Zofingen, den 19. September 2009 – 372 Tage nach dem Release von Metallicas’ „Death Magnetic“ – wird ein Schweizer Trash-Biest herausgelassen und soll massenhaft Nackenmuskeln erlegen. Zeigt dieses Vieh wirklich Zähne und Klauen? Mutig schreiten wir vor die Höhle...
Cyanide? Metallica? Aktuell verbindet ein Trash-Freund diesen Ausdruck eher mit dem Lied aus dem neusten Album „Death Magnetic“. Im 2008 erschien davon die erste Single-Auskopplung, wir erinnern uns gerne daran. Doch Cyanide – zu Deutsch Blausäure – geistert auch anderweitig in der Schweizer Trash-Szene herum: Zyanide, das fünfköpfige Ungetüm, irgendwo aus dem Mittelland, stampft langsam heran. Nur mit „Z“ geschrieben, böse und verlockend zugleich.
Zyanide neben Sänger, Gitarren, Bass und Drums ausgerüstet mit Keyboarder – hier streiten sich bereits Geister und Trash-Sympathisanten: Eine – wahre – Trash-Kompanie mit Keyboard? Im Power Metal oder anderen Metal-Sparten ein gerne gehörtes Instrument, nicht aber im Trash – nicht wirklich. Mutig aber wagen Zyanide diese Ergänzung in ihrer Formation und versehen ihren Songs zünftig Elektrotouch – vielleicht kann die Band damit neue Anhänger anderer Metal-Genre erreichen? Deshalb kann das Album nicht als reines Trash-Album deklariert werden. Diese Wahl findet auch beim Autor weniger Anklang: teilweise leidet das Ohr kräftig darunter, leider. Die Keyboard-Passagen sind zu fleissig eingesetzt. Kommt hinzu: Dieses kunterbunte Instrument bietet eine solch vielseitige Klangwahl – die Band aber entschied sich für den immer gleich, vielfach nervenden, Effektsound in hohen Bodom-Tönen. Schade, weniger wäre oft mehr.
Schwamm drüber. Das Debüt von Zyanide haut daneben gehörig rein. Chapeau. Die Band wurde bereits im 2005 gegründet, wurde durch etliche personelle Wechsel immer wieder aus der Bahn geworfen, hat aber bereits auch reichlich Bühnenerfahrung und kann jetzt endlich den eigenen Longplayer vorweisen. Live mögen die Jungs sicherlich überzeugen – garantiert. Was dem Hörer des Albums aber teilweise fehlen wird, ist das typische, dumpfe und Doublebass-lässige Metal-Gefühl in der Magengrube. Tja. The Beast is Released wirkt aufnahmetechnisch sicherlich nicht ausgereift, ist aber auch kein Grund, zusätzlich Punkte abzuziehen. Böse und wirklich fruchteinflössend wirkt der Gesang auf dem Debütalbum nicht – solide, kraftvoll, teils etwas zu monoton vielleicht.
Fazit: Das erste Biest (Album) von Zyanide versetzt den Hörer – noch – nicht in Angst und Schreckszustände, verkörpert aber eine charakterstarke Schweizer Metalplatte. Damit ist die Frage geklärt. Weniger Keyboard, etwas böser (singen oder growlen) und dem Typen hinter dem Mischpult auch mal Meinung sagen – und das Zweitwerk von Zyanide tritt dann wirklich kompromisslos Ä...pfel. Trash hin oder her.
Seit 19. September 2009 im Handel.
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Anspieltipps:
> The Price to Pay
> Black Cloud
> Battlefield
Diskographie:
> The Beast is Released (2009)
Ähnliche Künstler:
> Iced Earth
> Nevermore
> Trivium