ein Quasi-Rap.

Mit "Yip/Jump Music" hat man einen harten Brocken vor sich liegen. Lässt man sich aber darauf ein, eröffnen sich einem die etwas ungewohnten, jedoch sehr eindringlichen und von karger Schönheit schillernden Songs.


> Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > MySpace > Label
Daniel Johnston
Anspieltipps:
> Sorry Entertainer
> Caspar the Friendly Ghost

Diskographie:
> Songs of Pain (1980)
> Don't Be Scared (1982)
> The What of Whom (1982)
> Hi How Are You? (1983)
> Yip/Jump Music (1983)
> Retired Boxer (1984)
> Continued Story (1985)
> Respect (1985)
> 1990 (1990)
> Live at SXSW (1990)
> Artistic Vice (1993)
> Fun (1994)
> Rejected (1999)
> Why Me? Live at Volksbühne (2000)
> Rejected Unknown (2001)
> Fear Yourself (2003)
> More Songs of Pain (2005)
> Frankenstein Love (2005)
> Electric Ghosts (2006)
> Welcome to My World (2006)
> Lost and Found (2006)

Ähnliche Künstler:
> Wesley Willis
> The Frogs
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