7 Weeks machen soliden Stoner Rock mit Alternative- und Hard
Rock-Einflüssen. An einer eigenen Handschrift mangelt es der Band leider
auf "All Channels Off" noch.
Das Debut der vier jungen Franzosen aus Limoges beginnt vielversprechend mit dem Titeltrack: Gutes Riffng, rhythmisch akzentuiert, dennoch mit viel Zug und einem überraschend melodiösen Refrain als gelungenem Kontrast. Queens Of The Stone Age und Alice In Chains fallen mir ein. Das folgende "Loaded (Burnt)" ist ebenfalls eine schnellere Nummer mit viel Drive – allerdings fast ohne Punkt und Komma. "Submarine" weckt Assoziationen zu King’s X, da der Gesang von Julien Bernard öfters an Doug Pinnick erinnert, was als Kompliment zu verstehen ist. Insgesamt passiert bei diesem Song aber schlicht zu wenig, um die aufkommende Langeweile zu vertreiben.
Der vierte Song "Dust and Rust" bringt es mit dem Titel, der auch dem qualitativ nicht überzeugenden Artwork Pate stand, auf den Punkt: Etwas angestaubt und rostig. Das betrifft im Grunde genommen nur die Ideen, denen es schlicht an Eigenständigkeit fehlt. Die Umsetzung ist durchaus ansprechend und insbesondere wenn 7 Weeks das Tempo drosseln, ist Potenzial für die Weiterentwicklung erkennbar, es handelt sich schliesslich um das erste Album der Band.
"Deadloss" ist beispielsweise ein Song der schnelleren Sorte, der mit guten Riffs, geradlinigen Grooves und eingängigen Gesangsmelodien viele Qualitäten der Band beinahe auf den Punkt bringt. "The Wait" ist ein gelungener Track der gemässigten Gangart, bei dem insbesondere der Instrumentalteil nach drei Minuten spannend und mitreissend ist. Das fast sieben Minuten lange "Whisper (and Dig The Ground)" sticht ebenfalls nicht nur aufgrund seiner Länge hervor, sondern auch mit coolen Einschüben der Leadgitarre und der Sitar im Outro.
Zum Abschluss hat die Band mit "600 Miles" wohl bewusst einen schnurstracks nach vorn losgehenden Kracher draufgepackt, der mir leider einen ziemlich intensiven Nachgeschmack nach "Regular John" vom ersten Queens Of The Stone Age Album hinterlässt – finde ich unglücklich.
"All Channels Off" ist ein spieltechnisch überzeugendes Debutalbum, mit Songs denen es an Raffinesse im Songwriting trotz vieler guter Ansätze noch fehlt. Die Vorbilder der Franzosen sind fast allgegenwärtig. Über das gesamte Album hinweg vermisse ich die Abwechslung bei der Instrumentierung oder beispielsweise mal einen etwas anderen Gitarrensound, schlicht irgend eine Abwechslung im Klangbild der Band, die das Album auflockert.
Wer’s rauh und geradlinig mag, auf Eigenständigkeit nicht so Wert legt oder einfach seine Stoner Rock Sammlung bereits in- und auswendig kennt, wird hier recht bedient.
Seit August 2010 im Handel.
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Anspieltipps:
> Deadlos

s
> The Wait
Diskographie:
> B(l)ack Days (2008)
> All Channels Off (2010)
Ähnliche Künstler:
> Queens Of The Stone Age
> King’s X
> Fu Manchu