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Lou Reed - New York

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von Pirmin Kneubühler am Freitag, 26. August 2005 in ältere Schmuckstücke   

Label: Warner Bros. (Warner Music)

Lou Reed – New York Zurück aus der Versenkung der 80er Jahre – Lou Reed in Topform
Rauh, aber durchaus charmant meldet sich Lou Reed 1989 mit einem – man/frau könnte fast sagen – Comebackalbum zurück.

Längst sind die gloriosen 60er- (Velvet Underground) und 70er-Jahre vorüber.
Reed lieferte nach dem tollen „Blue Mask“-Album (1982) zwei eher schwache, seichte 80er-Popplatten („New Sensations“, 1984 und „Mistral“, 1986) ab. Mit „New York“ besinnt er sich wieder alter Tugenden; Reduktion auf das Nötigste!
Auf der Scheibe finden sich unzählige tolle und zwingende Songperlen und dazu ist sie eine Hommage an Reeds Stadt: New York!

Als ich mir die Platte Anfang der 90er-Jahre kaufte, wusste ich noch nicht, wie nachhaltig und v.a. wie lange sie mich beeinflussen bezw. begleiten würde. Ich war begeistert von der Transparenz der Sounds, von der vordergründigen „Schnoderigkeit“ der brillanten Band. Die lässig hingeworfenen Gitarrenlicks betörten mich. Die klaren Basslinien und das scheppernde Schlagzeug groovten um die Wette. Das war ein ganz anderer Sound als jenen, welchen ich aus den 80er-Jahren her kannte. Auch Reed wurde dieses mittelmässige Popzeitalter – wie vielen anderen 70er-Heroes (Dylan, Bowie oder auch Young) - etwas zum Verhängnis.

Nun, zurück zu „New York“. Da wäre mal der geheime, unverschämt kleine Hit: „Dirty Blvd.“. Drei Akkorde sind für ihn verantwortlich und halten den Sprechgesang von Reed zusammen. Der Refrain wird mit geballter Gitarrenkraft zelebriert, bevor das schöne Ende mit tollem, fast gospelähnlichem „Chörli“ naht. Sehr kurzweilig und hypnotisch... „(...)And Fly Fly Away, From The Dirty Blvd.“
Darauf folgt das bluesige „Endless Cycle“, welches rhythmisch nur durch das Ticken eines Weckers unterlegt ist. Dann das brachiale „There Is No Time“. Keine Zeit bleibt für nichts; nicht für’s Feiern, für politische Reden, nicht für’s Crackrauchen, nicht für endlose Gedanken... Warum nicht? – „...Because The Future’s Within Reach. This Is The Time“. Reed’s Art, sich zum aktuellen Zeitgeist zu äussern und die Stimmung in „seiner“ Stadt lakonisch darzulegen.
In „Halloween Parade“ ist Aids das Thema. „Romeo Had Juliette“ erzählt eine tragische Drogenstory in den Strassen New Yorks....

Wir sehen; Reed bemüht sich um ein ungeschöntes Bild seiner Stadt. Es ist eine Hassliebe.
Natürlich, Lou Reed ist nicht mehr das „Rock’N’Roll Animal“ früherer Drogentage. Gepflegte Songstrukturen durchziehen sein Album. Und das ist auch gut so, denn diese Songs sind allesamt erste „Singer-Songwriter“–Sahne.
Nicht nur als süsses Dessert zu geniessen...

Seit 10. Januar 1989 im Handel.

Anspieltipps: Halloween Parade, Dirty Blvd., Endless Cycle, Beginneing Of A Great Adventure, Sick Of You, Strawman
similar artists: unvergleichlich

> Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > Label > CH-Vertrieb

Bio:
Lou Reed wurde 1942 in New York geboren. Mitte der 60er Jahre beginnt seine musikalische Laufbahn mit seiner Band „Velvet Underground“. Kommerziell gesehen war diese ein Desaster. Viele grosse Künstler nennen „Velvet“ aber als grossen, musikalischen Einfluss (u.a. David Bowie). Die schwermütigen, alle aus der Feder Reeds stammenden Songs heben sich textlich wie musikalisch deutlich vom gängigen Mainstream ab.
1971 verlässt Reed die Band. Er hat genug vom Musikbusiness und verachtet dieses.
Bald darauf jedoch angelt er sich einen lukrativen Plattenvertrag bei RCA. Er veröffentlicht sein Solo-Debüt.
Reed macht in der folge Bekanntschaft mit David Bowie. Die beiden verstehen sich gut und unterstützen sich gegenseitig.
Bowie produziert zum Beispiel Reeds grosses und erfolgreiches Werk „Transformer“ (1972) mit den Hits „Perfect Day“ und „Satellite Of Love“.
Mit dem Song  „A Walk On The Wild Side“ schnuppert Reed erstmals Chartluft. In den folgenden Jahren macht Reed – nicht ganz unbewusst – einen Stilwechsel, welchen ihn wegtreibt vom kommerziellen Erfolg. Er gibt sich optisch unangeapasst und produziert verstörendende Alben („Berlin“). Dies gipfelt im 1976 veröffentlichten und schier unhörbaren Doppelalbum „Metal Machine Head“. Experten streiten sich bis heute über den künstlerischen Wert dieser Produktion.
Ende der 70er Jahre wohnt Reed zusammen im Westen des geteilten Berlins zusammen mit Iggy Pop und David Bowie in einer WG. Drogen sind ein grosses Thema und Reed  findet den für ihn später typischen, gemässigten Songwriting–Stil. 1980 heiratet er seine Freundin Sylvia Morales. Mitte der 80er Jahre engagiert er sich zum ersten Mal politisch („Farm Aid“, „Amnesty International Tour“) und veröffentlicht einige homogenere, deshalb auch langweiligere Alben.
Mit „New York“ wird Reed 1989 wieder beim breiteren Publikum positiv wahrgenommen.
In den 90er Jahren veröffentlicht er mehrere, von der Kritik und den Fans gut bis sehr gut aufgenommene Alben. Ab 2000 steht Reed endlich wieder auf Konzertbühnen und demonstriert neue alte Frische.

Lou Reed
Diskographie:
> Lou Reed (1972)
> Transformer (1972)
> Berlin (1973)
> Rock’n’Roll Animal – Live (1974)
> Sally Can’t Dance (1974)
> Lou Reed – Live (1975)
> Metal Machine Head (1976)
> Coney Island Baby (1976)
> Rock And Roll Heart (1976)
> Street Hassle (1978)
> Take No Prisoners – Live (1978)
> The Bells (1979)
> Growing Up In Public (1980)
> The Blue Mask (1982)
> Legendary Hearts (1983)
> Live In Italy – Live (1983)
> New Sensations (1984)
> Mistral (1986)
> New York (1989)
> Songs For Drella (1990)
> Magic And Loss (1992)
> Set The Twilight Reeling (1996)
> Perfect Night – Live In London (1998)
> Ecstasy (2000)
> American Poet – Live (2001
> The Raven (2003)
» 1 Kommentar
1"fdsafds"
am Mittwoch, 14. Juli 2010 03:28von fdafd
asily avoided just by using all of the wow gold tools that have been provided forwow po you by the game developers. First of all, be sure you are reading your map correctly. If you are not using it or your guide it all, you should
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