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Alice In Chains - Black Gives Way to Blue

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von Michael Messerli am Freitag, 25. September 2009 in Neuerscheinungen   

Genre: Alternative, Metal  |  Label: Virgin Records (EMI)  |  Unsere Wertung: 6.5/10

Black Gives Way To BlueGet Born Again
“If I can’t be my own/ I’d feel better dead”, sang Layne Staley damals in “Nutshell”. Es ist nicht der Hörer, der ihn auf “Black Gives Way to Blue” vermisst, sondern die Band selber. Eine Hommage und ein Comeback gleichermassen. Aber ganz sicher keine Reunion!

Man sollte in Rezensionen nicht persönlich werden. Aber bei Alice In Chains sei eine Ausnahme erlaubt. Vor sieben Jahren, im Frühjahr 2002, sass der Autor dieser Zeilen in der Kantine der Rekrutenschule. Nebenbei lief MTV – damals hatten die bereits längst damit angefangen, überwiegend Mist zu zeigen. Plötzlich flimmerte ein Bild von Layne Staley über den Bildschirm und darunter die Nachricht, der Sänger von Alice In Chains sei tot in seiner Wohnung aufgefunden worden. Auf den Tag genau acht Jahre nach Kurt Cobain. Kein Beitrag, keine Hintergrundinfos, nur ein Shortcut. Es war im doppelten Sinne nicht der geeignete Ort, um sentimental zu werden. „Over Now“ war der letzte Song von „Alice In Chains“ und ja, es schien endgültig zu Ende. Bis William DuVall kam. Und mit ihm die grosse Frage, wie das nur funktionieren kann. Jerry Cantrell stellte von Beginn weg klar, dass Layne Staley nicht ersetzt, sondern Alice In Chains ergänzt werden soll. DuVall erfüllt diese Anforderung. Nicht mehr und nicht weniger.

Das zweite Problem ist das Comeback an sich, das Aufwärmen alter Leidenschaft, das oft zum Scheitern verurteilt ist. Unter dem Strich scheitern Alice In Chains nicht. Nur die Düsterheit fehlt. Dieses bedrohliche Damoklesschwert, das vielmehr bereits in deinem Kopf steckte als über dir zu schweben. Unglaublich ehrliche und direkte Lieder wie „Junkhead“ oder das erwähnte „Nutshell“ durfte man ebenfalls so nicht mehr erwarten. Abgesehen davon hat der Umstand, dass gewisse Wiedererkennungsmerkmale fehlen, auch einen entscheidenden Vorteil: „Black Gives Way to Blue“ ist kein Aufguss, keine Reanimation. Das Herz auf dem Cover zeigt unmissverständlich, was hier drinsteckt. Am deutlichsten wird dies dank grossartigen Balladen wie „Your Decision“ oder „Private Hell“. Sie und die altbekannte Heaviness („Acid Bubble“) machen die mancherorts fehlende Spannung wieder wett. Schliesslich gibt der Titeltrack, welcher voll und ganz Staley gewidmet ist, dem Autor doch noch die Möglichkeit, in einem mehrheitlich gelungenem Kontext rührselig zu werden. „Lay down, black gives way to blue/ Lay down, I’ll remember you“. Dafür wurde sogar Elton John gewonnen. Ein Abschluss und Aufbruch zugleich, der mehr ist als nostalgische Sehnsucht nach den 90ern. Alice In Chains mussten das tun – und es ist ihr mehr als gutes Recht.

Seit  25. September 2009 im Handel.

> Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > MySpace > Label > CH-Vertrieb
Alice In ChainsAnspieltipps:
> Private Hell
> All Secrets Known
> Your Decision

Diskographie:
> Facelift (1990)
> Dirt (1992)
> Jar of Flies (1994)
> Alice in Chains (1995)
> Black Gives Way to Blue (2009)

Ähnliche Künstler:
> Jerry Cantrell
> Mad Season
> Mother Love Bone
> Soundgarden
> Pearl Jam
> Screaming Trees

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