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1984 - Open Jail

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von Lukas Meyer-Marsilius am Donnerstag, 6. November 2008 in Neuerscheinungen   

Genre: Wave-Rock  |  Label: Weekender Records (Indigo)  |  Unsere Wertung: 6.5/10

Open JailGewinner der Tour de Force
Unter Dopingverdacht: 1984 aus Strassbourg reissen mit ihrer Version des Retro-Rocks mit.

Die 80er Jahre gelten manchem als düsteres Kapitel der Musikgeschichte. 1984 heissen nicht nur so, sie klingen auch wie einige Bands dieser Epoche, allerdings nicht wie die typisch klebrigen Synthie-Pop-Bands, sondern eher wie jene, die heute noch stilbildend sind. Joy Division, die B-52s und die Ramones werden im Promo-Text als vergleichbare Bands genannt, wobei die Hoch-Zeit dieser Bands ein wenig früher war: Ende der 70er. Die Hochzeit, also Vermengung in einer wilden Mischung aus Retro-Rock und 80ies-Wave, gewürzt mit einigen Folklore- und Ska-Einlagen, passiert ab 2006 im beschaulichen Elsass. 1984 steht ausserdem für die Generation der Band, die im neuen Millennium erwachsen geworden ist; und natürlich muss man bei dieser Jahreszahl auch gleich an George Orwells düstere Vision des totalitären Staates denken.

Aber wie klingt das nun konkret? Mit „Cocooning“ und „Cache-cache“ geht’s rockig und düster los, hier wird nicht Verstecken gespielt, wie der zweite Titel suggeriert. „Skandiska“ und „L’homme aux so“, ein unnötiger Ska-Verschnitt, fallen eher ab. „Swoon“ und „Desert Dancers“ sind ganz nett. Danach kommen mit „The Missing Voice“ und „Baikal Amour Magistral“ die Höhepunkte des Albums, eingängige und mitreissende Rocksongs. Die letzten drei Songs sind wieder nett, aber nicht mehr. 

Diese wilde Mischung aus französischen und englischen Texten, aus Wave und Rock, Punk und Pop, versetzt mit Surf-Rock, Ska, orientalischen Melodien und einem Schuss Zigeunerlager ist nicht schlecht. Teils mitreissend, teils eher belanglos, mag man sich einige Songs immer wieder anhören, während andere schon beim ersten Mal nerven.

Seit  24. Oktober 2008 im Handel.

> Hören und Kaufen > MySpace > Label > CH-Vertrieb
1984
Anspieltipps:
> The Missing Voice
> Baikal Amour Magistral

Diskographie:
> Open Jail (2008)

Ähnliche Künstler:
> Interpol
> Joy Division
> Chewy

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