Air - Pocket Symphony |
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| von Michael Rothen am Donnerstag, 19. April 2007 in Neuerscheinungen | |
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Genre: Easy Listening; Wellness-Musik Label: Virgin CH-Vertrieb: EMI Music Unsere Wertung: ![]() Warum "Moon Safari" "Pocket Symphony" und "Pocket Symphony" "Moon Safari" hätte heissen sollen
Nun eins ist richtig und eins ist falsch. Richtig: "Moon Safari" hätte sehr gut als Titel zum Neuling gepasst. Falsch: "Moon Safari" war musikalisch bei Weitem nicht das beste Album von Air; lediglich das kommerziell erfolgreichste - got it so far? Einerlei. Durchaus ein weiteres Statement hier: "Pocket Symphony" ist das wenig beste Album von Air, was handkehrum immer noch sehr gut meint; aber der Reihe nach.
Der Neuling setzt das fort, was auf "Talkie Walkie" über eine Tracklänge in "Alone In Kyoto" angetönt wurde – nur eben ausgedehnt auf ein ausgewachsenes Album – nämlich grösstmögliche Unaufgeregtheit. Wer, wenn nicht Air, dürfen, ja müssen ein neues Album instrumental einläuten? Die eindringliche Schlichtheit des Openers "Space Maker" bereitet pures Vergnügen. Eine solche Harmonieeffizienz würde bei anderen Künstlern nicht annähernd so voll klingen. Wirklich ein ganz einzigartiges Qualitätsmerkmal der "Garçons Calmes" von neben an. Track 2 bringt eigentlich nichts wirklich Neues, Glockenspiel mal ausgeklammert, dafür Gutes. Ein Novum – in Form von Jarvis Cocker-Gesang – bietet Song Nr. 3. Gastsänger, eine eher unübliche Gepflogenheit für "offizielle" Air-Platten. Doch "One Hell Of A Party" klingt toll, ist gesanglich gelungen interpretiert, im Endeffekt aber kein Air-Song im engeren Sinne mehr; zu stark der Charakter des Ex-Pulp-Frontmannes. Vier dto. zwei. Auf die Fünf gibt's das, was letztendlich die Platte etwas leidlich hörbar macht: Ein weiteres, jedoch, für mich unüblich, tatsächlich sehr uninspiriert wirkendes Instrumental. Da wird die Stärke des eigenen Geduldfadens doch schön auf die Probe gestellt. Zum guten Glück besinnen sich Air wieder zurück auf ihre Stärken und offerieren gleich drei gelungene und absolut typische Lieder in Folge. Es bleibt, mich erneut zu fragen, wie in aller Welt Godin und Dunckel es anstellen, mit sich stetig wiederholenden Abfolgen und teils einzelligen Zweizeilertexten solch wolkenfreie Himmel aufzutun? Das dritte Instrumental ist gut, weniger jedoch als das Erste, sicherlich aber besser noch als das Zweite; gehört insgesamt trotzdem zu den Schwächeren auf "Pocket Symphony" und rupft ein wenig am Mundwinkel des Dauergrinsers. Neil Hannon (The Divine Comedy) zelebriert mit dem Duo Stück Nummer 10 in bester Simon and Garfunkel-Manier. Wie zuvor schon bei Jarvis Cocker hörbar, ist Neil der Charaktergebende und Air im besten Falle die (austauschbare) Begleitband – trotzdem nett. "Redhead Girl" weckt ganz stark Erinnerungen an "Lost In Translation"; um genau zu sein, an jene Szene, in welcher Frau Coppola ihre toll bewegten Bilder mittels "Alone In Kyote" musikalisch aufzupeppen weiss. Zum Schluss der Schluss, sehr wenig aufregend bzw. einigermassen adäquat im Rahmen des künstlerischen Gesamtkonzepts namens "Pocket Symphony" – selbstredend instrumental again. Dieses Album offeriert also die grosse Unaufgeregtheit – nur noch nicht in Vollendung. Irgendwie das schlechteste Air-Album seit jeher und trotzdem gut. Seit 2. März 2007 im Handel. Anspieltipps: Space Maker; Napalm Love; Mer Du Japon Trackliste: 1) Space Maker; 2) Once Upon A Time; 3) One Hell Of A Party; 4) Napalm Love; 5) Mayfair Song; 6) Left Bank; 7) Photograph; 8) Mer Du Japon; 9) Lost Message; 10) Somewhere Between Waking And Sleeping; 11) Redhead Girl; 12) Night Sight similar artists: - - - > Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > MySpace.com Seite > Label > CH-Vertrieb Bio: Das 1995 gegründete französische Duo – bestehend aus Architekt Nicolas Godin und Physiker Jean-Benoit Dunckel – verkauft nach einigen erfolgreichen Singles auf dem französischen Dance-Label Source mit "Moon Safari" 1998 via Virgin Unmengen von Alben und wird damit zum Inbegriff des schwermütigen Träumerkonglomerats. Die nachfolgenden Alben sowie die gut harmonierende Zusammenarbeit mit Filmerin Sofia Coppola (Album "Virgin Suicides" und Track "Alone In Kyoto") etablieren die Franzosen schliesslich in der Welt der Popmusik. 2005 erhalten Godin und Dunckel den "Chevalier Des Arts Et Lettres" vom französischen Kulturminister und schreiben gleichzeitig für die wunderbare Charlotte Gainsbourg ihr neues Album "5:55", welches im August 2006 erschienen ist. Ebenso 2006 wandelt Dunckel auf Solopfaden und veröffentlicht sein Eigenling "Darkel". Als viel beachtete Musiker werden die Herren 2006 schliesslich eingeladen, ihren Beitrag in der "Late Night Tales"- Reihe zu leisten. Mit "Pocket Symphony" steht der offizielle Frischling 2007 parat. Diskographie: > Premiers Symptomes (1997) > Moon Safari (1998) > Virgin Suicides (2000) > 10'000 Hz Legend (2001) > Everybody Hertz (2002) > City Reading: Tre Storie Western (2003) > Talkie Walkie (2004) > Late Night Tales (2006) > Pocket Symphony (2007)
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