Die bekannten lateinischen Worte „Gaudeamus igitur, iuvenes dum sumus“ stehen unschuldig auf der Rückseite des ersten Tonträgers der Cellistin Julia Castellani und der Sängerin und Gitarristin Daniela Hallauer. Jugendbonus? Kindermusik? Weit gefehlt. Das junge Lindenbäumchen streckt seine noch etwas dünnen Ästchen aus und kreiert mit den begrenzten technischen Möglichkeiten schöne Popsongs, denen man zwar die Unerfahrenheit noch anhört, aber auch immer wieder erstaunt feststellt, wie verwurzelt und stilsicher das junge Duo schon wirkt.
Das Beste zu Beginn: Eine einmalige Pianomelodie läutet den schwer tanzbaren „Disco Song“ ein. Eine reife ausbrechende Stimme klinkt sich mit der Gitarre ein und wird urplötzlich vom beruhigenden Cello begleitet. Der sanfte Refrain und die aufwühlende Bridge sind klassisch und einlullend. Das folgende „Neighbourhood“ ist dann diese Spur zu klassisch, in „Storytelling“ rücken dagegen die schöne Stimme und das Cello in den Vordergrund. Ohne, dass wir wirklich darauf gewartet haben, begleitet beim Hass/Liebe Song „Amsterdamit“ ein Schlagzeug die beiden Musikerinnen. Wirklich grossen Gefallen finden aber vor allem die Melancholie, der gehauchte Refrain und die düstere Abgeschiedenheit von „Mirror“.
Welcher Lateinlernende merkte sich die Worte des Lieds „Gaudeamus…“ damals bis zum Ende hin? Da heisst es nämlich: „Vivant omnes virgines faciles, formosae, vivant et mulieres, tenerae, amabiles…“. Selbstlob? Überschätzung? Nein, einfach nur schöne Musik von zwei jungen Frauen.
Seit 31. Juli 2009 erhältlich
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Anspieltipps:
> Disco Song
> Mirror
Diskographie:
> Carminis EP (2009)
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