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22 Pistepirkko - Drops & Kicks (2005) (Playground/RecRec)

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von Andreas Scheuber am Mittwoch, 6. Juli 2005 in Neuerscheinungen   
22 Pistepirkko - Drops & Kicks (2005) (Playground/RecRec)

Norden allein… reicht nicht!

22 Pistepirkko - Drops & Kicks (2005) (Playground/RecRec) Da, wo die herkommen ist’s dunkel. Da, wo die herkommen geht keiner ohne dicke Jacke hin. Da, wo die herkommen ist’s Finnland. Und als ob Finnland noch nicht genügend Norden bedeutete, kommen sie auch noch aus dem Norden-Norden, aus der Nähe des Polarkreises: 22 Pistepirkko.


Weil bei lang anhaltender Dunkelheit die Orientierung mit den Augen praktisch unmöglich wird, man sozusagen blind ist, konzentriert sich die Informationsaufnahme stärker auf die Geräusch-Wahrnehmung mit den Ohren. Vielleicht ist dies der Grund, weshalb scheinbar unzählige Bands aus den Quellen im Norden Europas den Kontinent überfluten – sie haben gelernt, richtig zu hören. Ein Exemplar unter diesen Fledermaus-Menschen sind 22 Pistepirkko (Marienkäfer) aus Finnland. Haben Marienkäfer Ohren? Nein, dafür haben sie einen herzigen Rückenpanzer und wie’s scheint, reicht dieser aus, um Musik zu machen! Auf jeden Fall insofern, wie dies anhand eines 5-Track-Samplers überhaupt zu beurteilen möglich ist. Aber, die restlichen Tracks auf "Drops & Kicks" müssen mit diesen fünfen mithalten können und sie klar übertreffen, sonst ist sich dieses gute Stück nicht wirklich eine Überlegung wert. „Mr. Twister“ beginnt als ruhige Ballade, die sich aus unerklärlichen Gründen plötzlich in einer pompösen Orchesterwolke wieder findet. Der skandinavisch unentbehrliche Retro-Rock-Track folgt mit „Rat King“, wird natürlich mit dem obligaten Da-Da-Damm eingeleitet. Etwas Neues in dieser Hinsicht wäre in nächster Zukunft durchaus wünschenswert, diese tolle Erfindung stammt aus frühen Rolling Stones-Zeiten und beim besten Willen - diese ist doch schon einige Jährchen her! „X-(Wo)Men“ beruhigt die genervten Gemüter. Einfache Gitarrenakkorde und das Piano begleiten die angenehm tiefe Stimme – so was wäre schon eher denkbar. „Sister May“ ist Diebesgut, ein Sammelsurium von aus aller Welt zusammengetragenem Material, das trotzdem oder gerade deshalb sehr eingängig ist. Und dann erfolgt bereits der letzte Streich mit „Not So Good At School“, einer Mischung aus OPM und Mando Diao.
22 Pistepirkko bieten alles und irgendwie doch nicht allzu viel. Die Tracks sind ein scheinbar zufälliger Überblick über das vergangene Schaffen der Band, kombiniert mit zur Zeit angesagtem Pseudo-Rock. Fazit: Blosse Nachahmungen verwehren einer Band irgendeinen Grad an Selbstständigkeit und somit den Status von Einzigartigkeit, die einen Künstler überleben lässt.


Seit 30. Mai 2005 im Handel.

Anspieltipps: Rat King, X-(Wo)Men
similar artists: The Hives, OPM, Mando Diao

> Hören und Kaufen > Offizielle Seite > Label > CH-Vertrieb

Bio:
22 Pistepirkko (22 Marienkäfer) besteht aus den Brüdern P-K (Gitarre, Gesang) und Asko (Bass, Orgel), sowie ihrem Sandkastenkumpanen Espe (Drums, Gesang), die alle aus dem kleinen Dorf Utajärvi im Norden Finnlands, nahe des Polarkreises, stammen. Die drei Herren tönen bereits seit Ende der 70-er Jahre und haben von Punk, über Country und Blues, bis Elektronik-Pop so ziemlich alles Angesagte einmal ausprobiert, ausser - einer Prise Rock: Et voilà, ihr neues Album Drops & Kicks.

22 Pistepirkko - Drops & Kicks (2005) (Playground/RecRec)
Diskographie:

> Rally Of Love (2001)
> Downhill City (1999)
> Eleven (1998)
> Zipcode (1997)
> Rumble City, Lala Land (1995)
> Big Lupu (1992)
> Bare Bone Nest (1989)


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