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The Replacements - Tim

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von Florentin Jäggi am Montag, 8. Dezember 2008 in ältere Schmuckstücke   

Genre: Punkrock, Bluesrock, Pop  |  Label: Sire Records (Warner)

The Replacements - TimDer tägliche Aufstand
Die Replacements verliehen den gesellschaftlichen Verlieren mit „Tim“ ein viertes Mal eine Stimme. Ein Album gespickt mit perfekten Popsongs im Punkoutfit und einem der traurigsten und schönsten Schlusssongs ever.

„Kneeling alongside old sad eyes / He says opportunity knocks once then the door slams shut / All I know is I'm sick of everything that my money can buy / The fool who wastes his life, God rest his guts“. Geplatzte Träume und verpasste Chancen sind häufig behandelte Themen der Band aus Minneapolis, Minnesota. Im Schlusstrack „Here Comes A Regular“ sind es die Gedanken an den aus der Stadt vertriebenen Trinker. In anderen Songs singt Paul Westerberg über das Scheitern in der Gesellschaft im Allgemeinen und gibt denjenigen eine Stimme, die man heute wohl als Verlierer der Modernisierung bezeichnen würde: „God, what a mess, on the ladder of success / Where you take one step and miss the whole first rung / Dreams unfulfilled, graduate unskilled / It beats pickin' cotton and waitin' to be forgotten.“ Vielleicht weil die Replacements ihren Stolz nicht verloren und nicht aufhörten sich zu beschweren, wurden sie für viele zu Helden und zu dem, was man coole Loser nennen könnte. Gegen wen sich ihr Unmut richtete, wurde dabei nicht immer klar und vielleicht wusste es Paul Westerberg auch selbst nicht so genau. Unvergessen bleibt der Song „Unsatisfied“ vom Album „Let It Be“. Es ist die Melodie und sind die Worte, die man als Teenager gegen Betonmauern und Strassenlampen hätte schreien wollen, hätte man sie gekannt.

„Tim“ ist etwas weniger bissig als der besagte Vorgänger. Dies könnte daran liegen, dass die Produktion von Tommy Ramone weniger rau und leider auch ein bisschen lasch ist. Oder am durchschimmernden Einfluss von Assistenzproduzent Alex Chilton, dem Sänger und Gitarristen der verehrten Band Big Star. Trotzdem haben die Songs auf „Tim“ nur wenig von ihrer Widerspenstigkeit eingebüsst und die Punk-Vergangenheit der Band ist den Liedern glücklicherweise immer noch anzuhören. Gleichzeitig zeigt sich auf „Tim“ der Trend hin zu Popsongs, die keinen Zweifel lassen, dass das Album aus den 80ern ist. Leider kommt auch das vierte Replacements-Album nicht ohne Totalausfall aus. „Waitress In The Sky“ erinnert in einer äusserst unangenehmen Art und Weise an „Yellow Submarine“ von den Beatles. Dies bleibt aber ein unerheblicher Wermutstropfen, denn die besten Songs folgen danach Schlag auf Schlag: Die rockigen und eingängigen Songs „Bastards Of Young“, Left Of The Dial“ „Little Mascara“ und die in ihrer Einfachheit brillierende Ballade „Here Comes A Regular“. Sie verleiht dem Album einen (un)versöhnlichen Abschluss: „First the lights, then the collar goes up, and the wind begins to blow / Turn your back on a pay-you-back, last call / First the glass, then the leaves that pass, then comes the snow / Ain't much to rake anyway in the fall.“

Seit 1985 im Handel

> Hören und Kaufen > MySpace > Label > CH-Vertrieb
The Replacements
Anspieltipps:
> Bastards Of Young
> Left Of The Dial
> Here Comes A Regular

Diskographie:
> Sorry Ma, Forgot To Take Out The Trash (1981)
> Hootenanny (1983)
> Let It Be (1984)
> Tim (1985)
> Please To Meet Me (1987)
> Don’t Tell A Soul (1989)
> All Shook Down (1990)
> Don’t You Know Who I Think I Was?: The Best Of The Replacements (2006)

Ähnliche Künstler:
> Paul Westerberg
> Hüsker Dü
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