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The Real Tuesday Weld - I, Lucifer

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von Ivana Leiseder am Dienstag, 1. Februar 2005 in ältere Schmuckstücke   

Label: PIAS Recordings (Musikvertrieb)

The Real Tuesday Weld - I, LuciferTeuflischer Spass
Steven Coates liefert mit "I, Lucifer" der Soundtrack zum gleichnamigen Buch Glenn Duncans und erheitert mit Witz, scharfer Beobachtungsgabe und der exzellenten musikalischen Umsetzung des Stoffs jedes Gemüt. Spass pur!

Als der englische Kunststudent Steven Coates, Liebhaber der Musik der 30er Jahre und Serge Gainsbourg, zu nächtlicher Stunde Visionen von Big Band-Sänger Al Bowlly und 60er Jahre Schauspielerin Tuesday Weld hat, nennt er es göttliche Inspiration. Er beschliesst, seiner Kreativität auch musikalisch freien Lauf zu lassen und nennt sich fortan The Real Tuesday Weld. Zusammen mit renommierten Musikern nahm der Gute nun mit "I, Lucifer", seinem zweiten Longplayer, einen Soundtrack zum gleichnamigen Buch Glen Duncans auf. Ja, richtig gelesen, es handelt sich hierbei um einen Soundtrack zu einem BUCH. So seltsam und abschreckend dies auch daherkommen mag, verdient das exzentrische Meisterwerk mindestens ein mehrmaliges Hören. Selten hat ein Album nämlich so viel Spass gemacht!
Das Buch und somit auch das Album "I, Lucifer" erzählt die Geschichte des leidgeplagten Teufels, der von Gott das einmalige Angebot bekommt, in den Himmel emporzusteigen, wenn er es schafft, für einen Monat anständig und friedlich auf der Erde zu leben.
Bei den meisten Soundtracks ist es um des ganzheitlichen Verständnisses willen zwingend notwendig, den Film zu sehen (in unserem Falle wäre es normalerweise notwendig, das Buch zu lesen), aber Steven Coates schafft es, "I, Lucifer" zu einem eigenständig funktionierenden Stück Musik zu machen. Er vereint verschiedenste Stile, wie z.B. 1930er Jahre Jazz, Cabaret, Brass und Chanson miteinander und mischt diese mit coolen Hip Hop-Beats, BreakBeats, Streicherarrangements, Theaterapplaus, folkigen Gitarreneinschüben, ausgekügelter Electronica und seinem wispernden Gesang und erzeugt so eine einmalige Mischung. Wo Steven Coates eigener Gesang nicht ausreicht, nimmt er die Hilfe von anderen Künstlern, wie z.B. der Jazz-Sängerin Pinkie Maclure (, die übrigens sehr stark an Alison Goldfrapp erinnert), in Anspruch, was hervorragende Resultate erzeugt. Seine Spezialität jedoch ist der so genannte "antique beat", der als eine Melange aus intelligenter Electronica und Samples der 30er Jahre bezeichnet werden könnte.
Die Songs auf "I, Lucifer" erzählen exemplarisch vom irdischen, von Hedonismus bestimmten Leben des Teufels und man lauscht grinsend den von britischem Humor zeugenden Liedern. Einige der Tracks sind rein instrumentaler Natur (wie z.B. "Coming Back Down To Earth" oder "Heaven Can Wait"), überzeugen jedoch mit ihren komplexen, experimentellen Strukturen und drücken die menschlichen Sinne, die der Teufel erstmals erleben kann, bestens aus.
Steven Coates' Musik vermag in den Köpfen einen virtuellen Film zu erzeugen und man hat das Gefühl, im Kino zu sitzen und die Leidensgeschichte des Teufels visuell mitzuverfolgen - zuweilen erschrickt man sogar, da man auf einmal recht grosse Sympathie und Mitleid für den für alles Inhumane Stehende hegt. Dieser Umstand ist aus religiöser Sicht eher unpassend, aber als Abwechslung durchaus spassig. "I, Lucifer" ist ein musikalischer Meilenstein eines Albums, der von jedem an experimenteller Musik interessiertem Menschen gehört werden sollte.


Seit 4. Oktober 2004 im Handel.

Anspieltipps: Coming Back Down To Earth, One More Chance, Le Bete Et La Belle, The Life And Times Of The Clerkenwell Kid
similar artists: Serge Gainsbourg, Ennio Morricone

> Hören und Kaufen > Offizielle Seite > Label > CH-Vertrieb

Bio:
Kunststudent Steven Coates wurde 1997 zu (The Real) Tuesday Weld, nachdem ihm im Traum Big Band-Sänger Al Bowlly und Schauspielerin Tuesday Weld erschienen waren. Seither versucht er, Musik zu produzieren, wie er sie als Kind gehört hatte und nennt als Inspirationen u.a. 30er Jahre Jazz, Serge Gainsbourg und Ennio Morricone. The Real Tuesday Weld alias Steven Coates hat bis jetzt eine EP, zwei Full Lenght-Releases und ein Live-Album herausgegeben und geniesst vor allem in England grossen Erfolg.

The Real Tuesday Weld - I, Lucifer
Diskographie:
> The Valentine EP (2000)
> Where Psyche Meets Cupid (2001)
> I, Lucifer (2003, 2004)
> Les Aperitifs Et Les Digestifs (2004)
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