Win-Win Situationen wollen uns viele Wasser quirlende
Möchtegern-Propheten aufschwatzen. Bei Air gibt's eine solche – unter
gleichzeitiger Wenigbeteiligung – auf die Ohren.
Auf Kameraden! "Late Night Tales" ist nicht eigentlich das neue Album von Air. Viel mehr entspricht es dem ::exit.music:: 'schen Mixtapeformat in Gross und auf Silberling.
Win-Win meint, wenn ein Air-Freund wie ich als Track Nummer 1 "All Cats Are Grey" von The Cure ab dem Meisterwerk "Faith" offeriert bekommt (
übrigens Review zu "Faith" einsehbar unter 'ältere Schmuckstücke' ); viel kann dann ja eigentlich gar nicht mehr schief gehen und bestätigt sehe ich mich gleichzeitig in meinem Geschmack bzgl. Air, resp. bzgl. Musikgeschmack von Air.
Nun, "Late Night Tales" erzählt weitere 18 Geschichten nebst "All Cats Are Grey" von The Cure – manche gar ohne auf Texte/Gesang zurückzugreifen (einer davon Air mit Baricco). Herausstreichen möchte ich eigentlich kein weiteres Märchen – nur, dass Air sehr wohl wissen, woher/von wem sie sich sanft stimulieren und leiten lassen. Die Auswahl ist krud, macht aber bereits nach dem ersten Hördurchlauf absolut Sinn. Vertreter wie Black Sabbath, The Band, Japan, Scott Walker, Cat Power, Lee Hazelwood, Elliot Smith oder The Troggs musizieren allesamt in einer Art, wie sie Air partiell für sich zu benutzen / interpretieren weiss.
Kind Of A Geständnis.
Hört euch das bitteschön selber an, wenn ihr Air mögt, so mögt ihr auch diese Kollektion. Es gibt die eine oder andere Erhörung zu machen; eben tut das selbst.
Und eben, wer aufrichtig durchs Leben geht, der nur gewinnen kann. Air machen's vor, indem sie's irgendwie eigen nachmachen. Und die Welt dreht langsamer denn je zuvor, ob der AtmosphAIRre!
"Late Night Tales" – eine Folge, eine anspruchsvolle Mixtape-Serie mit wechselnden Künstlern (u.a. Turin Brakes, Belle And Sebastian, Flaming Lips, Jamiroquai, Groove Armada, Kid Loco) und bereits Jahre langer Tradition – aus dem Hause Azuli Records vermittelt uns des Künstlers perfekte Late-Night-Berieselung.
Seit 27. Oktober 2006 im Handel.
Anspieltipps: All Cats Are Grey, Planet Caravan, Let's Get Lost, Cousin jane
Trackliste: 1) The Cure – All Cats Are Grey; 2) Black Sabbath – Planet Caravan; 3) Nino Rota – O' Venezia Venaga Venusia; 4) The Band – I Shall Be Released; 5) Georges Delerue – Theme De Camille; 6) Japan – Ghosts; 7) Scott Walker – The Old Man's Back Again; 8) Jeff Alexander – Come Wander With Me; 9) Minnie Riperton – Loving You; 10) Cat Power – Metal Heart; 11) Tan Dun – For The World; 12) Sebastien Tellier – Le Long De La Riviere Tendre; 13) Lee Hazelwood – My Autumn's Done Come; 14) Robert Wyatt – P.L.A.; 15) Elliot Smith – Let's Get Lost; 16) The Troggs – Cousin Jane; 17) Air/Baricco – Musica; 18) The Cleveland Orchestra – Ravel: Pavane Pour Une Enfante Défunte
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Bio:
Das 1995 gegründete französische Duo – bestehend aus Architekt und Physiker (Nicolas Godin und Jean-Benoit Dunckel) – verkauft nach einigen erfolgreichen Singles auf dem französischen Dance-Label Source mit "Moon Safari" 1998 via Virgin Alben und wird damit zum Inbegriff des schwermütigen Träumerkonglomerat.
Die nachfolgenden Alben sowie die gut harmonierende Zusammenarbeit mit Filmerin Sofia Coppola (Album "Virgin Suicides" und Track "Alone In Kyoto") etablieren die Franzosen schliesslich in der Welt der Popmusik. 2005 erhalten Godin und Dunckel den "Chevalier Des Arts Et Lettres" vom französischen Kulturminister und schreiben gleichzeitig für die wunderbare Charlotte Gainsbourg deren neues Album "5:55", welches im August 2006 erschienen ist. Ebenso 2006 wandelt Dunckel auf Solopfaden und veröffentlicht sein Eigenling "Darkel".
Als viel beachtete Musiker werden die Herren schliesslich eingeladen, ihren Beitrag in der "Late Night Tales"- Reihe zu leisten und netterweise ist für 2007 sogar ein nächstes Air Album terminiert.