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Nouvelle Vague - Presents New Wave

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von Chris Meier * am Freitag, 19. Oktober 2007 in ältere Schmuckstücke   

Genre: New Wave, 80s-Pop  |  Label: District 6 

 Presents New Wave When Post Punk meets Pop Culture
Pop-Aufklärung mit Nouvelle Vague. Eine Doppel-CD gefüllt mit grossen Namen der 80er-Popszene, die sich an Klassiker der Musikgeschichte ran machen und ihnen ein ungewohntes Wave-Kleidchen überziehen.

Ein mixiges Jahr von Nouvelle Vague: Nach dem exzellenten „Late Night Tales“-Mix und der geschmackvollen Filmmusik-Zusammenstellung „Coming Home“, präsentieren sie uns nun eine ganz neue Seite von New Wave und den frühen 80ern. Das klingt noch nicht soooo verheissungsvoll, aber schon nach den ersten paar Songs versteht der oberflächliche Kenner von Pop-Musik der heimlich verdrängten 80ern die Welt nicht mehr: Da covern die Silicon Teens die Kinks, Devo die Rolling Stones, OMD machen sich an Velvet Underground ran und Davie Bowie wird von Duran Duran und auch noch von Nico neu aufgelegt. Einfach fantastisch.

Gefunden und vereint wurden diese Pop-Perlen vom Nouvelle Vague-Mitglied Marc Collin und dem DJ Gilles Leguen. Der Release zeigt eindrücklich, dass das Covern auch durchwegs positive Auswirkungen haben kann. Das Sammelsurium ist gespickt mit hard-to-find-Tracks und so obskuren Bands wie dem Ein-Mann-Band-Projekt vom Mute-Label-Gründer Daniel Miller Silicon Teens, den Polyphonic Size, den Honeymoon Killers oder Elton Motello. Letzterer bringt mit „Jet Boy Jet Girl“ einen New-Wave-Überflieger in englischer Version. Auch nach dem x-ten Mal ertappe ich mich noch immer beim Singen von „ça plane pour moi“. Auch Serge Gainsbourg musste dran glauben, und sein Klassiker „Je suis venue te dire que je m’en vais“ wurde von Jo & Flouze Lemaire in die Wave-Sparte portiert.

Laufend darf man sich an Überraschendem und Ungehörtem erfreuen: So bringen Visage eine Synthie-Pop-Version von Zager and Evans Weltuntergangs-Oldie „In the Year 2525“,  aus dem „Girl from Ipanema“ wird ausnahmsweise ein Boy. Kraftwerk’s karges „Model“ wird dank Snakefinger zu einem pummeligen Popsong (auf Englisch, nicht etwa Deutsch gesungen), The Slits überzeugen mit ihrer druckvollen Version vom Motown-Klassiker „I heard it through the Grapevine“ und Telex düsen mit ihrem „Dance to the Music“ durch die Space-Disco. Nico schmiegt sich förmlich an „Heroes“ von David Bowie. Schön auch, wie das ganze Spektakel mit siebeneinhalb Minuten Joy Division abgeschlossen wird.

Insgesamt eine goldige Auswahl. Viel ungehörtes, poppiges, witziges, wurde von den beiden Franzosen in eine Wundertüte gepackt, die mit einem hohen Unterhaltungs- und Tanz-Faktor überzeugt. Im Grunde bleibt Nouvelle Vague ihrem Konzept treu: Altes in einem ungewohnten und neuen Kleid einer offenen und interessierten Zuhörerschaft zu präsentieren. Diese Compilation befreit von lästigen Grenzen musikalischen Genre, zieht den Zuhörer aus dem Sessel und bringt ein schönes neues Bild einer etwas zwiespältigen Dekade des Musikschaffens.


Seit 4. Juni 2007 im Handel.

Anspieltipps:
Silicon Teens – You really got me, Honeymoon Killers – Route Nationale 7, Telex – Dance to the Music, Visage – in the Year 2525, The Slits – I heard it through the Grapewine, Nico - Heroes

Trackliste:
CD01: 1. Silicon Teens – you really got me; 2. Polyphonic Size – Mother’s little helper; 3. Devo – Satisfaction (I can’t get no); 4. Ronny – If you want me to stay; 5. OMD – Waiting for the Man; 6. Paul Haig – Running away; 7. Antena – Boy from Ipanema; 8. Jo Lemaire + Flouze – Je suis venue te dire gue je m’en vais; 9. Snakefinger – Model; 10. Honeymoon Killers – Route Nationale 7; 11. Elton Motello – Jet Boy Jet Girl; 12. The Stranglers – Walk on By; 13. Gary Numan – On Broadway

CD02: 1. The Flying Lizards – Move on up; 2. Telex – Dance to the Music; 3. Comateens – Summer in the City; 4. Visage – In the Year 2525; 5. Karel Fialka – People are strange; 6. The Slits – I heard it through the Grapevine; 7. Original Mirrors – Reflections; 8. Duran Duran – Fame; 9. Nico – Heroes; 10. Etienne Daho – Arnold Layne; 11. Joy Division – Sister Ray

similar artists: Pop- und Wave-Bands aus den frühen 80er

> Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > MySpace > Label

Bio:
Nouvelle Vague sind Marc Collin und Olivier Libaux. Bei ihren Eigenproduktionen werden sie von verschiedenen Sängerinnen unterstützt. Der Band-Name ist eine Referenz auf den New Wave und den Bossa Nova (auf dt. ebenfalls: Neue Welle), also die Stilrichtungen, dank deren Kombination die beiden Ruhm erlangten. Auf ihren 2004 und 2006 erschienenen Alben fanden sich grossartig gelungene Lounge-Coverversionen von Joy Division, Depeche Mode, The Cure, Sisters of Mercy, Billy Idol, New Order und Visage wieder. Das Debut wurde zu einem Hit, und ihre Neuinterpretationen von 80er-Tracks fanden sich auf den unterschiedlichsten Mix-CDs wieder und wurden in Bars, Werbespots und TV-Serien rauf und runter gespielt. Mit den drei Compilations aus diesem Jahr haben sich Nouvelle Vague auch als exzellente Musikkenner positioniert und überzeugten mit ihren speziellen Zusammenstellungen. 

Nouvelle Vague
Diskographie:
> Nouvelle Vague (2004)
> Bande à Part (2006)
> Late Night Tales: Nouvelle Vague (2007)
> Nouvelle Vague Presents Coming Home (2007)
> Nouvelle Vague Presents New Wave (2007)

* Chris Meier ist Gastautor bei Exitmusic.ch
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