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Agnès Bihl - Merci Maman Merci Papa (2005)

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von Tobias Imbach am Sonntag, 23. Oktober 2005 in Neuerscheinungen   
Genre: Chanson, Jazz, Pop
Label: Naïve
CH-Vertrieb: Musikvertrieb
Unsere Wertung: Agnès Bihl - Merci Maman Merci Papa (2005)

Trugbild
Agnès Bihl - Merci Maman Merci Papa (2005) Die quirlige Pariserin Agnès Bihl präsentiert wunderhübsche Melodien in einer neuartigen Aufmachung, die im Grunde ausschliesslich eine Fusion von Altbewährtem darstellt.

Schnell ist klar: “Merci Maman, Merci Papa“ ist ein Album eher ungewöhnlicher Natur. Lässt das bunte Cover erst noch musikalischen Frohsinn erwarten, zeigen die im Grunde eher selten wirklich heiteren Klänge in eine andere Richtung. Die überwiegend melancholische Musik und die mehrfach sehr tollen, oft humorvollen, immer durchdachten und mit klugen Wortspielen verfeinerten Texte weisen etwas sehr Spezifisches auf und ziehen schnell in den Bann. Auch wenn die Stücke eigentlich alle relativ ähnlich klingen und nur durch fein eingebrachte Details jeweils etwas aus dem Rahmen fallen, tut das dem Hörvergnügen keinen wirklichen Abbruch. Denn was die Bihl und ihre Mitmusiker hervorzaubern, klingt eigen und lässt “Merci Maman Merci Papa“ zu einem spannenden Hörerlebnis werden. Spieldosen  treffen Drehorgeln, Zirkusmusik und Gipsy-Jazz stossen dazu, Tango Nuevo-Einflüsse (im Titelstück schön erkennbar) lassen anerkennend nicken und natürlich ist auch typisch Französisches wie jazzige Musette (im schicken “Paris au moit d’août“), französischer Pop in der Tradition von Georges Brassens (unwiderstehlich gut: “La complainte des filles de joie“) und altbewährtes Chanson vertreten. Am besten klingt das Ganze, wenn Agnès Bihl richtig auftaut, wie zum Beispiel im grossartigen “Baby Boom“, das mit berauschender Klarinette und klimperndem Honky-Tonk-Piano wohl eines jeden Tanzbein schwingen lässt. Doch auch nicht wenige der ruhigeren Stücke wie beispielsweise das verträumte “13 ans“ lassen den Hörer entzückt zurück. Interessant ist, dass bei jedem Stück immer eine Note Melancholie, manchmal auch gar Gefühlskälte und Distanziertheit, mitschwingt. In textlicher Hinsicht ist das erst recht der Fall: Agnés Bihl widmet ihre Songs im Chanson-Genre eher ungewohnten Themen wie Kindern geschiedener Eltern oder der eigenen Boshaftigkeit und bringt so ebenfalls etwas frischen Wind in die “Nouvelle Scène“. Abschliessend noch ’n Beitrag aus der Tippsektion an die lieben Leser: Man tut gut daran, dieses eher kurze Album nicht zu oft zu hören (auch wenn’s im ersten Moment schwer fällt), die Luft ist leider doch etwas schnell raus.


Seit 22. August 2005 im Handel.

Anspieltipps: Merci Maman Merci Papa, 13 ans
Trackliste: 1) Merci Maman Merci Papa; 2) J’ai pas le temps d’avoir 30 ans; 3) A ton marriage; 4) Papa Dimanche; 5) La complainte des Filles de joie; 6) Paris au moit d’août; 7) 13 ans; 8) Madame; 9) Solitude; 10) Baby Boom; 11) Je reviens; 12) Sac à vie; 13) Méchante
similar artists: Manchmal Bénabar, manchmal auch ein wenig wie Carla Bruni … im Grossen und Ganzen aber recht eigenständig und schwer vergleichbar.

> Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > Label > CH-Vertrieb

Bio:
Die vor 30 Jahren in der französischen Hauptstadt geborene Agnès BIhl gelangte 2001 mit den 13 Chansons auf ihrem Erstling “La terre et blonde“ zu Ruhm. Ihren Namen traf man forthin immer wieder im Zusammenhang mit der französischen Nouvelle Scène an, ausserhalb Frankreichs blieb Bihl allerdings unbekannt. Vier Jahre später veröffentlicht Agnès Bihl ihr neues Album, bei dem sie wiederum für die Texte und die Interpretation verantwortlich ist – die schönen Melodien stammen hauptsächlich aus der Feder von Giovanni Mirabassi.

Agnès Bihl - Merci Maman Merci Papa (2005)
Diskographie:
> La Terre et blonde (2001)
> Merci Maman Merci Papa (2005)



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