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Label: Elektra Entertainment (Warner Music)
Gestatten: Natalie Merchant, Genie.
Natalie
Merchant hat sich für ihr zweites Soloalbum, das in den USA längst
Multi-Platin-Status erreicht hat, mit 32 verschiedenen Künstlern
zusammengetan und trifft mit den zwölf höchst persönlichen, bewegenden
Songs über die Abgründe der menschlichen Seele mitten ins Herz.
Während nach ihrem Ausstieg bei 10'000 Maniacs die Musik auf Natalie Merchants erstem Soloalbum noch eher an die erfolgreiche Folk-Rock-Band erinnert, trägt ihr zweites Studioalbum ihre ganz eigene Handschrift und zeugt vom immensen Talent und der unerschöpflichen Kreativität der amerikanischen Singer/Songwriterin. So lud Natalie Merchant für die Songs auf "Ophelia" handverlesene Künstler ins Studio ein, die in workshopartigen Sessions mit ihr die Stücke einspielten. Opulente Streicherarrangements ("Life Is Sweet"), sakrale Orgeleinschübe ("King Of May"), fragile Gitarrenklänge ("Frozen Charlotte"), jazzige Trompetenpartien ("Break Your Heart" - gespielt von Jazztalent Chris Botti) harmonische Gesangsduette ("When They Ring The Golden Bells") und hypnotische Drums ("Thick As Thieves") stehen so für die unglaubliche Diversität der Songs.
Nicht nur die Vielfalt der Songstrukturen und verwendeten Instrumente machen "Ophelia" zu einem Hörvergnügen, auch das Konzept hinter dem Album ist ein schmackhaftes. Natalie Merchant schlüpft im Booklet in sieben verschiedene Frauenrollen: Von der Mafiabraut über die Nonne bis hin zur Stimmrechtlerin und Zirkus-Queen sind verschiedenste Frauentypen vertreten, die sogleich im Opener ihre Runde machen und stellvertretend für die verschiedenen menschlichen Zustände und Verfassungen im Laufe der Zeit stehen. Laut Natalie Merchant sind die sieben Charaktere Ausdruck für die Allzugänglichkeit des Albums. Tatsächlich kann sich ein jeder mit der einen oder anderen Botschaft identifizieren, sei es, wenn Natalie Merchant herzzerreissend und mit emotionsstarker Stimme über Selbstmord ("The Living"), Dankbarkeit gegenüber einem Freund ("Kind & Generous") oder die Kostbarkeit des Lebens ("Life Is Sweet") singt. Auf "Thick As Thieves" übermittelt uns Natalie Merchant eine apokalyptische, zynische Botschaft über die Entwicklung der Menschheit und die von Materialismus geprägte Dekadenz und mit "King Of May" befindet sich auf dem Album die wohl schönste je geschriebene Ode an einen verstorbenen Freund. (Das Album ist dem verstorbenen Poeten Allen Ginsberg gewidmet.) Die intelligenten und berührenden Lyrics überzeugen auch hier in ihrer puren Schönheit ("Make a cardboard crown for him and make your voices one. Praise the crazy mother's son who loved his life. Make a hole in the sky for him and raise your voices up. Lift your loving cup to his long life.") und spätestens beim Einsatz des herzzerreissenden Cello-Solos wird man sich des kompletten Genius' Natalie Merchant bewusst.
Genauso wie mit "King Of May" verhält es sich mit den anderen Songs auf "Ophelia": Alle von eher ruhigerer, sehr düsterer und nachdenklicher Natur bringen sie einen an die Grenzen des Erträglichen und führen uns in die tiefsten Winkel der eigenen Seele, ohne jedoch kitschig oder pathetisch zu werden. In ihrer Ganzheit verstanden, stellt es sich augrund der Ehrlichkeit und Wahrhaftigkeit als schwierig dar, die Songs zu hören, aber am Ende des Hörerlebnisses sieht man sich gezwungen, Natalie Merchant für dieses grandiose Meisterwerk zu danken. Ihre bewegende Musik ist Balsam für die Seele und berührt das Herz an einer Stelle, die bisher noch nicht allzu viele Künstler ausfindig machen konnten. "Ophelia" ist ein wahres Schmuckstück, dessen Glanz auch in einigen Dekaden nicht versiegen wird. Let's raise our loving cup to Natalie Merchant.
Seit 14. September 1998 im Handel.
Anspieltipps: My Skin, King Of May, Thick As Thieves
similar artists: Sarah McLachlan, Fiona Apple, Heather Nova, 10'000 Maniacs, Dido, Ani DiFranco
⇒ Hören und Kaufen ⇒ Offizielle Seite ⇒ Label ⇒ CH-Vertrieb
Bio:
Natalie Merchant wurde 1963 in Jameston, NY, geboren und trat als 17-Jährige der Folk-Rock-Band 10'000 Maniacs bei. Natalie Merchant war die Leadsängerin und treibende Kraft hinter 10'000 Maniacs und hat durch ihre exzentrische, seltsame Art von sich reden lassen. 10'000 Maniacs genossen nicht zuletzt dank Natalie Merchants aussergewöhnlichem Talent grossen Erfolg und mauserten sich zu einer der wichtigsten Bands der Alternative-Szene. 1994 verliess Natalie Merchant die Band auf ihrem Höhepunkt, um - wie sie sagte - "ihre eigene Stimme zu finden". Nach einem Jahr Pause, das durch Sozialarbeit bestimmt war, kehrte sie 1995 als Solokünstlerin zurück und hat seither mehrere Soloalben veröffentlicht, von denen einige Multi-Platin-Status erreichten. Heute ist Natalie Merchant eine der wichtigsten und intelligentesten Singer/Songwriterinnen und hat sich auch längst für ihren Einsatz für Obdachlose, gegen häusliche Gewalt und für Tierrechte einen Namen gemacht.

Diskograhie:
⇒ Tigerlily (1995)
⇒ Ophelia (1998)
⇒ Natalie Merchant Live In Concert (1999)
⇒ Motherland (2001)
⇒ The House Carpenter's Daughter (2003)
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