Genre: Country | Label: Interscope (Universal Music)
Interdisziplinäres Musizieren
Keine zwei Jahre alt und bereits ein Klassiker: Loretta
Lynns Zusammenarbeit mit White Stripes Rocker Jack White ist nicht nur
in die Geschichte des Country eingegangen. Aus diesem Stoff werden
Legenden gemacht.
Alternde Countrylegende aus den Südstaaten trifft
jungen Alternativrocker aus Detroit. Der Funken springt so was von
über, ein Album wird aufgenommen, von letzterem produziert und sogar
von Skeptikern augenblicklich heiss geliebt. Liebe Leute, SO macht man
erfolgreich Musik.
Vielleicht ist es die Mixtur aus überschwänglichem Countrykitsch und
minimalistischen Rockeinlagen, vielleicht das abwechselnde Spiel von
Slide- und E-Gitarre oder die eigentümliche Harmonie zwischen Musikern
verschiedener Generationen und Backgrounds. Was es auch immer sein mag,
das gewisse Etwas ist definitiv da und lässt “Van Lear Rose“ zu einem
sofortigen Liebling avancieren. Loretta Lynns Stimme und ihr Sinn für
packende Melodien sind ihr auch nach 40 Jahren im Musikgeschäft nicht
abhanden gekommen und ihre Offenheit gegenüber Jack White und seinen
Ideen wirkt bestechend.
Dessen Einfluss ist dabei nicht nur beim
überragenden Duett “Portland Oregon“ deutlich bemerkbar. Es ist klar,
auf wessen Kappe die stampfenden Drums und furiosen Gitarrensoli gehen
(ganz deutlich: “Have Mercy“). Doch auch Freunde des Old School Country
kommen auf ihre Kosten, das Honky Tonk Girl hat sich ob all der lauten
Gitarren nicht vertreiben lassen und läuft bei Songs wie “On a Mountain
Top“ oder dem Titeltrack “Van Lear Rose“ zu Topform auf.
Auch lyrisch
bietet Loretta Lynn die ganze Palette, von Melancholie und Nostalgie
über Geschichten von Partys und Trinkgelagen bis hin zu Gott und
kritischen Statements ist alles zu hören. Political Correctness scheint
ihr dabei nicht höchste Priorität zu haben, bezeichnet sie doch in
“Family Tree“ eine Widersacherin als “trash“ oder bezieht in “Woman’s
Prison“ klar Stellung gegen die Todesstrafe. So kennen und lieben wir
sie.
Das Aufeinandertreffen zweier aussergewöhnlicher Musiker hat dieses
Schmuckstück hervorgebracht, das, abwechslungsreich, spassig und
mitreissend wie es ist, den Weg in die Sparte der All Time Favourites
gefunden hat.
Seit 3. Mai 2004 im Handel.
Anspieltipps: Van Lear Rose; Have Mercy; Mrs. Leroy Brown
Trackliste: 1) Van Lear Rose; 2) Portland Oregon; 3) Trouble on the Line; 4) Family Tree; 5) Have Mercy; 6) High on a Mountain Top; 7)
Little Red Shoes; 8) God Makes No Mistakes; 9) Women’s Prison; 10) This
Old House; 11) Mrs. Leroy Brown; 12) Miss Being Mrs.; 13) Story of My
Life
similar artists: Dolly Parton, Tammy Wynette
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Bio:
Loretta Lynn wurde 1935 als Tochter eines Grubenarbeiters im US-Staat
Kentucky geboren. Erst 14-jährig heiratete sie Oliver “Mooney“ Lynn und
zog mit ihm nach Custer, Washington an die Westküste der USA, wo sie
vier Kinder gebar. Ende der 50er-Jahre begann sie, ihre Songs in
lokalen Bars und Clubs zu spielen. 1960 wurde sie von Zero Records
unter Vertrag genommen und veröffentlichte ihre erste Single “I’m a
Honky Tonk Girl“. Die Single wurde nicht zuletzt aufgrund der
beharrlichen Promotionsbemühungen von Loretta Lynn und ihrem Mann ein
Erfolg: Die beiden fuhren quer durch die USA um die Single bei den
Radiostationen selber vorbeizubringen. Die Mühe hat sich gelohnt:
Während der 60er- und 70er-Jahre gehörte Loretta Lynn mit unzähligen
TopTen-Hits zu den wichtigsten Künstlern der Country-Szene. Nicht nur
ihre Musik, sondern auch ihre Texte, in denen sie immer wieder ihren
feministischen Standpunkt ausdrückte - eine bis dahin einmalige Art der
Stellungnahme in der Countrymusik - brachten Loretta Lynn in die
Schlagzeilen. 1971 begann sie die Zusammenarbeit mit dem Country-Sänger
Conway Twitty. Die beiden gewannen in den 70er-Jahren als Duo unzählige
Preise und landeten fünf aufeinander folgende Nr.1 Hits. Während dieser
Zeit veröffentlichte Loretta Lynn ihre Autobiographie “A Coal Miner’s
Daughter“, die 1980 als Vorlage für den gleichnamigen Kinofilm diente.
Als Mitte der 80er-Jahre die Verkaufszahlen ihrer Alben zurückgingen,
konzentriere sich Loretta Lynn auf Konzerte. 1993 nahm sie zusammen mit
Dolly Parton und Tammy Wynette das Album “Honky Tonk Angels“ auf, 2000
folgte das Album “Still Country“. 2004 veröffentlichte sie das von Jack
White produzierte “Van Lear Rose“, für das sie von Kritikern wie auch
Publikum viel Beifall erntete und ihr auch die Sympathien des jüngeren
Publikums einbrachte.
Diskographie:
> Hymns (1965)
> You Ain’t Woman Enough (1967)
> Who Says God Is Dead! (1968)
> Greatest Hits (1968)
> Coal Miner’s Daughter (1971)
> Greatest Hits Vol. 2 (1974)
> I Remember Patsy (1977)
> Making Love From Memory (1982)
> Christmas Without Daddy (1987)
> 20 Greatest Hits (1987)
> Who Was That Stranger? (1988)
> The Country Music Hall Of Fame (1991)
> Sings Patsy Cline’s Favorites (1992)
> Country’s Favourite Daughter (1993)
> Honky Tonk Girl (1994)
> Peace In The Valley (1995)
> Blue-Eyed Kentucky Girl (1995)
> On Tour #1&2 (1996)
> Loretta Lynn (1997)
> Best Of The Best: Her Gospel Side (1999)
> Still Country (2000)
> Somebody Somewhere (2002)
> All Time Greatest Hits (2002)
> The Gospel Spirit (2004)
> All Time Gospel Favorites (2004)
> Van Lear Rose (2004)
> Coal Miner’s Daughter (2005)
> The Definitive Collection (2005)
> Best Of 20th Century (2005)