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Loretta Lynn – Van Lear Rose

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von Magdalena Oehen am Montag, 27. März 2006 in ältere Schmuckstücke   

Genre: Country |  Label: Interscope (Universal Music)

Loretta Lynn – Van Lear RoseInterdisziplinäres Musizieren
Keine zwei Jahre alt und bereits ein Klassiker: Loretta Lynns Zusammenarbeit mit White Stripes Rocker Jack White ist nicht nur in die Geschichte des Country eingegangen. Aus diesem Stoff werden Legenden gemacht.

Alternde Countrylegende aus den Südstaaten trifft jungen Alternativrocker aus Detroit. Der Funken springt so was von über, ein Album wird aufgenommen, von letzterem produziert und sogar von Skeptikern augenblicklich heiss geliebt. Liebe Leute, SO macht man erfolgreich Musik.

Vielleicht ist es die Mixtur aus überschwänglichem Countrykitsch und minimalistischen Rockeinlagen, vielleicht das abwechselnde Spiel von Slide- und E-Gitarre oder die eigentümliche Harmonie zwischen Musikern verschiedener Generationen und Backgrounds. Was es auch immer sein mag, das gewisse Etwas ist definitiv da und lässt “Van Lear Rose“ zu einem sofortigen Liebling avancieren. Loretta Lynns Stimme und ihr Sinn für packende Melodien sind ihr auch nach 40 Jahren im Musikgeschäft nicht abhanden gekommen und ihre Offenheit gegenüber Jack White und seinen Ideen wirkt bestechend.

Dessen Einfluss ist dabei nicht nur beim überragenden Duett “Portland Oregon“ deutlich bemerkbar. Es ist klar, auf wessen Kappe die stampfenden Drums und furiosen Gitarrensoli gehen (ganz deutlich: “Have Mercy“). Doch auch Freunde des Old School Country kommen auf ihre Kosten, das Honky Tonk Girl hat sich ob all der lauten Gitarren nicht vertreiben lassen und läuft bei Songs wie “On a Mountain Top“ oder dem Titeltrack “Van Lear Rose“ zu Topform auf.

Auch lyrisch bietet Loretta Lynn die ganze Palette, von Melancholie und Nostalgie über Geschichten von Partys und Trinkgelagen bis hin zu Gott und kritischen Statements ist alles zu hören. Political Correctness scheint ihr dabei nicht höchste Priorität zu haben, bezeichnet sie doch in “Family Tree“ eine Widersacherin als “trash“ oder bezieht in “Woman’s Prison“ klar Stellung gegen die Todesstrafe. So kennen und lieben wir sie.

Das Aufeinandertreffen zweier aussergewöhnlicher Musiker hat dieses Schmuckstück hervorgebracht, das, abwechslungsreich, spassig und mitreissend wie es ist, den Weg in die Sparte der All Time Favourites gefunden hat.

Seit 3. Mai 2004 im Handel.

Anspieltipps: Van Lear Rose; Have Mercy; Mrs. Leroy Brown
Trackliste: 1) Van Lear Rose; 2) Portland Oregon; 3) Trouble on the Line; 4) Family Tree; 5) Have Mercy; 6) High on a Mountain Top; 7) Little Red Shoes; 8) God Makes No Mistakes; 9) Women’s Prison; 10) This Old House; 11) Mrs. Leroy Brown; 12) Miss Being Mrs.; 13) Story of My Life
similar artists: Dolly Parton, Tammy Wynette

> Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > Label > CH-Vertrieb

Bio:
Loretta Lynn wurde 1935 als Tochter eines Grubenarbeiters im US-Staat Kentucky geboren. Erst 14-jährig heiratete sie Oliver “Mooney“ Lynn und zog mit ihm nach Custer, Washington an die Westküste der USA, wo sie vier Kinder gebar. Ende der 50er-Jahre begann sie, ihre Songs in lokalen Bars und Clubs zu spielen. 1960 wurde sie von Zero Records unter Vertrag genommen und veröffentlichte ihre erste Single “I’m a Honky Tonk Girl“. Die Single wurde nicht zuletzt aufgrund der beharrlichen Promotionsbemühungen von Loretta Lynn und ihrem Mann ein Erfolg: Die beiden fuhren quer durch die USA um die Single bei den Radiostationen selber vorbeizubringen. Die Mühe hat sich gelohnt: Während der 60er- und 70er-Jahre gehörte Loretta Lynn mit unzähligen TopTen-Hits zu den wichtigsten Künstlern der Country-Szene. Nicht nur ihre Musik, sondern auch ihre Texte, in denen sie immer wieder ihren feministischen Standpunkt ausdrückte - eine bis dahin einmalige Art der Stellungnahme in der Countrymusik - brachten Loretta Lynn in die Schlagzeilen. 1971 begann sie die Zusammenarbeit mit dem Country-Sänger Conway Twitty. Die beiden gewannen in den 70er-Jahren als Duo unzählige Preise und landeten fünf aufeinander folgende Nr.1 Hits. Während dieser Zeit veröffentlichte Loretta Lynn ihre Autobiographie “A Coal Miner’s Daughter“, die 1980 als Vorlage für den gleichnamigen Kinofilm diente. Als Mitte der 80er-Jahre die Verkaufszahlen ihrer Alben zurückgingen, konzentriere sich Loretta Lynn auf Konzerte. 1993 nahm sie zusammen mit Dolly Parton und Tammy Wynette das Album “Honky Tonk Angels“ auf, 2000 folgte das Album “Still Country“. 2004 veröffentlichte sie das von Jack White produzierte “Van Lear Rose“, für das sie von Kritikern wie auch Publikum viel Beifall erntete und ihr auch die Sympathien des jüngeren Publikums einbrachte.

Loretta Lynn
Diskographie:
> Hymns (1965)
> You Ain’t Woman Enough (1967)
> Who Says God Is Dead! (1968)
> Greatest Hits (1968)
> Coal Miner’s Daughter (1971)
> Greatest Hits Vol. 2 (1974)
> I Remember Patsy (1977)
> Making Love From Memory (1982)
> Christmas Without Daddy (1987)
> 20 Greatest Hits (1987)
> Who Was That Stranger? (1988)
> The Country Music Hall Of Fame (1991)
> Sings Patsy Cline’s Favorites (1992)
> Country’s Favourite Daughter (1993)
> Honky Tonk Girl (1994)
> Peace In The Valley (1995)
> Blue-Eyed Kentucky Girl (1995)
> On Tour #1&2 (1996)
> Loretta Lynn (1997)
> Best Of The Best: Her Gospel Side (1999)
> Still Country (2000)
> Somebody Somewhere (2002)
> All Time Greatest Hits (2002)
> The Gospel Spirit (2004)
> All Time Gospel Favorites (2004)
> Van Lear Rose (2004)
> Coal Miner’s Daughter (2005)
> The Definitive Collection (2005)
> Best Of 20th Century (2005)
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