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Alienated - Lonely Hearts Killers

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von Robert Best am Donnerstag, 19. März 2009 in Neuerscheinungen   

Genre: Metal  |  Label: Dead City Music  |  Unsere Wertung: 8.5/10

Lonely Hearts KillersZum Heulen beim Headbangen
Der Zufall will es, dass ich die letzte Guns n’Roses-CD und die letzte Alienated etwa zeitgleich zu hören bekam...

... und dass ich der Band um die Brüder „Paddy“ und „Latte“ Meyborg aus Oldenburg (D) jederzeit den Vorzug vor den Glamrockern um Axl Rose aus Hollywood (oder wo auch immer die herkommen) geben würde.

Warum? Für „Lonely Hearts Killers“ von Alienated hätte Axl Rose sicher mehr getan als fünfunddreissig Jahre von Drogen runterzukommen und zu grübeln. Er hätte alle 13 Songs mit Kusshand gekauft, Alienated als die neuen Guns n’Roses engagiert und ihnen alle Tantiemen überlassen. Gut möglich allerdings, dass er bei dem ein oder anderen Song an die Mitsinggitarrenläufe von Slash gedacht, „Paddy“ Meyborg rausgeworfen und Slash wieder an Bord geholt hätte. Zwei Jahre später hätte Slash aber wieder gekündigt und „Paddy“ Meyborg hätte unter anderem Namen das Vorspielen für die vakante Gitarre für sich entschieden. Axl hätte er früher oder später so oft vernichtend unter den Tisch getrunken, dass der entnervt das Handtuch geworfen und sich bei einem Job als Roadie bei Metallica umgesehen hätte, denen er mit „Lonely Hearts Killers“ musikalisch ja eben noch das Wasser abgraben wollte.
Noch wahrscheinlicher ist aber folgendes Szenario: Genauso ist es geschehen, und Alienated heissen nach dem kurzen Intermezzo mit Axl und Slash wieder Alienated und hauen jetzt „Lonely Hearts Killers“ raus, während Axl auf „Chinese Democracy“ sitzengeblieben ist.
Das Album ist ein erzkonservatives Metalungetüm, das weder vor Breitbandstakkatoriffs noch vor Pianoballaden inklusive Falsettgesang (“Road to nowhere“, der einzige überflüssige Track) zurückschreckt. Zum Heulen. Und zum Headbangen. Abwechselnd. Wenn nicht zugleich.
Zu jedem herzerfrischenden Metalgewitter gehört natürlich auch das spektakuläre HiHat-dominierte Intro, bei dem die innere Nebelmaschine sofort alle Gehirnzellen umwölkt. Manchmal schleichen sich ausserdem Folkeinflüsse ins eigentlich recht enge Metallkorsett („Alone“) und kitzeln dort bei Sänger „Lacko“ ungeahnt zartfühlende Stimmregungen hervor. Meist aber wird in der Strophe standesgemäss (mehr wie James Hetfield als Axl Rose) geshoutet und im Refrain die Tonleiter durchforstet. Kein Song kommt ohne Solo aus. Die übliche uninspirierte Tapping-Orgie findet sich aber nur auf „Heart Soul Fire“, alle anderen Soli sind Sahnestücke ihrer Disziplin. Warum fand man überhaupt je Punk gut? Weil es da keine Soli gibt? Humbug. Es musste irgendwas anderes sein. Beim Hören von „Lonely Hearts Killers“ fallen dir alle Gründe auf einmal ein. Oder nie wieder.

Seit 17. Februar 2009 im Handel.

> Offizielle Webseite > MySpace > Label
Alienated
Diskographie:
> Heart Soul Fire (2001)
> Lonely Hearts Killers (2009)

Ähnliche Künstler:
> Metallica
> Megadeath
> Green Jelly
» 1 Kommentar
1"Wahnsinn wie die rocken"
am Montag, 23. März 2009 20:13von Sammy
Die Songs sind oberklasse. Nicht vergleichbar mit den langatmigen Metallica Songs von Death m. Die jungs kommen ja voll auf den Punkt. und sowas aus good old germany. Ich dachte, da gibts net mehr viel zu bieten als Rammstein und die langweiligen Scorpions. Ich finds auch nicht abgekupfert, viele deutsche Metalbands wollen immer klingen wie ...., aber haben nicht eigenstandiges und kriegen das wie nicht umgesetzt. Das hier ist aber mal allererste Sahne..... Davon braucht die Welt mehr.
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