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Esbjörn Svensson Trio – Seven Days of Falling

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von Natalie Reusser am Freitag, 25. März 2011 in ältere Schmuckstücke   

Genre: Jazz  |  Label: 215 Music/Munich Records

Seven Days of FallingIn einem Gedankengut
Ich bin allein mit mir selbst. Die Augen geschlossen. Öffne Türen zu neuen Welten. Zu neuem Leben. Da ist diese Grundstimmung, die mich beinahe in einen Rausch versetzt. Ruhige, melancholische Lieder, die einem führen auf einem langen einsamen Weg.

Es entsteht etwas durch die Musik von Pianist Esbjörn Svensson, Bassist Dan Berglund und Schlagzeuger Magnus Öström. Das schwedische Jazz-Trio wurde 1993 gegründet und existierte ohne Besetzungswechsel bis zum tragischen Tauchunfall des Pianisten Esbjörn Svensson 2008.

Wer das Vorgängeralbum „Strange Place for Snow“ kennt, merkt, dass „Seven Days of Falling“ die perfekte Weiterführung ist. Natürlich sind sie gute Musiker und Komponisten, doch dies macht dieses Trio nicht aus. Svensson hat ein Händchen für Brüche, die nie zu weit gehen. Er überlässt nichts dem Zufall. Nur schade, dass sie den Hörer nie die Kontrolle verlieren lassen, weil sie sie selbst zu sehr haben. Zudem wird bei E.S.T. auch die klassische Rollenverteilung der Instrumente nicht vertreten. Beispielsweise spielen sie häufig Unisono („Mingle in the Minicing-Machine“). Diese Musik lässt sich nicht analytisch festnageln. Es ist die hervorgebrachte Stimmung, die zählt. Spätestens nach dem zweiten Lied wird man gefesselt davon und dies ändert sich bis zum Schluss nicht. Die melodiöse „Ballad for the Unborn“ bereitet den Boden für diese melancholisch einzigartige Gesamtstimmung erzeugt durch Eleganz und Formschönheit. Dieses Stück erinnert an die Jazzmusik der Pianisten Bill Evans und Keith Jarrett. Stilistisch leihen sie sich Elemente aus Rock, Pop und Drum’n’Bass. Sie erweitern die Lieder mit Bass-Verzerrer und präpariertem Flügel. Dieses gesamte Paket ergibt einen Wechsel zwischen leisen Balladen und ekstatischen Stücken, die aus dem Nichts zu einem seelisch packenden Höhepunkt führen.

Etwas rätselhaft bleibt der inoffizielle Zusatz, welcher nach dem nervösen mit Rock-Einflüssen versetzten „O.D.R.I.P.“ kommt. Noch seltsamer ist es, dass es sich dabei im Grunde um die Ballade „Believe Beleft Below“ handelt mit einer Einlage von Gastsänger Josh Haden, Sohn von Charlie Haden, der mit seinem zerbrechlichen Gesang auffällt. Doch mir gefällt dieses Experiment. Es lässt das Album etwas geheimnisvoll und erwartend enden. 

Es ist ein grosser Vorteil, dass sie sich öffnen und nicht verkrampft in der Jazzroutine hängen bleiben. Nun ist die Musik auch für jene zugänglich, die Jazz nicht nur hören, weil es intellektuell ist. Die Musik von Esbjörn Svensson ist sehr eigenwillig und muss gehört werden. Ein hinreissend schönes und musikalisch fesselndes Album.

Seit  20. Juli 2004 im Handel.

> Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > MySpace

Anspieltipps:
> Ballad for the Unborn
> Mingle in the Mincing-Machine
> O.D.R.I.P.

Diskographie:
> When Everyone Has Gone (1993)
> e.s.t Live `95 (1995)
> E.S.T. Plays Monk (1996)
> Winter in Venice (1997)
> From Gagarin’s Point of View (1999)
> Good Morning Susie Soho (2000)
> Strance Place for Snow (2002)
> Live in Stockholm (2003)
> Seven Days of Falling (2003)
> Viaticum (2005)
> Tuesday Wonderland (2006)
> Live in Hamburg (2007)
> Leucocyte (2008)
> retrospective – the very best of e.s.t. (2009)

Ähnliche Künstler:
> Brad Mehldau
> Avishai Cohen
> Keith Jarrett
> Bill Evans
> Bobo Stenson Trio
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