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Christian Mikolasek

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- Envy: Insomniac Dose
- Propaghandi: How to Clean Everything
- I not dance: So You Think You Can Stop Me...

Ivo Münger

- Botch: We Are the Romans
- Engine down: To Bury Within The Sound
- Radiohead: From the Basement
- Mogwai: Hardcore Will Never Die, But You Will
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Zukunftsmusik
12.5.
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19.5.
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Alec Empire – Futurist (2005) (Digital Hardcore Recordings/Irascible Distribution)

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von Michael Rothen am Mittwoch, 20. Juli 2005 in Neuerscheinungen   
Alec Empire – Futurist (2005) (Digital Hardcore Recordings/Irascible Distribution)
 
„I’m talking about the death of rock’n’roll“

Alec Empire – Futurist (2005) (Digital Hardcore Recordings/Irascible Distribution) „Leute wühlen unnachgiebig in den Kisten der Vergangenheit, bergen etwas daraus, wiederholen es und hoffen, die anderen damit zu beeindrucken. Ich verspüre absolut keinen Enthusiasmus ob diesen Bands, die nach vor 30 Jahren klingen“, moniert Alec Empire im Beipackzettel zu seiner neusten Schocktherapie „Futurist“. „Es ist, als hätte sich nichts verändert.“

Als Rezensent habe ich mich nun mehrmals selbst mit “Futurist” therapiert und bin mir schliesslich gar nicht mehr sicher, inwiefern es sich hierbei um simple Symptombekämpfung oder um das eigentliche Hervorrufen von Nebenwirkungen handelt. Eine gewisse Wirkung kann dem neusten Werk von Alec Empire definitiv nicht abgesprochen werden; die Heilung ist’s aber grad’ auch nicht.
„Futurist“ ist fern dessen, was gemeinhin unter dem Titel Innovation geführt wird. Auch wenn hier erneut in gekonnter Weise Punk mit Elektro/Techno verschmolzen wird, die eigentliche Basisinnovation diesbezüglich hat Herr Empire bereits anfangs der 90er Jahre – zusammen mit einer Frau (Hanin Elias) und einem weiteren Mann (Carl Crack †) – unter dem Namen Atari Teenage Riot aus der Taufe gehoben; so viel zum Thema Veränderung!
Nichtsdestotrotz: Auf „Futurist“ schreit Alec – und er schreit wirklich, fast stetig – seine dringlichen und berechtigten Botschaften in Form von teilweise leider sehr einfach verständlichen Parolen über live gespielte, wütende Punkgitarrenriffs, welche subtil mit Elektrosounds der Marke Nic Endo verfeinert und von simplen, schlicht nach vorne preschenden Drums getragen werden. Es resultieren zwölf zynische Reflektionen à durchschnittlich 3.5 Minuten. Genau aber hier ist zu beklagen, dass lediglich etwa die ersten acht Tracks wirklich beissen und eigentlich allesamt in ihrer Länge zu grosszügig bemessen sind. Die unprätentiös angelegten Songskelette lassen alsbald ein „Déjà-entendu-Gefühl“ aufkommen. Weniger wäre mehr gewesen, definitiv! Einige grobe Edits, paar zu simpel anmutende Drum-Arrangements sowie eine an Blur's „Song#2“ errinernde Gitarrenlinie seien Alec diesmal noch verziehen, schliesslich kramen heute bereits viele in der „Alec Empire-Kiste“, wobei er einfach sich selbst sein kann! Nächstes Mal bitte einige neue Chemikalien in den Mörsertopf, sonst verabreichen die weiteren Therapieversuche aus dem Hause Empire letztlich dem Patienten Rock’n’Roll gar selbst den Todesstoss.


Seit 28. März 2005 im Handel.

Anspieltipps:
Kiss Of Death, Night Of Violence, Gotta Get Out, Vertigo
similar artists: Ministry, White Zombie, frühe Nine Inch Nails, Killing Joke, KMFDM

> Hören und Kaufen > Offizielle Seite > Label > CH-Vertrieb

Bio:
Die Person
Alexander Wilke wurde 1972 in West-Berlin geboren. Eine Stadt, die von einer Mauer eingegrenzt war und stets überwacht wurde, wie er selber sagt. Eine Kriegszone, die scheinbar noch heute ein Teil von ihm ist.
Die Musik
Aller Anfang nahm es im Punk. Später jedoch werkelte er unermüdlich an Underground-Techno-Platten und etwa 100 Eps für DJs. So lernte Alec schliesslich, was Produzieren heisst: Schnell die richtigen Ideen haben, um überleben zu können.
Rein politisch motiviert gründeten sich 1992 Atari Teenage Riot; zu verstehen als ein Schritt gegen den aufkommenden Nationalismus, der sich damals – wie leider auch heute noch – durch rassistische Übergriffe real verdeutlichte. Atari Teenage Riot wurden und werden noch heute von Fans des Progressive und Avantgarde Rock gefeiert. Schlicht legendär.
Neben der fieberhaften Arbeit an der Band und dem Label Digital Hardcore setzte Empire seine eigene Reise durch Soundwelten weiter fort. Er veröffentlichte in den frühen 90ern eine Reihe von Eps und fünf Alben beim Label Mille Plateaux. Durch seine Solo- und Remixarbeiten erarbeitete sich Alec einen beneidenswerten Ruf bei der europäischen Elektro-Fraktion sowie dem amerikanischen Industrial/Rock Publikum. Und es ist genau diese Dualität; diese Fähigkeit mit Leichtigkeit in beiden Lagern zu Hause zu sein, die das Schaffen von Alec Empire seit jeher auszeichnete und immer auszeichnen wird. Eine Legende.

Alec Empire – Futurist (2005) (Digital Hardcore Recordings/Irascible Distribution)
Diskographie:
> Futurist (2005)
> CD2 Sessions (2003)
> Intelligence And Sacrifice (2001)
> Alec Empire Vs. Elvis Presley (1999)
> Miss Black America (1999)
> The Curse Of The Golden Vampire (1998)
> Geist Od Alec Empire (1997)
> Squeeze The Trigger (1997)
> Les Etoiles Des Filles Mortes (1996)
> Hypermodern Jazz 2000.5 (1996)
> The Destroyer (1996)
> Generation Star Wars (1995)
> Low On Ice (1995)
> Limited Editions 1990-94 (1994)


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