Neve
stehen nach eigenen Angaben für Lounge, Drum n' Bass und "Indian
Grooves", werfen auf ihrem zweiten Album diese Einordnung aber mehrmals
über den Haufen. Nur die Sitar bleibt immer.
Das eröffnende “Trip Drop“ könnte in seinen ersten zwei Minuten als Ursprung eine Kollaboration zwischen Thievery Corporation und Robert Del Naja vermuten lassen. Weit gefehlt, das sind nicht Legenden aus Washington und Bristol, sondern ein Aargauer Instrumental-Quartett und MC David Granite als Gast aus Genf. Neves erstes Album
“Ebb and Flow“ war noch gänzlich instrumental gehalten, nun sind auf “Absorber“ verschiedene Gaststimmen aus der Schweizer Musikszene zu hören.
Zum grössten Teil finden sich auf “Absorber“ aber immer noch instrumentale Tracks, die sich allerdings nicht mehr in einzelne Genres einordnen lassen. Das verdeutlicht das zweite Stück: Treibende Bassläufe und Drums und Funk-Gitarre starten in “Station No.7“ durch, sobald sich die Gitarre aber in Halleffekten verliert und sich bedrohliche Streicher (schön aus Aphex Twins Meisterstreich “Icct Heddral“ geliehen) hinzugesellen, verwandelt sich der Track gleich völlig.
Das meint OOS:
Neve haben ein grossartiges Album abgeliefert. Das tragende Instrument
des Albums - Sitar - mag ja Geschmackssache sein; wer dieses jedoch
gerne mag und mit den vielen Einflüssen etwas anfangen kann, dem sei
Absorber empfohlen.
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Leider bleibt der Bass etwas auf der Strecke liegen als der Track auf den Höhepunkt zustürzt. Beim aufgestellten “Du und Ich“ unterhält mit dem Basler MC Black Tiger wieder eine Stimme, und zwar bestens, der eher misslungene Refrain mit Sängerin Joy am Mikro weckt hingegen vor allem das Verlangen, sich mal wieder den Lounge-Klassiker “Mathar“ vom Dave Pike Set zu gönnen.
Neve zitieren viel und gerne. “Absorber“ oder “Jaak Song“ mit Nuél Schoch erinnern teils geradezu frappierend an Radiohead – sowas kann stören, muss aber nicht, und wer Neve der vielen Zitate wegen keine Eigenständigkeit zuschreiben will, wird anhand des Sitar/Breakbeat-Instrumentals “Bomb By Night“ oder dem kitschigen, aber dennoch sehr schönen “Ghost“ eines Besseren belehrt. Neve sind nie zu müde, um vom gefälligen Downbeat-Weg abzuweichen, bleiben dabei aber, was wiederum downbeat-typisch ist, relativ gemässigt. Einzig der Klang der Sitar ist als klar massenuntaugliche Komponente omnipräsent.
Das Klangbild auf “Absorber“ ist meist transparent, wirkt aber immer leicht gedämpft und gekünstelt, was dem Sound die Natürlichkeit nimmt und die Musik folglich in ihrer Entfaltung etwas einzuschränkt. So oder so, Neve sorgten mit “Absorber“ für einen der besondersten Momente im Schweizer Musikjahr 2008 – hörenswert!
Seit 03. Oktober 2008 im Handel.
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Anspieltipps:
> Bomb By Night
> Absorber
> Hole People
Diskographie:
> Ebb & Flow (2006)
> Absorber (2008)
Ähnliche Künstler:
> Thievery Corporation
> Radiohead
> Massive Attack
> Nicola Conte