Das deutsche Duo 2Raumwohnung führt die gewohnte Mischung aus
Electro- und Indiepop weiter, erlaubt sich dabei aber einige Schnitzer.
Gitarren da, Beats dort, viel Piano und Synthesizer, lüpfig-fröhliche Songs mit leicht nachdenklichen Untertönen, über allem die warme Stimme von Inga Humpe – diesem Erfolgsrezept bleiben 2Raumwohnung auch auf ihrer fünften CD treu. Dass die Lieder zuweilen billig wirken und die Texte manchmal leicht dümmlich sind, ist da wohl miteinkalkuliert. Schliesslich ist das „Positive eine Essenz“, auf der 2Raumwohnung laut eigenen Aussagen aufgebaut ist.
Los geht’s mit „Besser geht’s nicht“, einem poppigen Knaller ohne elektronische Spielereien, der recht eingängig ist. Die nächsten Songs sind da offener, der Titelsong „36 Grad“ schwankt zwischen Beats und Sprechgesang in der Strophe und „ooh ooh“-Chören im Refrain und ist immer kurz vor dem Abrutschen in Kitsch, aber irgendwie mitreissend. „Der Sommer der jetzt nicht war“ ist eher ruhig gehalten, sehr relaxed, sehr chill-out, um mal Neudeutsch aka Denglisch zu bemühen; ein sehr schöner Song. Mit „Nimm sie“ fängt der eher Dance-lastige Teil an, der in „Ja“ schon fast zu Trance ausartet. Die Texte werden auch nicht besser: „Nimm sie, nimm sie nimm sie, verschling sie“, wird da im Refrain geträllert, oder „Never say never, sag niemals nie, denn es gibt Eichhörnchen, die fahren Wasserski“ zu billigsten Beats in „Ja“. Über einen Song mit dem Titel „Eins zwei drei – tschiu …“ (so geht der letzte Teil des Refrains) muss man wohl keine Worte mehr verlieren. Gegen den Schluss wird’s wieder besser, „Lotus“ ist zwar auch nicht besonders inspiriert, aber das ruhige „Bleib doch bis es schneit“ sorgt immerhin für einen schönen Abschluss.
„36 Grad“ enthält leider viel Belangloses, gar Nerviges und Überflüssiges, aber auch seine guten Momente. Natürlich hat Sängerin Inga Humpe eine schöne Stimme und selbstverständlich sind viele gute Ideen da, aber irgendwie geht das zwischen all den 80ies-Verschnitten und durchschnittlichen Songs unter, die schlussendlich zu leichtgewichtig sind, um mehr als nette Hintergrundmusik zu sein, von den erwähnten Ausnahmen abgesehen.
Seit 2. Februar 2007 im Handel.
Anspieltipps: Besser geht’s nicht; Der Sommer der jetzt nicht war; Bleib doch bis es schneit
Trackliste: 1) Besser geht’s nicht; 2) Mir kann nichts passieren; 3) 36grad; 4) Der Sommer der jetzt nicht war; 5) Ich bin der Regen; 6) Nimm sie; 7) Ja; 8) La la la; 9) Du bewegst dich richtig; 10) Seid eins; 11) Eins zwei drei – tschiu; 12) Lotus; 13) Bleib doch bis es schneit
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Bio:
Tommi Eckart, Elektro-Sound-Tüftler aus Berlin, und Inga Humpe, ehemalige Sängerin der NDW-Band Neonbabies, schrieben 2000 zusammen einen Song für einen Kinowerbespot der Zigarettenmarke Cabinet und veröffentlichten ihn später unter dem Namen 2Raumwohnung, das Album „Kommt zusammen“ folgte bald. Es folgten weitere Alben, diverse Auszeichnungen, darunter den Deutschen Dance Award, und Tourneen in Deutschland und Europa.