Maximilian Hecker - Lady Sleep |
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| von Andreas Scheuber am Sonntag, 1. Mai 2005 in ältere Schmuckstücke | |
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Label: Kitty Yo (Musikvertrieb)
Die
Fähigkeit der Musik, einem intelligenten Wesen wie dem Menschen die
Hülle abzustreifen, sein ungeschütztes Inneres zu berühren, zu
erschüttern, ihn daran leiden zu lassen, um ihn schliesslich davon zu
erlösen, erlebt leider viel zu wenig Erfahrung - die meisten Menschen
sind unfähig, es zu verstehen. Maximilian Hecker nimmt uns mit auf
einen wunderschönen Leidensweg: Lady Sleep.
Wir Menschen tun eigentlich ziemlich seltsame Dinge. Wir sprechen, wir schreiben, wir zeichnen, wir malen, wir machen Musik - ständig wollen wir etwas sagen, wollen Geschichten erzählen. Die Kunst bietet dafür die perfekte Plattform und findet in der Kunst des Tones, in der Musik also, eine Ausformung, die eine einzigartige Faszination auf die Menschen ausübt. Die Frage, weshalb der Mensch der Magie der Musik erlegen ist, kennt keine richtige oder falsche Antwort, aber sie erübrigt sich, wenn man eine solch wunderschöne Platte wie "Lady Sleep" von Maximilian Hecker hört. Von der ersten Sekunde zieht sie einen in ihren Bann und lässt nie mehr los. Sie erfasst den ganzen Körper, dringt in ihn ein, sprengt ihn auf, erlöst den Geist, nimmt ihn bei der Hand und führt ihn zu einem höheren Zustand, von dessen Sein man nicht einmal zu träumen gewagt hätte. Die Sehnsucht, die Lasten des Lebens einfach abstreifen zu können und fallen zu lassen, findet endlich seine Erfüllung. Schwerelos schwebt man irgendwo, wo Raum und Zeit durch eine emotionale Dimension ersetzt worden sind und von wo man nie mehr zurückkehren möchte - es leider früher oder später aber tun muss, denn endgültige Körperlosigkeit ist nur über den Tod erreichbar und bis man diese erreicht hat, ist man zum Leid gezwungen. Dem Leid, in einer Hülle gefangen zu sein, nicht raus zu können, obwohl man es ständig mit aller Gewalt versucht, bis einen die Kräfte verlassen und man ohnmächtig in seiner Hülle zusammenbricht, um es später erneut zu versuchen. Weil man aber mit seinen erfolglosen Ausbruchversuche den Weg zum Paradies nicht finden kann, bleibt einem nichts anderes übrig, als das Paradies zu sich in die Hülle zu holen, und sich so dem Rausch der unendlichen Schönheit auszusetzen und zu hoffen, diese möge die fesselnden Ketten endlich zerreissen. "Lady Sleep" ist weder traurig noch deprimierend, vielmehr liegt ihr eine Harmonie zugrunde, die Zuversicht und Leichtigkeit ausstrahlt. Die Musik erklärt, wie die Texte zu verstehen sind (und nicht umgekehrt!) - für Hecker sind diese sowieso zweitrangig, er möchte einfach nur schöne Lieder machen. Er glaubt sogar, dass es ein Problem sei, Texte zu singen, da diese die Leute verwirren würden. (Finde ich übrigens auch!) Eine Platte, der man sich vollkommen hingeben kann und die sehr vieles von dem erfüllt, was ich unter Musik verstehe - ein Muss für Einzelgänger und alle anderen Leidenden! Seit 24. Januar 2005 im Handel.Anspieltipps: Birch, Anaesthesia, Dying, Lady Sleep similar artists: Jude > Hören und Kaufen > Offizielle Seite > Label > CH-Vertrieb Bio:
Maximilian Hecker kommt 1977 in Heidenheim (D) zur Welt, lernt Blockflöte und bekommt Musikunterricht in Schlagzeug und Klavier. Mit 17 beginnt er erste Lieder zu komponieren, zu Beginn auf der Gitarre, später auf dem Klavier. 2001 erscheint mit "Infinite Love Songs" das erste, 2003 mit "Rose" das zweite Album, und schliesslich 2005 "Lady Sleep". Hecker selbst beschreibt seine Musik als melancholische Pophymnen.
Diskographie: > Infinite Love Songs (2001) > Rose (2003) > Lady Sleep (2005)
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