Das blinde Künstlerpaar nimmt uns mit auf eine Reise durch ihr Land und weit darüber hinaus.
Das von Manu Chao produzierte "Dimanche à Bamako" brachte dem musizierenden Ehepaar weltweiten Erfolg. Wer sich drei Jahre nach dem Durchbruch eine Abkehr vom eingeschlagenen 'Pop'-Weg erhofft, dürfte beim Opener "Sabali" verzweifelt die Hände verwerfen. Mariams erdiger Gesang, durch mehrere Filter gejagt, wird von schnellen Keyboard-Akkorden, verträumten Synthesizer-Arpeggios und mechanischen Rhythmen umrahmt. Bereits bei "Dimanche à Bamako" liessen sich Amadou & Mariam einen (vielleicht etwas zu) deutlichen Produzenten-Stempel aufdrücken, bei "Welcome To Mali" ist das nicht anders. Beim Opener ist Damon Albarn die treibende Kraft, das Resultat ist - jeglichen Konservativismus über Bord geworfen - begeisternd.
Amadou & Mariam sind hier mehr als je zuvor von geografischen Grenzen losgelöst: Europäische Klavier- und Streicherarrangements begleiten Desert-Blues- und Rock 'n' Roll-Gitarren, Latin-Bläser und karibische Rhythmen rufen zum Feste, und urbane Elektro- und Soul-Sounds tun es dem gleich. Traditionelle afrikanische Perkussions-, Streich-, und Zupf-Instrumente und vor allem auch der kehlige Gesang der beiden rufen dabei die Herkunft der Eheleute in Erinnerung. Aufgedreht und beschwingt, eingängig und eindringlich - Attribute, die sich auf jeden der fünfzehn Songs anwenden lassen.
Illustre Mitstreiter bei dieser musikalischen Weltreise sind neben Damon Albarn der französische Rockstar 'M', der somalisch-kanadische Rapper K'naan und der begnadete Blues-Gitarrist Keziah Jones, der von allen Gast-Features die beste Figur macht.
Die Vereinung von musikalischer Vielfalt und Finesse machen "Welcome To Mali" zu einem der exzeptionellsten Releases dieses Jahres. Trotz aller Eingängigkeit: "Welcome To Mali" hat Ecken und Kanten zuhauf, klingt rauer als zuletzt und nicht nur deshalb darf auch von einer geistigen Rückkehr zum früheren Amadou & Mariam-Sound gesprochen werden.
Seit 21. November 2008 im Handel.
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Anspieltipps:
> Sabali
> Bozos
Diskographie:
> Sou Ni Tile (1998)
> Tje Ni Mousso (1999)
> Wati (2002)
> Dimanche à Bamako (2005)
> Welcome To Mali (2008)