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A – Teen Dance Ordinance (2005) (London Records/Warner Music)

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von Michael Rothen am Sonntag, 17. Juli 2005 in Neuerscheinungen   
A – Teen Dance Ordinance (2005) (London Records/Warner Music)
 
Examen-Tanz, Zahnspangen und Zuckerwerk

A – Teen Dance Ordinance (2005) (London Records/Warner Music) Terry Date’s Premiere! Eine englische Band im Studio X in holy Seattle. Beweihräuchert angesichts des enormen Kulttums und der sagenumwobenen Legendenhaftigkeit Seattles hangeln sich A durch ein Wechselbad an Songs, zusammengepfercht auf ihrem neusten Wurf.


Ich seh’ das so: “Teen Dance Ordinance” von A kommt einer Wundertüte gleich. Da gibt’s allerhand Unterschiedliches (Rock, Post-Core, Punk-Rock, Nu-Metal, Stadion- und/oder Hard-Rock). Erfahrungsgemäss bergen jedoch heutige Wundertüten begrenzt lange Spannungsphasen, eine handvoll Unnützes und selten viel Taugliches. Zielpublikum: Jahrgang 1987 oder jünger. Achtung: Kariesgefahr; sehr passend zum Plattentitel!
A offerieren dennoch keinen Totalausfall, nur irgendwie eine Scheibe ohne roten Faden, ohne Plan, leicht beliebig, zu konsumentenfreundlich und daher austauschbar – schlicht ein Potpurry! Immerhin nicht zwingend zielgruppenorientiert angelegt ist der quere, an Perry Farrell (Jane’s Addiction) oder streckenweise an Sting erinnernde Gesang von Sänger Jason Perry (einer der drei Perry-Brüder innerhalb von A). Die Ähnlichkeit Perrys mit den vorgenannten Grössen ist kaum gesucht, vielmehr gegeben und wird, ohne Rücksicht auf Verluste, glücklicherweise vollends ausgelebt. Dies dürfte für Kids im Zahnspangenalter doch eher gewöhnungsbedürftig sein – Hut ab, das macht Mut.
Produzent Terry Date – in der Vergangenheit verantwortlich für Platten vom Schlage Soundgarden, Pantera oder Deftones – hingegen tut das, was er am besten kann: Er liefert mit „Teen Dance Ordinance“ ein feines Produkt ab, was erdig und natürlich klingt. Keine unnötig Dicke-Hose-Produktion, wirklich gut anhörbar und für die aktuell vorherrschenden USA-Standards eine absolute Ausnahme und erfreuliche Bereicherung, fast schon eine kleine Erlösung – wenigstens für mich.
Also: Baseball Cap auf, gefaktes Lippenpiercing rein, schwarze Ränder vom Haarfärbemittel am Haaransatz und los zum Examen-Tanz; aber hey, nicht bevor die Hausaufgaben erledigt sind!
Nächstes mal bitte mehr à la „All Ages Dance Ordinance“, dann wird sich vielleicht auch der Sternenhimmel für A füllen.


Seit 1. Juli 2005 im Handel.

Anspieltipps:
Rush Song, Someone Else (insbesondere 0:26 bis 0:56), Die Tonight
similar artists: Blink 182, Papa Roach, Donots, Jane’s Addiction, Therapy?, Deftones, The Police
 
> Hören und Kaufen > Offizielle Seite > CH-Vertrieb
 
Bio:

A, das sind die drei Perry Brüder Jason (Vocals), Adam (Drums), Giles (Keyboards) sowie Mark Chapman (Guitar) und Daniel Carter (Bass). Grosse Bands kommen nicht aus dem Nichts, sie wachsen und entwickeln sich. So wie eben A; besagt wenigstens die bandeigne Biographie. Was sicher stimmt, ist, dass A sich mit dem 2002er Album „Hi-Fi Serious“ aus der Indie-Nische auf direktem Weg in die Liga des Rockmainstreams gespielt haben. Eine scheinbar nahtlose Fortsetzung diesbezüglich bildet ihr neustes Werk „Teen Dance Ordinance“. Der Titel – von einem überholten Ausgangs-Gesetz Seattles ausgeliehen – stellt eine Art Referenz an die Heimatstadt der neusten Aufnahmen dar.
Ein ironischer Twist: Besagte doch jenes Gesetz nichts anderes, als dass auf sogenannten Under-18-Gigs nur Kids zwischen 15 und 18 Jahren erlaubt waren und Ältere nur in Begleitung eines Unter-18-Jährigen Einlass erhielten?! 2002 wurde dieses doch eher unsinnige Gesetz durch die flexiblere „All Ages Dance Ordinance“ ersetzt.
 
A – Teen Dance Ordinance (2005) (London Records/Warner Music) 
Diskographie:
> Teen Dance Ordinance (2005)
> Hi-fi Serious (2002)
> How Ace Are Buildings (2002)
> Exit Stage Right – Live (2000)
> Monkey Kong (1999)


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